4. Februar 2010 von johnrest
Johannes B. Kerner hat zum kontroversen, quotenträchtigen Talk geladen – das hat sein Format in Sat1 auch bitter nötig. Es geht um Arbeitsverweigerung, Hartz4 und die üblichen, immer mal wieder medial aufgekochten Diskussionssüppchen. Gleiches Programm bei Markus Lanz, dem nicht minder peinlichen Ziehsohn und einzig berechtigtem Nachfolger von Kerner beim ZDF. Aber Kerner hat die Nase vorn, denn er hat weder Kosten noch Mühen gescheut, sich Arno Dübel ins Studio zu holen, dem Star-Hartz4`ler der aktuellen Medienszene. Beim Lanz hat`s da nur zu irgendeinem (noch) unbekannten Herrn Bode gereicht, selbiger möchte zwar arbeiten aber nur für mindestens 10 Euro die Stunde.
Dagegen ist der im Umgang mit Medien geübte Arno Dübel ein ganz anderes Kaliber, denn er verweigert seit 30 Jahren konsequent jegliche Form von körperlicher Anstrengung. Und diese Haltung bringt ihm – neben seinem zur Haltung passenden Aussehen – eine Menge Jobs. Ja, paradox, oder? Herr Dübel rennt immer mal wieder durchs Fernsehen um als Vorzeige-Assi herzuhalten. Ob bei RTL, beim ZDF und anderen durchaus namhaften Sendern. Arno Dübel ist Garant für hitzige Diskussionen und vor Wut den Fernseher schrottende Zuschauer. Und das animiert Arno Dübel mit Sicherheit dazu, seine Haltung konsequent durchzuziehen, so lehnt er die großzügig von Herrn Kerner per Email von Zuschauern eingeholten Jobangebote großspurig ab und betont: “Morgen lasse ich mich auch erst mal wieder krank schreiben, ist schließlich Freitag!” So kann der Arno einem so genannten “Motivationsseminar” entgehen das ihn wieder an Arbeit heranführen soll.
Dabei wollen die Medien doch gar nicht, dass Herr Dübel arbeiten geht, denn: Nur wenn er bleibt was er ist kann er als das eingesetzt werden was er ist. Moderatoren können medienwirksam zu Jobangeboten aufrufen, Motivationstrainer können für sich Werbung machen und übergewichtige Joghurtgummivernichter wie Rainer Calmund dürfen auch noch ihren Senf dazu geben und so ganz nebenbei indirekt Werbung für einen Werbespot machen in dem er an irgendeiner Klippe hängt und die Joghurtgummis der Firma isst deren Namen er natürlich jetzt nicht nennen könne, weil von wegen ZDF und Schleichwerbung. Also irgendwie sorgt Herr Dübel doch alleine durch seine Anwesenheit dafür, dass Kohle fließt die versteuert werden muss – z.B. durch Werbeeinnahmen. Das bringt dem Staat mehr ein als bis ans Lebensende für Herrn Dübel an Hartz4 ausgegeben werden muss.
Und Johannes B. Kerner? Der liest dem Herrn Dübel am Ende der Sendung diverse Jobangebote vor die per Email eingegangen sind – aber nicht ohne zuvor emotionale Reaktionen von Zuschauern einfließen zu lassen. Man merkt Herrn Kerner bei jeder pampigen Reaktion von Herrn Dübel an, dass ihm die professionelle “Ich stelle ja nur die Fragen”-Haltung flöten geht, aber Herr Kerner betont, dass er seine gute Erziehung jetzt besser nicht vergessen wolle. Nein, dafür schiebt Herr Kerner seine Zuschauer vor und versteckt sich hinter deren Meinungen, ergo hält er seine Zuschauer (und wohl auch Gäste wie den sich echauffierenden Rainer Calmund) für unerzogen. Ach wie lustig ist die verlogene Medienwelt, immer wieder aufs Neue!
Arno Dübel: Bleib wie und was Du bist, denn so bringst Du der Gesellschaft mehr Unterhaltung als Du mit 12 Stunden härtester Arbeit am Tag je bringen könntest!
Schlagwörter: Arbeit suchend, Arbeitsslos, Arbeitssuchend, Arno Dübel, Bode, Johannes B. Kerner, Kerner, Markus Lanz, Motivationstrainer, Rainer Calmund, Sat1, Schmarotzer, ZDF
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4. Februar 2010 von johnrest
Ulrich Meyer steht wie immer perfekt frisiert vor der Kamera, setzt sein betont kritisch-sachliches Gesicht auf um die neusten Ergebnisse seiner mutigen Reporter auf der Suche nach Unrecht am unschuldigen Volke anzumoderieren. Ulrich Meyer scheint wie die Light-Version von Herrn Klöppel zu wirken – dem Chefnachrichtenmann bei RTL. Beide scheint zu einen, dass sie selbst mitten in der Nacht an die Haustür geklingelt mit perfekt sitzendem Anzug öffnen würden – allzeit bereit, immer seriös, kein Haar sitzt schief. Ich will dem Meyer gar keine Kompetenzen streitig machen und mit Sicherheit hat er schon vielen Betrogenen geholfen – aber irgendwie verlogen ist der Meyer schon, wie ich finde. Da werden mit vor Scham gesenktem Haupt Menschen gezeigt, die z.B. von der “Gewinnspielmafia” abgezockt wurde – mehrere tausend Euro auf dem Konto fehlen, dabei habe man nie sein Einverständnis für Abbuchungen gegeben – oder kann sich nicht mehr richtig daran erinnern.
Aber Ulrich Meyers Kampfhunde setzen sich mit lautem Gebell ein, bewaffnet mit versteckten Kameras und Mikrofonen lässt Herrchen Sie von der Leine: “Such den bösen Mann, such, such!”. Dabei sollte Herrchen seine kleffenden Wauzis doch einfach mal in der eigenen Hütte schnüffeln lassen – dabei könnte zwar ein unangenehmer Geruch die feinen Spürnasen irritieren, aber das gehört zum Geschäft. Wenn Ulrich Meyer zufrieden im Bett liegt und ggf. seinen ehelichen Pflichten nachkommt (auch im Anzug?), dann flimmert über seinen Haussender SAT1 die bunte Kirmesbudenmafia in Form nervender Quäkmodertösen: 9 Live ist wieder auf Idiotenfang und veranstaltet gar lustige Lockspielchen mit den ewig gleichen Methoden – angeblich leichte Lösungen, schnelle Gewinne in den ersten Minuten um dann genussvoll die Leitungen für ca. 50 Cent pro Anruf aus dem Festnetz glühen zu lassen.
Über die Methoden dieser Abzocker wurde und wird jede Menge berichtet – wirklichen Einhalt konnte bisher jedoch kaum jemand erreichen. Fakt ist, dass ein mehr als bitterer Beigeschmack mit hochkommt, wenn sich die 9Live-Produktionen durchs deutsche Privatfernsehen rülpsen. Komisch, dass darüber der Herr Meyer aber niemals berichtet, nicht über die abgezockten Menschen die sich in Schulden werfen in der kalkulierten Hoffnung auf das kleine Glück. Nicht über die Menschen, deren Telefonanschlüsse abgeschaltet werden, nicht über die Menschen die ihren letzten Cent hergeben weil die Verlockung so groß wie die Chance auf Gewinn klein. Ich höre den Herrn Meyer schon lamentieren: “Das muss jeder selbst entscheiden, wo er anruft und wo nicht!”
Klar, man kackt nicht in die Hütte in der man lebt, aber dann möchte ich Herrn Meyer entgegnen, dass er bitte 80% seiner ach so seriösen, kämpferisch und moralisch wertvollen entstandenen Berichte direkt in den Mülleimer schmeisst – schließlich ist jeder Abgezockte irgendwie selbst schuld, sich den falschen Chef ausgesucht zu haben der keinen Lohn zahlt oder den Architekten der ein Haus falsch plant oder, oder, oder! Ulrich Meyer berichtet auch nicht gerne über Singleseiten bei denen Mitglieder ausgenommen werden wie untervögelte Weihnachtsgänse. Oder? Moment, doch…. hat er mal… aber meinem Hinweis, dass der gleiche Anbieter über den berichtet wurde im großen Stil auf der “Akte-Webseite” Werbung macht(e): Dem wurde nicht nachgegangen und sämtliche Äusserungen dazu im Akte-Forum still und leise gelöscht.
Für mich ist Akte eines der verlogensten Formate im TV: Auf andere zeigen aber selbst gleiches im engsten Umfeld abziehen, zulassen und die Schnauze halten: Nicht schön, Herr Meyer!
Aber hauptsache, der Anzug sitzt!
Schlagwörter: 9 live, 9Live, Abzocke, Akte, Akte 08, Akte 09, Akte 10, Anruf, Gewinnspiel, Sat1, Ulrich Meyer
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23. Januar 2010 von johnrest
DSDS verkommt ja nun mehr und mehr zu einem Realcomic. Nervige Soundeffekte aus dem Digitalspeicher, kindische Animationen die jeder 12-jährige am heimischen PC in ein paar Minuten zusammen gebastelt bekommt. Nicht vergessen sollte man auch die Untertitel – vor allem die gerne farblich hervorgehobenen Worte mancher Protagonisten wenn diese Fachausdrücke nicht kennen oder schlicht verwechseln – darüber muss man sich bei DSDS schon aus verpflichtender Tradition lustig machen. Bei der ganzen Zusammenschneiderei scheint in der Sendung vom 23.01.2010 der wohl arg überlastete Cutter nicht ganz bei der Sache gewesen zu sein, denn da sagt der Dieter zur Beurteilung eines Kandidaten das Wort: “Authentizät”.
Ich will ja hier keine Haare auf der Goldwaage mit den Erbsen zählen, aber: Es heisst Authentizität. Aber da geht man bei RTL einfach drüber hinweg, schließlich hat der liebe Gott ja auch ein paar Fehler bei der Erschaffung der Welt gemacht – einer davon geistert halt seit Jahren bei DSDS durch die Jury. Und für Dich, Dieddäää hier ein Link – zum Lesen und Lernen…
Wer anderen eine Grube gräbt?
Schlagwörter: Authentizät, Authentizität, Bohlen, Deutschland sucht den Superstar, Dieter Bohlen, DSDS, Eichinger, Jury, Superstar
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23. Januar 2010 von johnrest
Ich liebe den regelmässigen Blick auf die Statistiken meines Blogs – erfährt man doch einiges über die Vorlieben so mancher PC-Onanierer. Allerdings stimmen mich einige Suchbegriffe mehr als bedenklich, hier mal ein Screenshot meiner Statistik mit einem Ausschnitt eingebener Suchbegriffe die über z.B. “google” zu meinem Blog führen:

Und? Interessant, oder? Besonders der Eintrag: “Fantasiemonster fickt mädchen”. Natürlich habe ich bei “google” mal genau diese Worte eingegeben und tatsächlich: Unter ganzen drei Treffern ist ein Artikel von mir an zweiter Stelle. Allerdings tauchen die Begriffe “ficken, Fantasiemonster und Mädchen” in einem ganz anderen Zusammenhang auf als eventuell sexuell bedenklich orientierte Zeitgenossen erwartet haben. Dagegen ist ”Mann mit Kugelschreiber im Arsch” ja schon fast entspannend harmlos und amüsant. Zum Abschluss erhebe ich jetzt einfach mal den Zeigefinger der Moral und frage (mich selbst):
In was für einer Welt leben wir eigentlich?
Schlagwörter: Artikel, Fantasiemonster, ficken, Frauen, krank, pervers, Sex, Statistik, Suchmaschine
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20. Januar 2010 von johnrest
…faria faria rum!
Was für eine verlogene Scheisse, wenn Dieter Wedel samt Darstellern querbeet wochenlang durch sämtliche TV-Talkshows nervt um über GIER unwichtige Worte zu verlieren, nur damit auch der letzte TV-Zuschauer vor die Kiste gelockt wird, wenn Wedels gleichnamiges Werk als Zweiteiler in der ARD versendet wird. Und anschließend zum gemütlichen Stelldichein bei Herrn Plasbergs “Hart aber Fair” – natürlich mit ordentlich Ausschnitten aus dem Wedel`schen Machwerk.
Sülz!
Schlagwörter: ARD, Betrug, Dieter Wedel, Einschaltquoten, Finanzen, Frank Plasberg, Geld, Gier, Quoten, Renditen, Schneider
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3. Oktober 2009 von johnrest
Für alle, die “Wetten, dass…” im neuen Gewand inklusive Co-Moderatorin Michelle Hunziker am 03.10.2009 verpasst haben, hier eine Zusammenfassung:
- Begrüssung mit neuer Quotenblondine Hunziker
- Spassbarde mit Arschlochkind macht Werbung für seinen auslaufenden Kinofilm
- Gummi- und Fussfetischist schnüffelt neben angeekelter Michelle Hunziker an getragenen Stiefeln
- Von und zu Guttenberg gewohnt verstockt locker nebst Gattin (geiles Luder, Respekt!)
- Alte Frau macht mit Tragödiendauerdarstellerin Veronika Ferres Werbung für Film
- Angeschwuchtelte Konsumband stellt neues Album vor
- Ex abgehalfterte Sangesdiva schmachtet neues Lied ins Mikro
- Schweizer radelt mit altem Fahrrad um die Wette
- Einer der angeblich besten Schauspieler Deutschlands wirbt für bald laufenden Film im ZDF
- Zwischendurch hüpfen ein paar Dinosaurier zu Werbezwecken durchs Studio
- Arschlochkind muss ins Bett, kurz vor 22 Uhr
- Spassbarde steckt sich falsche Zähne ins Maul aber keiner lacht
- Wenn Hunziker doch mal redet will sie uns einreden wie spannend und toll alles ist
- Langatmige Momente der Peinlichkeit, Gottschalks Gags verhallen teilweise applauslos im Nichts
- (Fast) zum Absch(l)uss fremdschämen mit Oliver Pocher, dessen flache Standup-Einlage scheint das Publikum im Saal aber nicht zu verstehen oder verstehen zu wollen. Kaum Lacher, kaum Applaus – eher aus Mitleid (oder Anstand)
- Wettkandidat hebt Briefmarken mit Rotzefaden auf
- Prominente Wettpaten müssen bei verlorener Wette wie immer alberne Kinderkacke veranstalten
Falls ich was vergessen habe:
War nicht weiter wichtig, die Reihenfolge meiner Auflistung erhebt auch nicht den Anspruch auf Richtigkeit.
Fazit:
Dauerwerbesendung wie immer, Michelle Hunziker als Co-Moderatorin zu bezeichnen grenzt an Größenwahn – hat meist nur sprachlos dumm herum gesessen oder versucht so zu tun als sei sie irgendwie begeistert. Aber Gottschalk dazu indirekt selbst im Dialog mit Oliver Pocher (zu dessen ehemaliger Kooperation mit Harald Schmidt): “Ein guter Moderator und was Blondes fürs Auge!” – wer der “gute Moderator” sein soll konnte ich bis jetzt jedoch nicht heraus finden. Gottschalk langweilig zottelig wie immer, Gespräche belanglos, Wetten flach, Niveau bei intensiver Suche nicht auffindbar. Langsam, ganz langsam wird`s nur noch peinlich. Schade.
Fertig.
P.S.: Danke übrigens an das Medienmagazin “DWDL”, scheinbar konnte meine Sichtweise und Darstellungsform zu “Wetten, dass…?” inspirieren.
Schlagwörter: Bastian Koch, Bulli Herbig, Bully, dass..., Der Seewolf, Ferres, Gottschalk, Guttenberg, Houston, Michelle Hunziker, Thomas, Thomas Gottschalk, Veronika, Wetten, Wetten das, Wetten dass, Wickie, ZDF
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22. Oktober 2009 von johnrest
Michael bei “Britt” auf die Vorwürfe des Lügens:
“Eins will ich gleich mal klarstellen: Ich habe nie gelogen und war auch immer ehrlich!”
Schlagwörter: Britt, Lügen, Lügendetektor, Michael, Sat 1, Talk, Talkshow, Untreue, Wahrheit
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24. Oktober 2009 von johnrest
Okay, wir reden von Quotenfernsehen. Und sicher sind Begriffe wie “Fremdschäme” beim Supertalent auf RTL in der Dauervergewaltigung. Auch gestellte oder kommandierte Reaktionen des Publikums stellen keine Seltenheit dar und sind zu erwarten wie die langsam abgenudelten Sprüche eines Dieter Bohlen. Aber wenn schon Scheisse, dann bitte konsequent, denn: Warum sagt Herr Bohlen der 12-jährigen Céline (Tochter von Ex-Schlagersternchen Michelle) sie hätte zwar toll gesungen, sei aber wohl doch etwas zu jung für eine Karriere - während er in der Sendung vom 24.10.2009 einer 11-jährigen wünscht sie schaffe es bis zum Sieg und das dieses kleine, meiner Meinung nach auf Erwachsen zurecht gemachte, kleine Mädchen ihn irgendwie an die junge Romy Schneider (“Oder so ähnlich”) erinnere?
Und wenn die Jury generell der moralisch wertvoll zu vermarktenden Meinung ist, dass so junge Dinger noch nix im TV oder auf der Bühne zu suchen hätten: Warum werden selbige für die “Och-wie-niedlich-Quote” überhaupt eingeladen? Flachfernsehen schön und gut, aber wie lange macht das TV-Publikum eine derartige Unglaubwürdigkeit auf Toastbrotniveau noch mit und warum überhaupt?
Jeder bekommt das Fernsehen das er verdient?
Schlagwörter: Fernsehen, RTL, TV, Supertalent, Bruce, Darnell, Bruce Darnell, Sylvie van der Vaart, Dieter Bohlen, Michelle, Celine, Schlager, Scheisse, Romy Schneider
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25. Oktober 2009 von johnrest
Klingt schmissig und reimt sich: “Schau Dich schlau!” Eines der unzähligen Wissensformate im deutschen Fernsehen, so eine Art “Sendung mit der Maus für Erwachsene”. Und genau so scheint die Moderation von Fero Andersen und Joey Grit Winkler auch angelegt. Mit albernen Sprüchen und noch dümmeren Laienschauspieleinlagen versuchen die Beiden Wissen zu vermitteln, dass ich eigentlich bei jedem halbwegs gebildeten Bundesbürger als selbstverständlich voraussetzen möchte. Irgendwie muss so die Bespassung von Rentnergrüppchen auf Clubschiffen aussehen. Aber eigentlich auch klar, denn wenn man den Titel der Sendung klarer definiert dann kann “Schau Dich schlau” nur bedeuten, dass man vor dem Schauen strunzendumm sein muss – nur mit einem Nichts an Basis kann ja überhaupt etwas heranwachsen. Und um dieses Nichts nicht zu überfordern, muss die Moderation genau dem entsprechen wofür es gemacht wurde.
Hätte ich auch vorher drauf kommen können…
Schlagwörter: Clubschiff, Fero Andersen, Hendrik Hey, Joy Grit Winkler, Kindisch, RTL 2, Schau Dich schlau
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25. Oktober 2009 von johnrest
In Neuseeland sollen AUF einen Einwohner 10 Schafe kommen, so gibt es irgendein Bericht im TV gerade Preis. Spontan fällt mir angesichts meines wohnlichen Umfeldes dazu ein, dass es in Deutschland Dörfer geben soll, in denen IN ein Schaf mehrere Einwohner kommen…
Schlagwörter: Dorf, kommen, Land, Neuseeland, Schafe
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25. Oktober 2009 von johnrest
Früher… und das gestehe ich mit der nötigen Portion Manneslust ein: Früher entlockte mir Barbara Schöneberger so manch spontanen Samenkoller angesichts der drallen, nicht selten offenherzig zur Schau gestellten Weiblichkeit. Was Frau Schöneberger an Können zu bieten hatte war für mich dabei nicht von Belang – eben typisch Mann. Jetzt, da ihre vermutlich zum Erreichen einer gewissen, medialen Position vormals in Szene gesetzten Titten mehr und mehr hinter Designerstoff verschwinden, bleibt einem bei dem einige Minuten andauernden Versuch doch noch etwas Brustfleisch zu finden nichts anderes übrig als zu bemerken: Die Tante kann scheinbar wirklich nicht sehr viel. Früher gefühlt in jeder unwichtigen TV-Show sitzend kam ihr der Gedanke zu singen. Marketingpfiffig unter dem Titel: “Und jetzt singt sie auch noch!”
Das Privatleben der Frau Schöneberger hat schön draussen zu bleiben aus den Medien. Mag legitim sein, aber wer so konsequent überall rumerzählen muss wie die aktuellste CD heisst, wo es Frau Schöneberger zu sehen gibt und was sonst noch Umsatz bringt: Sollte keine Krokodilstränen weinen wenn die zwecks Erfolgserlangung instrumentalisierten Medien doch ein wenig mehr aus dem Privatleben erfahren möchten. Frau Schöneberger wirkt auf mich mehr und mehr verkommen zur eiskalten Businessfrau, ereilt von dem Schicksal des zu Kopf gestiegenen Ruhmes, an Natürlichkeit verloren. Babsi: Packt die Hupen wieder aus und den Geschäftssinn wieder ein – dann könnte es mit uns wieder klappen!
Schlagwörter: Barbara, Barbara Schöneberger, Musik, Pro7, RTL, Sat1, Schöneberger, singen, Und jetzt singt sie auch noch
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25. Oktober 2009 von johnrest
Endlich wieder da: Die gemütliche Gussformengiesserin Gisela aus Gummersbach verliebt sich in den kuscheligen Kuhbauern Kuno aus Kaiserslautern während der heitere Hobbytänzer Hugo aus Hamburg auf die pfiffige Postbotin Petra aus Potsdam trifft. Das alles begleitet von hoch anspruchsvollen Texten die es wie keine anderen schaffen sich für die Muttersprache in Grund und Boden zu schämen. Und übrigens: Fällt eigentlich nur mir auf, dass erstaunlich viele Frauen in diesen Formaten (Bauer sucht Frau, Schwiegertochter gesucht, usw.) in sozialen Berufen tätig sind? Altenpflegerinnen, Krankenschwestern, Sozialpädagoginnen? Da ist die rundliche Raststättenfachkraft Rita eher eine Ausnahme. Aber vielleicht hobbypsychologisch mit schlechten Erfahrungen aus der Vergangenheit und (angesichts der Erscheinung so manch suchender Männer in den genannten TV-Formaten) auch mit einem Helfersyndrom erklärbar….
Schlagwörter: Bauer Heinrich, Bauer sucht Frau, Ein Bett im Kornfeld, Inka Bause, Land und Liebe, RTL, Schwiegertochter gesucht, Vera am Mittag, Vera int Veen
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26. Oktober 2009 von johnrest
Sie kennen doch bestimmt diese wie Waldpilze in Sahnesauce aus dem Boden schiessenden Kochformate. Ob ein Zwirbelbart mit Nickelbrille, ein Schnauzbart mit Rückenproblemen oder kochende Chefprofis querbeet durch den bunten Strauss der Sender: Überall dampft, bruzelt, blubbert und dünstet es so vor sich hin. Und bestimmt ist Ihnen dabei auch schon mal aufgefallen, wie oft so mancher Sternekoch von “Kochehre” spricht, während so manch chemisches Hilfsmittel zur Geschmacksaufwertung mit abwertenden Blicken in die große Biotonne wandert. “Wer kochen kann, der braucht das nicht!”.
Eine löbliche Einstellung, ganz ohne Zweifel. Allerdings beschleichen einen diese Zweifel wieder wenn man sieht, für was so mancher dieser TV-Köche Werbung macht: Für den Geschmack aufpeppende, nicht immer ganz naturbelassene Produkte aus der Tüte oder Flasche. Wie ernst darf ich den Begriff “Kochehre” als Hobbybruzler denn nun nehmen? Auf jeden Fall nicht so ernst wie den Willen nach ein paar Euros mehr auf dem Konto der sich vermarktenden Herdakrobaten. Ist legitim, aber dann bitte konsequent beim nächsten Rettungsversuch eines vor der Pleite stehenden Restaurants dem Koch (der früher Gabelstaplerfahrer war) beim Blick in den Chemiebaukasten auf die Schulter klopfen mit den Worten: “Super, die wichtigsten Zutaten hast Du auf jeden Fall schon mal in der Küche, dann kann es ja losgehen!”
Egal. Der JohnRest ist: Raus!
Schlagwörter: Horst Lichter, Johann Lafer, Küchenchef, Küchenchefs, Kocharena, Kochprofi, Kochprofis, Kotaska, Lanz kocht, Mario Kotaska, Martin Baudrexel, Rach, Ralf Zacherl, Restauranttester, Tim Mälzer
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26. Oktober 2009 von johnrest
Vorweg: Ich habe keine Neurodermitis, auch innerhalb meines näheren Umfeldes war diese Krankheit nie ein Thema und auch sonst freue ich mich einer allgemeintauglichen Gesundheit - solange ich nicht zum Arzt gehe. Meine Gedanken zu dem aktuellen Geschehen sind also nicht von subjektiver Natur. Nehmen wir einmal die schon hier oder auch hier von einem scheinbar vom (Internet)volke anerkannten Journalisten teilweise zusammen getragenen und von mir für mich aufbereiteten Fakten:
- Seit 20 Jahren gibt es eine angebliche Wundersalbe gegen Neurodermitis
- Diese Salbe ist vergleichsweise einfach herzustellen
- Kein Pharmaunternehmen will das Zeug produzieren
- 20 Jahre später entdecken die Medien die vermeintliche Wundersalbe
- Diskussionen auf breiter Ebene werden lawinenartig losgetreten
- Man berichtet über enorme Erfolge der Salbe, endlich Hilfe für Betroffene
- Zufällig erscheint zu dem Thema ein Buch und zeitgleich nun auch die Salbe
Was soll man jetzt davon halten? 20 Jahre dümpelt ein vermeintliches Wundermittel vor sich hin, der Erfinder lebt mittlerweile an der Armutsgrenze, seine Rechte an dem von ihm erfundenen Mittel sind abgelaufen. Und auf einmal klopft es an der Tür: “Hallo, die Presse ist da, wir würden gerne über Ihre Salbe berichten die 20 Jahre keiner wollte!” Das hinterlässt doch irgendwie den Eindruck, als habe da ein unterbeschäftigter Journalist tief in der Vergangenheit gewühlt, auf der Suche nach der “Story seines Lebens”. Da seine Entdeckung aber vielleicht nur für ein Viertelleben reicht, muss die Entdeckung geschickt hochgepuscht und aufgepimpt werden.
Auf dem Höhepunkt der Berichterstattungen taucht man dann in bei der Bevölkerung hoch anerkannten Sendungen wie “Hart aber Fair” auf, zeigt und instrumentalisiert ein in Mullbinden verpacktes Baby mit geröteter Haut um darauf von einem Buch zu berichten das die wahre Geschichte aufdecken und endlich für Hilfe sorgen soll. Natürlich gab es auch noch einen groß angekündigten Bericht zum ganzen Thema, zufällig vom Autor des Buches produziert.
Der für seine journalistisches Können angesehene Moderator der Sendung “Hart aber Fair” sieht sich jedoch plötzlich Kritik ausgesetzt die er nicht erwartet hat und auf die er nur schwer reagieren kann. Die sonst so in Szene gesetzte, journalistische Konsequenz und Härte geht langsam aber sicher flöten. Da wird schon mal der Verdacht laut, dass hier irgendein Journalist geschicktes Marketing betreibt um ein Buch zu vermarkten und vielleicht auch um Anteile von den Verkäufen der Salbe zu erhalten die 20 Jahre niemand produzieren wollte mit der Begründung: “Das lohnt sich einfach nicht!” Das man bei einer Sendung zum Thema “Schweinegrippe” auf einmal bei dem Thema “Neurodermitis” landet und dazu auch gleich einen Kollegen eingeladen hat der ein Buch verkauft: Hinterlässt so ganz nebenbei noch einen Beigeschmack der für mich bitterer ist als Schokolade mit 85% Kakaoanteil.
Und die Betroffenen? Die Eltern von neurodermitis erkrankten Kindern? Die Menschen, die ihr eigenes Leben enorm einschränken um das anderer auch nur ansatzweise ertragbar zu machen? Die sitzen voller Hoffnung vor den TV-Geräten, den Zeitungen und dem Internet und wissen nicht wie sie reagieren sollen. Hier wird ganz geschickt eine enorme Neugierde geweckt um anschließend ordentlich für Verwirrung und Verunsicherung zu sorgen.
Mir persönlich ist es scheißegal, ob diese Salbe wirkt oder nicht – auch wenn ich es Betroffenen mehr als gönne. Nicht scheißegal aber ist mir, dass ich als normaler Bürger mehr und mehr das Vertrauen in journalistische Arbeit verliere. Wenn ich mich bei Sendern wie RTL über so etwas informiere: Okay, die reden viel wenn der Tag lang ist. Und auch der gedruckten Version “Bild” muss oder sollte man nicht immer glauben schenken. Wenn aber bis dahin durchaus seriös agierende Sender wie ARD oder WDR anfangen zu wackeln: Macht es keinen Spaß mehr.
Inzwischen muss scheinbar jeder Bürger zu einem Hobbyjournalisten mutieren, um die Echtheit von Meldungen zu überprüfen, anstatt sich auf die intensive Arbeit der bezahlten Profis verlassen zu können. Wenn daraus aber unzählige Blogs im Internet resultieren, wenn in Foren diskutiert und in Chats gestritten wird: Dann heulen die studierten Journalisten dicke Krokodilstränen und sehen ihren Berufsstand in Gefahr. Das sie diesen allerdings selbst zum Zwecke der Quote oder Befriedigung des eigenen Egos bzw. Optimierung des Bankkontos ausverkaufen: Auf diese Idee kommen die Damen und Herren nicht. Ausserdem hackt ja eine Krähe keiner anderen ein Auge aus.
Ich wünsche in diesem speziellem Fall so manch verantwortlichen Journalisten (und nicht denen, die sich jetzt irgendwie selbst gar nicht als verantwortlich sehen) nichts Böses, aber wehe dem in der eigenen Familie gäbe es einen geliebten Menschen der nur noch als Mullmumie existieren kann weil sonst die Haut bis aufs Blut zerkratzt wird: Dann sähe das wohl alles ganz, ganz anders aus. “Hart aber Fair” hat für mich eine sehr große Menge an Glaubwürdigkeit seitens des Moderatoren und des Teams drum herum verloren. “Hart aber Fair” sollte sich hart aber fair dazu gerne einmal in einer Sendung zu sich selbst äussern und ebenso kritischen Fragen stellen für die man sich selbst gerne rühmt und verkauft.
Schlagwörter: ARD, Avocado, Öl, B12, Creme, Frank, Frank Plasberg, Hart aber Fair, Neurodermitis, Plasberg, Salbe, WDR
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26. Oktober 2009 von johnrest
Früher, da war nicht alles besser aber der “Tatort” als 20:15 Uhr Garant für spannende Unterhaltung. Seit etlichen Jahren habe ich meinen Fernsehterminplaner jedoch enorm entlastet und nutze ihn nur noch um mich an den Tatort aus Münster zu erinnern. Seit langer, langer, sehr langer Zeit endlich mal wieder ein Tatort der Spaß macht – ich ertappe mich nicht selten dabei, wie das Rätseln nach dem Mörder aufgrund des Unterhaltungswertes in den Hintergrund gerät.
Ein grandioser Jan Josef Liefers als schrullig-arroganter Gerichtsmediziner, ein Spätachtundsechziger Rebell als Kommissar und eine ungemein ansprechende Christine Urspruch als etwas zu klein geratene Assistentin von Kollege Liefers – sich ständig den zynischen Sprüchen des Chefs ausgesetzt sehend: “Alberich, jetzt gehen Sie mal erhobenen Hauptes unter meinen Schreibtisch und holen die Aktentasche!”. Herrlich. Ich könnte jetzt noch vieles mehr schreiben – will ich aber nicht. Einfach nur “Danke” an die Macher, danke dafür das ich langsam aber sicher darüber nachdenke doch GEZ-Gebühren zu zahlen!
Schlagwörter: Alberich, ARD, Axel Prahl, Christine Urspruch, Jan Josef Liefers, Krimi, Münster, Tatort
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26. Oktober 2009 von johnrest
Zugegeben: Flaches Wortspiel, von wegen Hauptsache und Hautsache. Aber mir fiel nichts besseres ein zum Thema “Neurodermitis” und die aktuellen Diskussionen um das durch viele Medien zum Wundermittel hochstilisierte Wundercremchen “Regividerm”. Ich habe ja an anderer Stelle schon meine Meinung zu dem Thema ungefragt in die Welt gebloggt, aber ich möchte da noch was zum Nachdenken ergänzen.
Also… irgendwie diskutieren auf einmal alle über Regividerm, der so viel Linderung (nicht Heilung!) versprechenden Salbe für Neurodermitisbetroffene. Diese Salbe hat natürlich auch eine Homepage:
http://www.Regividerm.de
Auf dieser Homepage kann man lesen, dass am 23.102009 schon etliche zehntausen Packungen Regividerm produziert und verpackt worden sind. So weit, so gut. Was mich jedoch wundert ist was man lesen kann, wenn man sich die Inhalte der Webseite “Regividerm.de” aus dem Jahr 1999 anschaut. Dank Seiten wie “Archive.org” lassen sich die früheren Inhalte von Webseiten wunderbar konserviert wieder aufrufen – und bei “Regividerm.de” sieht die Konservation dann so aus:
> Hier klicken
Klickt man nun auf den ersten, archivierten Eintrag von 1999, landet man auf folgender Internetseite:
> Regividerm.de von 1999
Auf dieser Seite lässt sich unschwer lesen (ich zitiere):
“Die Verwendung von Vitamin B12 in der Kosmetik, speziell zur unterstützenden Pflege von Neurodermitis und Psoriasis, ist erstmals von der Regeneratio Pharma AG genau untersucht worden. Die positiven Effekte sind durch unsere Ergebnisse belegt und weltweit patentgeschützt.”
Auch der Titel der Webseite ist eindeutig:
“Neurodermitis, Psoriasis – Das erfolgreiche Therapiekonzept der Regeneratio Pharma AG”
Glaubt man Wikipedia (was man vielleicht nicht immer sollte), dann wurde die “Regeneratio Pharma AG” im Jahr 2004 aufgrund einer Insolvenz von der “Regeneration Pharma GmbH” übernommen. Und nun sei doch einfach mal erlaubt zu fragen: Wenn ein Mittel für eine teils sehr belastende Krankheit wie Neurodermitis so gut funktioniert wie von manchen Medien dargestellt und zwecks Buchverkauf zum Titelthema gekrönt: Warum haben viele Betroffene davon in unzähligen Internetforen innerhalb der letzten 10 Jahre nicht diskutiert und das Mittel über den grünen Klee gelobt? Denn so wie ich das sehe, ist “Regividerm” schon lange, lange Zeit als Hautpflegeprodukt erhältlich.
Ist es nicht auch komisch, dass im Jahr 2000 auf der Webseite von Regividerm das Mittel selbst scheinbar keine intensivere Erwähnung mehr findet, aber nach Betroffenen gesucht wird? Schauen Sie selbst:
> Regividerm.de von 2000
Tja… und irgendwann nach dem Jahr 2000 (vielleicht zum Zeitpunkt der Insolvenz der “Regeneration Pharma AG”) war es dann vorbei mit Information und der Suche nach Betroffenen, denn da stand die Domain “Regividerm.de” zum Verkauf – wie man unter anderem hier aus dem Archiv des Jahres 2008 nachschauen kann:
> Regividerm von 2008
Aber wenn bereits 2004 die insolvente “Regeneration Pharma AG” durch die “Regeneration Pharma GmbH” übernommen wurde, warum lag die Domain dann einige Jahre zum Verkauf im Internet “herum”? Und das bei einem Mittel, welches schon im Jahre 1999 hat Erfolge versprechen lassen? Und wieso eigentlich ist die Domain seit mindestens 15.04.2009 (laut Denic.de) wieder im Besitz und Betrieb der “Regeneration Pharma GmbH”? Vielleicht weil sich zu dem Zeitpunkt schon Marketingstrategien in Vorbereitung fanden um das Mittel ordentlich zu puschen?
Ich weiß es nicht und kann es auch nicht beweisen, aber komisch ist das schon. Auch komisch finde ich, dass auf dem bisherigen Höhepunkt der öffentlichen Diskussionen ein sehr ausführlich gestalteter Artikel zu “Regividerm” bei “Wikipedia” plötzlich aufgrund von inhaltlichen Fragwürdigkeiten oder mangelnder Belege verschwindet. Hier der Artikel in der extrem abgespeckten Version (wo die ausführliche geblieben ist: Keine Ahnung):
> Wikipedia-Eintrag zu Regividerm aus Google-Cache
Und hier die Diskussion zu dessen Werthaltigkeit und Richtigkeit:
> Diskussion hier aufrufen
Also entweder ist das alles ganz anders wie ich das jetzt empfinde oder es ist genau so…
…komisch eben!
Schlagwörter: B12, Hautkrankheiten, Krankheit, Neurodermitis, Neurodermitissalbe, Niggemeier, Pharma, Plasberg, Regeneration, Regeneration Pharma GmbH, Regividerm, Salbe, Wundermittel, Wundersalbe
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27. Oktober 2009 von johnrest
Spätestens seit Cindy aus Marzahn wissen wir: Kinder und Jugendliche aus der ehemaligen DDR tragen nicht selten die exotisch weite Welt im Vornamen. Ob Kevin-Justin-Jason, ob Nancy, Sandy oder Mandy: Akkustische Farbkleckse im Plattenbaugrau. Aber den Vogel abgeschossen hat am 27.10.2009 eine Familie aus der Reihe “Mitten im Leben” auf RTL. Während die Eltern (der seit 20 Jahren arbeitslose Rudolf Gerschler und die Vollrentnerin Elfriede Gerschler) ihrem Alter und Aussehen angemessen getauft wurden, haben sie bei den eigenen Kindern die Liste möglicher Peinlichnamen vollends vergewaltigt. Vor allem im Zusammenhang mit dem doch so edlen Nachnamen “Gerschler” ergibt sich ein amüsantes Gesamtbild. Folgende Namen konnte ich aufschnappen, in Klammern dahinter jeweils die Lautschrift dem sächsischen Dialekt entsprechend:
Juanita-Lolita Gerschler (Jüänitö-Löliddö Gäschlö)
Lolita-Angelina Gerschler (Löliddo-Onschelinöh Gäschlö)
Jack-Gilbert Gerschler (Dschäck-Dschilböd Gäschlö)
Erinnert mich irgendwie an den Abspann eines drittklassigen Pornos…
… äh, sorry: Pörnöhs!
Schlagwörter: Angelina, Cindy aus Marzahn, Elfriede Gerschler, Gerschler, Gilbert, Jack, Jack-Gilbert Gerschler, Juanita, Juanita-Lolita Gerschler, Lolita, Lolita-Angelina Gerschler, Mitten im Leben, RTL, Rudolf Gerschler
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29. Oktober 2009 von johnrest
Fällt eigentlich nur mir das auf, oder wird die Qualität im Fernsehen immer schlechter? Und damit meine ich jetzt nicht die unzähligen Laienschmierdokusoaps die wie Pilze aus dem Genitalbereich schiessen sondern lange etablierte Formate. Das reicht von Schnittfehlern über Untertitelfehler, Rächtschraipfählan und teilweise ganzen Logikzerhackungen. Die zerschossene Scheibe eines Polizeiwagens die 3 Einstellungen weiter wie durch ein Wunder wieder intakt ist: Ein Klassiker. In der Branche nennt man das so wie ein Handwerker schief geklebte Fliesen: “Das guckt sich weg” oder auch “Das verspielt sich”. Natürlich rechnet man bei vielen Produktionsfirmen auch schlicht mit der Oberflächlichkeit der Zuschauer – wenn es knallt und explodiert, wenn es mit 200 km/h durch die Stadt geht, wenn pralle Titten in heißen Schlitten blitzen: Wen interessiert da schon eine Autoscheibe mit Selbstheilungskräften?
Ich kann ja auch verstehen, dass einzelne Sender sparen müssen und mit Ausschreibungen nicht die beste Produktionsfirma engagieren sondern meist die billigste. Das man sich damit auf Dauer seine Zuschauer verprellt: Egal. Zuerst flüchten wahrscheinlich die etwas Anspruchsvolleren und für die wird Massenfernsehen ja gar nicht produziert, für so ein Volk gibt es Arte oder 3Sat. Selbst Peinlichkeiten werden nicht mehr herausgeschnitten, nicht selten erhascht das geübte TV-Auge hilfesuchende Blicke von Moderatoren die mitten in der Moderation merken: “Was ich da erzählt habe, gibt keinen Sinn, weil eigentlich sage ich das in der Abfolge der fertig geschnittenen Sendung ja am Anfang und nicht wie jetzt am Ende!”
Da wird dann kurz unprofessionell neben die Kamera geschaut (da hocken meist die unterbezahlten Realisatoren die ihr ganzes Leben auf den Anruf aus Hollywood warten) und auf eine Reaktion gewartet. Kommt ein heftiges Winken bedeutet das: “Weitermachen, das basteln wir schon irgendwie zusammen, diese scheiß Produktion kostet ein Schweinegeld!” Ja, auch ich mache Fehler, davon wird man ohne lange zu suchen eine Menge in meinen Texten finden – allerdings verdiene ich auch kein Geld durch Werbung und muss auch nicht auf die Quote achten.
Wer übrigens Spaß an solchen Fehlern im Fernsehen (oder Kino) hat, sollte mal hier vorbeischauen:
http://www.dieseher.de/
und
http://www.fehler-im-film.de/
Von der vergessenen Armbanduhr in einem Mittelalterfilm bis hin zu vor Wänden knallende Autos die Sekunden später wieder blitzeblank den Bösewicht verfolgen: Alles dabei! Und wer auf Fehler in Texten und Veröffentlichungen steht, klickt einfach mal hier – ein bekennender Lägasthänicker wie er im Buche stehen tut.
Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Fernseher!
Schlagwörter: 3Sat, ARD, Arte, Dmax, Fehler, Fernsehen, Kabel1, Moderation, Moderatorin, Modertor, Pro7, Qualität, RTL, RTL2, Sat1, Schnitt, Vox, WDR, ZDF
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30. Oktober 2009 von johnrest
Schön ist`s, wenn Peter Zwegat Finanzen analysiert, wenn Katja Saalfrank Erziehungsfehler saniert oder Christian Rach Restaurants restauriert. Diese drei Namen fallen mir spontan als die Leitgesichter für helfendes Fernsehen ein. Und natürlich werden erfolgreiche Formate nach einigen Wochen der Quotenbeobachtung von anderen Sendern kopiert. Dann kommt auf einmal ein helfender Hagen aus dem Nichts oder Küchenprofis im lustig beklebten VW-Transporter mit eingebautem Bücherregal um die Ecke. Wenn das Budget eines Senders aber arg gebeutelt und die Gier nach Quote besonders groß ist, darf auch schon mal bei Rudis Resterampe eingekauft werden.
So schickt das TriTraTrulala-Magazin “SAM” regelmässig einen Herrn Andreas Wendt durch angestaubte Friseursalons und lässt ihn mit einer recht gestellt wirkenden Härte durchgreifen – alles im Sinne des Erfolges. Und immer wenn Herr Wendt (der meiner Meinung nach versucht, sämtliche Vorurteile gegenüber männlichen Friseuren erfolglos zu kaschieren) einen Salon nach immer gleischem Schema saniert und aufgemotzt hat, neigt er zur indirekten Selbstbeweihräucherung: “Ist wirklich toll geworden!” Auch die Namen, die er sich für das ehemalige “Haarstudio Uschi” oder “Monis Salon” einfallen lässt, strotzen nur so vor Kreativität. Ich glaube, es gibt keine andere Branche in der so viel billige Wortspiele betrieben werden als in der Coiffuersgilde – hier nur mal ein paar “pfiffige” Auszüge:
- Haargenau
- Haarscharf
- Haarspalterei
- Cutty
- Cut`n`go
- Feinschnitt
- Schnittmuster
- Struwelpeter
- SchnippSchnapp
- Kopflos
- Headhunter
Fazit: Würg! Wenn Andreas Wendt durch Deutschland tourt bleibt zu befürchten: Sämtliche Friseursalons werden zu einheitlichen pseudomodernen Haarstudios umfrisiert (wollte auch mal ein Wortspiel einbringen), alle mit der Optik eines Bewerbungsfotos für den Ikea-Katalog, Abteilung “Freches, junges wohnen!”. Aber eines, dass kann man Herrn Wendt zu Gute halten: In das Niveau der Sendung für die er agiert passt er wie der Arsch auf den Eimer, die Faust aufs Auge, die Schuppen zum Haar, die Lockenwickler zur Dauerwelle…
Schlagwörter: Andreas Wendt, Christian Rach, Friseur, Friseuse, Hagen hilft, Hilfe vom Profi, Katja Saalfrank, Peter Zwegat, Pro7, Raus aus den Schulden, Restauranttester, Sam, Supernanny
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30. Oktober 2009 von johnrest
Kurzfristig geisterte der melancholisch-dauerverstimmte Trällerbarde Xavier Naidoo durch die Medien um offen zuzugeben: “Ja, ich wurde als Kind missbraucht!” Das ist mit Sicherheit nichts, was ich irgendeinem gönne und es liegt mir fern, mich über Betroffene lustig zu machen. Und vielleicht will Herr Naidoo mit seinen öffentlichen Bekenntnissen in höchst seriösen Medien wie der Bild-Zeitung auch nur Mut machen, ohne irgendwelche Marketinggedanken. Aber es will mir nicht der Gedanke aus dem Köpfchen weichen, dass meinen (und anderen) Ohren einiges erspart geblieben wäre, wenn Herrn Naidoo das Missbrauchsschicksal erspart geblieben wäre – denn irgendwie habe ich seit Jahren das Gefühl, dass Herr Naidoo sich in einer Dauermusiktherapie befindet.
Andererseits kann das alles auch dafür der Beweis sein, dass man selbst aus den schlimmsten Erlebnissen noch etwas Positives (z.B. Geld?) heraus holen kann. Wo wären nur die ganzen HipHopper, Rapper und Gangstars ohne brennende Blechtonnen in den Hinterhöfen der Plattenbauten in sozialen Brennpunkten – ohne trinkende Mütter und prügelnde Väter, ohne täglichen Überlebenskampf auf der Straße? Und vor allem: Würden wir dem verwöhnten Millionärssohn sozial-kritische Texte über Arbeitslosigkeit, Gewalt und Missbrauch abnehmen?
Schlagwörter: HipHop, Melancholie, missbrauch, Musik, Rap, Söhne Mannheims, Xavier Naidoo
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30. Oktober 2009 von johnrest
Die Journalistengilde sieht sich in Gefahr: Immer mehr Privatpersonen ergießen sich täglich in eigenen Blogs und schleudern in die Welt was mal mehr, mal weniger interessiert. Und manchmal finden die Blogger mehr heraus als unterbezahlte Journalisten. Und genau da liegt ein aktuelles Problem: Immer mehr Journalisten bekommen immer weniger Geld für ihre Arbeit – und eben diese Arbeit muss darunter leiden, zumindest die Qualität der Arbeit. Da wird dann eben nicht mehr so intensiv recherchiert oder ausführlich berichtet sondern an der Oberfläche gekratzt. Dabei beklagt doch so manch journalitisches Katzengejammer genau diese Oberflächlichkeit des bloggenden Pöbel, getreu dem Motto: “Wozu habe ich eigentlich studiert und Jahre meines Lebens geopfert, wenn heute an jeder Ecke irgendwelche Hobbyjournalisten ihren Müll veröffentlichen dürfen?”
Wenn die geopferten Jahre auf dem Weg zum Profi dann nicht mehr für ein menschenwürdiges Leben ausreichen, reichen sie zumindest für eines: Das Wissen um die Möglichkeiten auf anderem Wege an Geld zu kommen. Denn wo so manch unbedarfter Schreibtischhobbyjournalist seine Gedanken zu Monitor bringt, lauert hinter manchen Ecken die Gefahr in Form von Anwälten. Mit dem einen Zweck: Abmahnen! So z.B. in diesem aktuellen Fall. Besonders ekelig wird es, wenn lauthals um Meinungsfreiheit flehende Journalisten dann noch Blogbetreiber abmahnen und zur Kasse bitten, wenn diese sich das Recht auf freie Äusserung der Meinung zu Nutze machen – dumm genug zu glauben das dies der Deutschen höchstes Gut wäre. Da verwundert es nicht, wenn mehr und mehr Blogger zur Anonymität neigen weil sie kein finanzielles Sicherheitspolster ihr Eigen nennen mit dem Sie verarmten Berufsjournalisten oder frisch examinierten Anwälten ohne ausreichend Klienten den Lebensunterhalt finanzieren.
Übrigens: Was die meine Gedanken und freie Meinungsäusserung auslösende Frau Eva C. S. (ich trau` mich nicht den Namen auszuschreiben, zu wenig Geld auf dem Konto) über all` das denkt: Gibt sie hier zum Besten - und das vermutlich ganz ohne Honorar – es sei denn: Sie mahnt sich selber ab, was auch mal ein berichtenswertes Novum in der Presselandschaft darstellen dürfte.
Und wer will, kann hier noch ein wenig Ursprungsforschung betreiben um sich ein vielleicht stimmigeres Gesamtbild zu malen. Eine weitere, direkte Reaktion auf den Vorgang darf man dann noch entspannt hier einsehen – wenn man denn will.
Vielleicht ist das ganze aber auch eine höchste egoistische Marketingstrategie: Kleine Skandälchen erschaffen in der Hoffnung das darüber berichtet und der eigene Name für einen Moment in aller Munde (oder Tastatur) ist. Wie im Stehen pinkelnde Männer die empört neben ihrer Frau vor der vollgesabberten Klobrille mit den Worten stehen: “Schweine gibt es, also wirklich!”
Manchmal kann ich gar nicht so viel schreiben wie ich kotzen möchte!
Edit / Nachtrag: Ring frei für weitere Runden, Frau E. C. S. reagiert inzwischen gewohnt herablassend aus der sicheren Distanz, versteckt hinter einem Monitor – ob in Schlafanzug oder Nachthemdchen: Bleibt unklar. Ich für meinen Teil sitze gerade in Unterhose und Socken um 05.36 Uhr vor dem PC und hab: Spaß!
Schlagwörter: Blog, bloggen, Eva C. Schweitzer, Journalisten, Niggemeier, Presse, Stefan Niggemeier
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31. Oktober 2009 von johnrest
Wo früher Peter Lustig den Kindern die Welt erklärte, turnt nach dessen Renteneintritt irgendein ehemaliger Nebendarsteller aus solchen Sendungen wie “Ladykracher” (Sat 1, mit Anke Engelke) durchs Bild. Verpasst hat man ihm in einem wohl Monate andauernden Brainstorming den höchst kreativen Namen “Fritz Fuchs”, nach weiteren Monaten intensiven Bastelns muss dann auch Fritze Fuchsens Hund “Keks” das Licht der Fernsehwelt erblickt haben. Da war mir die sprechende Geige mit den Tischtennisballaugen und Puppenarm bei Peter Lustig irgendwie sympathischer, hing sie doch ach so vertraut fast Jahrzehnte links neben dem Eingang des blauen Bauwagens.
Nun gut, die Zeiten ändern sich, auch Urgesteine der Kinderunterhaltung brauchen irgendwann einmal einen frischen Anstrich – wie auch schon die “Sendung mit der Maus” erfahren durfte in der seit längerem dieser unsäglich arrogant wirkende Brillenstreber durchs Programm nervt - nebenbei moderiert er auch “Wissen macht Ahh…!”. Aber genug der Persönlichkeiten, denn eigentlich wollte ich nur bemerken was ich bemerkt habe. Nämlich: Auch Peter Lustig bzw. Fritz Fuchs sind Einschaltquotenabhängige. Und damit die Quoten stabil bleiben, hat man Lustigs Nachfolger am Ende einer jeden Sendung auch gleich den legendären Satz untersagt: “So, für Euch ist es jetzt Zeit zum… na, Ihr wisst schon: Abschalten!”.
Manchmal… als Kind… wenn ich mutig war… habe ich den Fernseher rebellisch extra nicht ausgeschaltet. Aber der Peter hat es oft genug bemerkt, denn er drehte sich noch mal ins Bild mit den Worten: “Was? Ihr seid ja immer noch da, jetzt aber abschalten!”. Eine solche Aufforderung (deren Äusserung eigentlich die Hauptaufgabe von Eltern sein sollte) zum Abschalten wäre in den aktuellen Zeiten ja schon fast mit strafrechtlichen Konsequenzen verbunden. Bleibt zu hoffen, dass in 20 oder 30 Jahren die dritte Generation “Lustig” (vermutlich ein ehemaliger Talkshowmoderator mit Namen “Karl Kater”) nicht brüllt:
“Wer jetzt abschaltet, bekommt von Mami und Papi aber mal richtig den Arsch versohlt! Also bleibt dran, nehmt das Telefon Eurer Eltern und macht mit beim Anrufgewinnspiel für nur 1,99 Euro pro Anruf oder sendet eine SMS für nur 3,99 Euro. Zu gewinnen gibt es einen Playmobil Bauwagen!”
Früher war Manches doch besser!
Schlagwörter: Abschalten, Bauwagen, Fritz Fuchs, Herr Paschulke, Keks, Kinderfernsehen, Peter Lustig, ZDF
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1. November 2009 von johnrest
Florian Schröder geistert neuerdings durch alle möglichen TV-Formate um uns konsumierendem Pöbel die politische Welt auf lustigem Niveau zu erklären. Gefeiert als Jungstar in einer Szene die zunehmend veraltert und nicht mehr wirklich viele, sehenswerte Größen zu bieten hat: Politisches Kabarett. Was ein Mario Barth für die Comedyszene scheint ein Herr Schröder für politisch-humoristische Einlagen. Allerdings nervt mich bei Herrn Schröder die Tatsache einer gefühlten Dauerhyperaktivität und Hektik, gepaart mit dem Zwang überall ungefragt seine Parodien ableiern zu müssen – und die auch noch grottenschlecht. Wenn Schröder auf Michel Friedmann macht, klingt das wie ein undefiniertes Gematsche, wenn er uns Kanzlerin Merkel imitiert sieht er aus wie kurz vor dem Stuhlgang – und hört sich irgendwie auch so an. Da bevorzuge ich lieber jemanden der eine Sache richtig kann als viele Sachen gar nicht – oder nur in der eigenen Überzeugung von Können. Herr Schröder scheint nicht wirklich Kabarett aber auch nicht wirklich Comedy, weder Fisch – noch Fleisch. Vielleicht versucht er aber auch nur ein neues Genre zu etablieren:
Kabady oder Comerett?
Schlagwörter: Comedy, Comerett, Florian Schröder, Friedmann, Humor, Kabady, Kabarett, Merkel, Parodist, Politik, Schäuble, Westerwelle
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1. November 2009 von johnrest
Nun ist es so weit: Das Traditionsversandhaus Quelle wurde vollends in den Ruin gewirtschaftet, mehrere Tausend Mitarbeiter verlieren teils ohne Vorwarnung ihren Job. Und wir? Bedauern das natürlich aus tiefem Herzen, gehört sich doch so in einer moralisch anständig geprägten Gesellschaft. Und weil wir so viel Mitgefühl haben, wollen wir natürlich dabei helfen den verbliebenen Mitarbeitern wenigstens ausstehende Löhne für ein behagliches Weihnachtsfest mit der Familie zu sichern – dem wohl letzten vor der Arbeitslosigkeit. Ausserdem: Wer muss nachher die Arbeitslosen- und Hartz4-Gelder finanzieren? Wir, das Volk – mit unseren Steuern. Nein, nein, nein – das darf nicht sein. Dann doch lieber Steuern sparen und das machen, was in den letzten Jahren hätte schon längst passieren können: Ordentlich einkaufen. Seit 06:00 Uhr wird zurück geklickt – leider ohne Erfolg. Die Webseite Quelle.de ist restlos überfordert, nichts geht mehr.
Dabei gilt es, 18 Millionen Artikel an den Mann, die Frau und irgendwelche Restpostenkönige zu verramschen, von vielen Hobby- und Ebayhändlern ganz abgesehen. Und natürlich legt man diesen medial groß angekündigten Leichenschmaus auf einen Sonntag, da sitzen die meisten gelangweilt zu Hause rum bzw. haben die Zeit sich im Internet aufzuhalten. Und was passiert? Nix. Oder wenig, zu wenig? Man stelle sich mal eine gewaltige, ungeduldig mit den Hufen scharrende Horde drängelnder Menschen vor die sich in unendlicher Gier auf Schnäppchen vor einer viel zu kleinen Eingangstür tummelt. Ein paar quetschen sich rein bis wirklich der letzte Quadratmillimeter Ladenfläche befüllt ist, der Rest verstopft den Eingang und macht: Dicht! Allerdings schaffen es die im Laden befindlichen auch nicht wirklich etwas abzustauben – weil: Es ist keinerlei Bewegung möglich, weder vor oder zurück, weder nach rechts noch nach links.
Da soll wenigstens noch etwas gerettet werden, genau das geht dann vermutlich nach hinten los. Prima Sache, oder? Und dann schauen Sie genervt, aggressiv und traurig aus der Wäsche – die vielen Aasgeier mit vor Gier blitzenden Augen, die teilweise Dinge kaufen wollen die sie gar nicht brauchen – hauptsache es ist billig. Dabei gäbe es viele der reduzierten Waren immer noch weit billiger bei anderen Anbietern, aber wozu nachdenken? Nein, dem Herdentrieb folgen, Urinstinkte aktivieren und ab auf die Jagd. Ab Montag, dem 01.11.2009 geht der Kampf dann in die nächste Runde: Dann können wir alle in den vielen, noch vorhandenen Quelleshops aktive Sterbehilfe leisten und der Sterbenden unnötig Ballast vor dem letzten Abgang abnehmen. Dabei bitte immer darauf achten, ein betroffenes Gesicht zu machen, so aus Gründen der bereits erwähnten Moral und des Anstandes gegenüber dem Pflegepersonal – also den Quelle-Mitarbeitern.
Die müssen immerhin mit anschauen, wie wir mit dem Geld die besten Leichenstückchen zu ergattern versuchen das sie selbst wohl bald nicht mehr haben werden. Beim Bezahlen der vermeintlichen Schnäppchen kann man dann ja noch ein “Wirklich schlimm, was bei ihnen passiert!” verlogen mit auf den Weg geben um dann zu Hause mit einem süffisanten Grinsen der Zufriedenheit den neuen LCD-Fernseher anzuschließen. Manchmal kotzen mich Menschen an wenn sie in großen Massen auftreten und sich um 50-Cent-Artikel am Wühltisch prügeln, aber aus rein sozial-psychologischer Sicht immer wieder ein Genuss das Tier im Menschen beobachten zu dürfen – nur im Gegensatz zu den Quelle-Mitarbeitern habe ich einen enormen Vorteil: Ich kann weggucken!
Ruhe in Frieden….
Schlagwörter: Aasgeier, ALG2, Arbeitslos, Ausverkauf, Überlastet, Hartz4, Insolvenz, Katalog, Menschen, Mitarbeiter, Pleite, Quelle, Quelle.de, Schnäppchen, Server, Shop, Steuern, Technikcenter, Versandhaus
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3. November 2009 von johnrest
Dreh Dich nicht um – die Schweinegrippe die geht um! Ein Thema in fast aller Munde, im direkten und im übertragenen Sinne. Höchste Ansteckungsgefahr, gefährliche Folgen, vielleicht mutierende Viren, kommendes Massensterben – das jedenfalls entnehme ich als Fazit dem Medientreiben rund um das Schlagzeilenthema Schweinegrippe. Allerdings entnehme ich diesem Treiben auch so etwas wie Panikmache und (schlimmer noch) ein geschäftlich betrachtet emsiges an die Impfspritzen locken. Fast wirkt es so, als wolle man uns mit aller Gewalt zur Impfung prügeln… als die Impfaktionen anliefen: Gähnende Leere in den Wartezimmern und Vorräumen, trotz mutiger Reporterund Reporterinnen die sich SELBSTlos im SELBSTversuch die Nadel in den Oberarm haben bohren lassen – allerdings recht allein auf weite/r/n Flur/en.
Dann folgen täglich neue Meldungen von Menschen, die kerngesund aus dem Leben gerissen wurden, dahin gerafft von der Schweinegrippe. Die Medienkonsumenten bewegen ihre Ärsche zwar schon etwas unruhiger auf der heimischen Couch, aber der richtige Boom bricht immer noch nicht aus. Also ein paar Schippchen nachgelegt, noch ein paar Tote – und siehe da: Jetzt stehen die bereits geimpften Reporter und Reporterinnen neben schier unendlich langen Warteschlangen und berichten fast ein wenig hämisch etwas von “Die Angst scheint größer zu werden, immer mehr Menschen finden sich zur Impfung ein!” (Endlich!).
Ich habe hier ja schon an anderer Stelle meine Eindrücke zum Thema vermittelt, aber so ganz langsam nimmt das bizarre Formen an. Oder (um beim Thema zu bleiben): Krankhafte Züge. Wenn ich richtig recherchiert habe, dann sterben alleine in Deutschland pro Jahr 8.000 – 11.000 Menschen an einer stinknormalen 0815-Grippe – und diese Menschen hatten mit Sicherheit nicht alle irgendwelche lebensbedrohlichen Vorerkrankungen oder einen geschwächten Organismus. Bisher habe ich dazu aber nichts von einer Massenpanik und medialen Mobilisierung bemerken können. Da liegt die Vermutung nicht fern, dass Pharmaindustrie und Medienanstalten einen Deal abgeschlossen haben: “Ihr schürt Panik, habt was zu berichten, bekommt Einschaltquoten – und wir verticken endlich unser Zeug das wir vorsorglich in großen Mengen produziert haben!”
Stufe 2 wäre dann eine irgendwan eintretende Verknappung der Impfvorräte – idealer Weise kurz vor dem Höhepunkt der Impfwelle – so kann man dann noch den Preis ein wenig in die Höhe treiben. Vielleicht erliege ich hier auch irgendwelchen Weltherrschaftsfantasien oder einem gesellschaftlichen Verfolgungswahn. Aber vielleicht auch nicht. Sollte mich die Schweinegrippe dahin und in einen schlichten, schneeweißen Sarg raffen: Sind alle meine Gedanken zu dem Thema automatisch zurück genommen und ich werde kein Wort mehr darüber verlieren.
Ganz sicher versprochen!
Schlagwörter: Grippe, H1N1, Heiserkeit, Husten, Hysterie, impfen, Impfung, Influenza, Medien, Panik, Schnupfen, Schweinegrippe, Schweineinfluenza, Symptome, Tod, Tot, Viren, Virus, Vogelgrippe, Volksimpfung
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3. November 2009 von johnrest
Wissen Sie, wo ich gerade herkomme? Von der Toilette, ich musste kotzen und mich fremdschämen. Aber nicht wie sonst üblich fremdschämen für Menschen IM Fernsehen sondern für die Menschen VOM Fernsehen. Auslöser meiner Würgereize mit extrem bitterem Nachgeschmack: RTL Explosiv vom 03.11.2009 – die Moderatorin setzt ihr betont kritisches Gesicht auf und verkündet etwas von “brisantes Experiment” und scheint nicht wenig stolz darauf, dass Sie dieses Expereiment ankündigen darf. Bedingt durch die aktuellen Debatten um die Aussagen des Bürgermeisters von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowski, dass viele Hartz4-Empfänger ein vom Staat geplantes Betreuungsgeld in Höhe von 150 Euro nur versaufen würden, konnte RTL einfach nicht anders als das “Experiment zu wagen”. So wie RTL sich immer an Experimente mit versteckter Kamera wagt. Schlechtes Essen, dreckige Toiletten, unfreundliche Verkäufer: RTL scheint in jeder Körperöffnung von Reportern Kameras implantiert zu haben um Missstände aufzudecken – nur in den eigenen Redaktionsräumen dürfte man garantiert niemals eine Kamera finden, obgleich dort wohl eine ganze Serie von Missständen auf den Tischen liegt und vor den Tischen sitzt!
Dann läuft der Beitrag an, von dunkel-tragischer Musik unterlegt werden Plattenbauten, dreckige Hauseingänge und versiffte Klingelschilder gezeigt. Die Sprecherstimme zieht das ganze noch weiter ins Extreme: “Sie leben am Rande der Gesellschaft, in Plattenbauten!” – das nur ein kleiner Auszug dessen was den gemeinen Hartz4-Empfänger als den Aussetzigen hinter Sozialbaugittern darstellen soll. Und dann wedelt der Reporter von RTL mit 150 Euro vor einigen Nasen vermuteter Hartz4-Empfänger (wer in so einem Plattenbau wohnt kann ja nur Hartz4 empfangen) und fragt: “Wenn ich Ihnen das jetzt schenke, was machen Sie dann damit?” Wie ein Äffchen im Zoo, das vor Freude Saltos schlägt wenn man eine Banane hinhält: “Na, willst Du die Banane haben? Willst Du? Ja komm fein her, schau mal was ich da habe, na, na, kooooommm her…!”.
Nach der Übergabe des unerwarteten Geldsegens legt sich dann jemand mit versteckter Kamera auf die Lauer und startet dieses menschenunwürdige (A)sozialexperiment. Was werden die asozialen Plattenbauäffchen jetzt nur mit dem Geld anstellen? Und siehe da: Beim Einkaufen erwischt der Reporter doch einen Hartz4-Empfänger dabei, wie er einen 6er-Pack Bier kauft. Mit offener Kamera wird dann wieder gefragt: “Und? Was haben Sie von dem Geld eingekauft?” Präsentiert werden Lebensmittel, Spielzeug fürs Kind und: 1 Flasche Bier. Der Reporter fragt nach, fast wie ein Polizist bei der Vernehmung, mit dem erniedrigenden Klang eines Folterers: “Na, und Sie haben WIRKLLICH NUR EINE FLASCHE Bier gekauft?” Das Asi-Äffchen antwortet leicht verschüchtert: “Ja, wirklich!”. Aber der auf mich inzwischen asozialer als die Befragten wirkende Befrager lässt nicht locker: “Sind Sie sich da wirklich sicher?” Nach langem Drängeln und dem Hinweis, dass man gegenteilige Beweise auf Band hätte, gibt der Hartz4-Mann zu: “Ja, war ein Sechser-Pack!”
Und auch die anderen Familien hatten Alkohol im Einkaufskorb: Einmal eine Flasche Sekt um eine in Kürze anstehende Geburt zu begießen und die anderen 4 Flaschen Bier um den unerwarteten Geldsegen zu feiern. Fazit für den RTL-Reporter: “Zurück bleiben gemischte Gefühle!” Sollte es denn wirklich stimmen, was Herrn Heinz Buschkowski inzwischen sogar eine Strafanzeige eingebracht hat: Die Unterschicht versäuft das Geld der armen Kinder? Oder war das nur ein Zufall? Bei mir jedenfalls hinterlässt RTL mehr und mehr ein ganz klares Gefühl: Abschalten! Darauf geschissen das es durchaus noch ansehnliche Formate gibt, aber mit dieser Art von für mich kranken Berichterstattungen und der Ausnutzung von Menschen am “Rande der Gesellschaft” verliert RTL für mich das letzte bisschen Fünkchen Anstand. “Widerliches Drecksgeschmiere” möchte ich da fast hinausrufen, aber das wäre wohl zu viel der Emotionen. Aus diesem Grund werde ich diese Gedanken auch nicht Korrektur lesen sondern mit allen emotional verursachten Schreibfehlern stehen lassen! So, ich gehe mir jetzt die Zähne putzen…
…um diesen kotzigen Geschmack los zu werden.
Schlagwörter: ALG2, Arbeitslose, Asozial, Bericht, Berlin, Buschkowski, Experiment, Explosiv, Hartz4, Heinz Buschkowski, Neukölln, RTL, Unterschicht, versteckte Kamera
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5. November 2009 von johnrest
Schlagwörter: Ballermann, DJ Ötzi, Ein Stern, Ich bau Dir ein Schloss, Jürgen Drews, König von Mallorca, Liedklau, Musik, Nick P., Peter Maffay, Schlager, Und es war Sommer
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6. November 2009 von johnrest
Häää? Nein, ich habe keine Tabletten genommen, der Titel passt schon. Ich wende mich hier mal an alle 30 bis 40-jährigen. Wir kennen die Zeit ohne Internet noch zu gut, Zeiten in denen man draussen gespielt, sich die Kniee wund geschlagen und die Finger vollgesaut hat. Buden bauen, auf Sandbergen herumbuddeln und manchmal auch mit den Mädchen aus der Nachbarschaft Hüpfkästchen oder Gummitwist spielen.
Ich erinnere mich gerne an die Zeit, weil: Sobald die Schule aus und die Hausaufgaben nicht gemacht waren ging es raus, da war immer irgendein Kumpel unterwegs und versauerte nicht vor einer stupiden Blechkiste ohne Tageslicht und Vitamine im Internet. Computertechnisch gab es nur ein Versauern vor der ewig ladenden Datasette der ersten Heim-PCs, meiner war ein VC20, besser verdienende Eltern kauften ihren Sprößlingen einen C64 oder einen Amiga 500. Outsider tippten später auf einem Atari 1040 ST, noch heute gern genutzt als Musikmaschine im Midi-Bereich – aber zu viel des Fachwissens.
Was früher aber schon genau so gemacht wurde wie heute: Mit Kugelschreibern oder dem guten Lamy-Füller spielen – bei dem konnte man die Kappe mit dem Clip um 90 Grad verdrehen (also eine Vierteldrehung weg vom Tintenfüllstandssichtfenster) um den stehenden Stift mit einem leichten Antippen einen Salto um oder über eben diesen Clip machen zu lassen. Gerne drehten und fuchtelten wir auch wild mit dem Bleistift zwischen den Fingern im Unterricht umher, was so manche Zwangspause vor der Klassentür einbrachte. Heute nennt man das “Penspinning“, veranstaltet damit weltweilt Wettbewerbe (sorry, “Contests”) und lädt den ganzen Nonsens ins Netz.
Okay, wir hatten früher halt keine Handys, geschweige denn Digitalkameras und schon gar nicht beides in Einem. Und selbst wenn: Wo hätten wir unsere Videos hinladen sollen? So ganz ohne Internet für die breite Masse? Das damals aktuelle BTX reichte gerade mal für ein paar Strichmännchen in Videotextqualität. Wir mussten unseren Bewegungsdrang anders ausleben, z.B. durch selbst gebastelte Abenteuerstrecken auf Baustellen. Rennen, hüpfen, schwingen, rollen, robben, kriechen – heute nennt man das “Parkour“, veranstaltet damit weltweit Contests und… ach, Sie wissen schon!
Wie schon erwähnt, hüpften vornehmlich die Mädchen auf irgendwelchen Unterhosengummis herum, allerdings ohne Unterhose dran und etwas länger – genannt “Gummitwist”. Und schon damals galten die als besonders geschickt, die auf einem lang und dünn in etwa 50cm Höhe (oder mehr) gespannten Gummi ohne daneben zu treten balancieren konnten. Dabei musste das (der?) Gummi vorsichtig mit jedem Schritt richtung Boden gedrückt werden und durfte nicht am Fuss vorbeiflitschen. Heute hat man die Gummis durch stabilere Materialien ersetzt und nennt das ganze leicht abgeändert “Slackline” um damit weltweit… Genau!
Vom Zauberwürfel, denn wir nach einigen Monaten Tüftelei schon als 10- oder 12-jährige in kurzer Zeit gelöst hatten (ohne ihn zu zerlegen und neu zusammen zu bauen) will ich gar nicht erst anfangen. Damals der Horror aller Lehrer durch stupides klacken und ratschen unter den Schultischen – wir kamen eben noch nicht auf die Idee die Teile mit Silikonöl einzusprühen und das ganze wie heute “Speedcubing” zu nennen um damit….. ach, drauf geschissen.
Wir konnten damals sogar noch ohne Leistungsdruck ins örtliche Dorfhallenbad fahren und testen, wer die gerade zu gigantische, über 80 Meter lange Wasserrutsche am schnellsten runterkam. Und das ohne in einem national agierenden Speedrutschen-Verein eingetragen zu sein. Und selbst damals zogen wir uns die Badebuchsen schon zwischen die knabenhaften und noch von Natur aus unbehaarten Arschbacken – um möglichst schnell unten anzukommen. Heute werden derartige Tricks in irgendwelchen Wissenssendungen verwurstet, allen voran “Galileo” auf Pro 7.
Fertig mit Rutschen rannten wir dann zum 3-Meterturm mit nur einem Ziel: Die ca. 8 Meter hohe Decke des Hallenbades nass zu spritzen mittels diverser Arschbombentechniken. Als unfreiwilliger Schiedsrichter agierte der auf seine Rente wartende Bademeister, weil: Wurde die Decke zu nass flog man raus und hatte stolze 3 Tage Hallenbadverbot. Und heute? Nennt man das Splashdiving.
Die Jugend heute rühmt sich damit, tolle Trends erfunden und etabliert zu haben. Trends, die wir schon vor 20 Jahren zur stinknormalen Belustigung genutzt haben ohne dies der weiten Welt mitteilen zu wollen (und auch nicht zu können). Heute mutiert scheinbar jeder Kleinkram zum Trend, ein Zeichen für die extreme Langeweile. Packt das Kamerahandy mal für einen Tag ein und geht raus – ihr wisst schon, draussen ist da wo es so etwas wie Luft gibt – die tut euch nicht weh.
Ich gucke mir jetzt noch ein Video auf einer antiken VHS-Kassette an – damals hat mich mein Vater gefilmt wie ich und meine Kumpels mit einem selbst gebastelten Cross-Mofa auf dem stillgelegten Gelände einer Holzfabrik über Hügel gehüpft sind. Okay, heute nennt man das “Freestyle Cross”. Aber wir damals? Wir hatten ja nix, noch nicht mal Englisch in der Schule um jeden Scheiß zu verinternationalisieren. Wir sind ohne SMS so richtig in Echt zu unserem Kumpels gegangen und haben gefragt: “Kommst`e mit, bisschen durchs Gelände hüpfen?
Nur eines ist damals wie heute kein Trend: Nase popeln. Oder?
Schlagwörter: Amiga, Amiga 500, C64, Commodore, Datasette, Galileo, Handy, MMS, Parcours, Parkour, Penspinning, Slackline, SMS, Speedrutschen, Speedstacking, Splashdiving, Trends, VC20, Video, Wasserrutsche, YouTube
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10. November 2009 von johnrest
Nein, das ist nicht der Titel einer neuen Dokusoap im Privatfernsehen – das ist der Titel schon lange laufender Realität querbeet durch die Senderlandschaft. Allen voran RTL scheint Freude am Spannen und Moralisieren zu haben, am Aufdecken schier unglaublicher Missstände und ein klein wenig Stasitum ist vielleicht auch mit dabei. Reporter werden mit versteckten Kameras in (absolut unauffälligen!), dicken Brillen, Taschenverschlüssen oder Mantelknöpfen auf das unschuldige Volk gehetzt um selbiges zu warnen, zu informieren und manchmal auch einzuschüchtern. Gern werden aktuelle Meldungen zur moralischen Rechtfertigung missbraucht, so z.B. berichtet RTL von einem Kind das von Erwachsenen fast in den Tod getrieben wurde durch Verabreichung von Alkohol – nicht unter Zwang, vermutlich aus einem dubiosen Spaß heraus oder aufgrund fehlender Verantwortung. Selbstverständlich hat RTL dann gleich einen Reporter zum Teilzeit-IM mit Decknamen “Saufen” ernannt und mit allerlei versteckter Technik ausgestattet.
Jetzt noch einen 11-jährigen Jungen an die Hand genommen, diesen an einen öffentlichen Platz dekoriert und ihn ordentlich Wasser aus einer Bierpulle saufen lassen. Und jeder Passant der vorbeiläuft, bekommt sofort das Mikro samt offen erkennbarer Kamera vor die Fresse gepresst, einhergehend mit der mahnenden Frage: “Warum sind Sie weiter gegangen?” Wer sich dann aus rein menschlicher Sicht mit “Hab` ich gar nicht gesehen, ehrlich nicht!” herausreden möchte, bekommt dann den vollen Druck des Mikrofon schwingenden Moralapostels zu spüren: “Das kann aber nicht sein, gucken Sie mal hier, da, sehen Sie? Wir haben es genau aufgezeichnet, da gucken Sie doch eindeutig rüber, warum haben Sie nicht gehandelt (…Sie verantwortungsloses Arschloch)?”
Zum Glück für die Täter-Opfer gibt es noch so etwas wie das Recht aufs eigene Bild, ergo muss der Sender nachfragen: “Dürfen wir ihr Gesicht zeigen?” Allerdings bringt das optische Zermatschen von Gesichtern, Hausnummern oder Kennzeichen nicht immer etwas, wie man z.B. bei “Akte 09″ gut erkennen kann – der Sendung, deren Reporter für uns kämpfen – mit der Kamera als modernen Medienschlagstock. Teilweise wird dort die Verfremdung bis ins Lächerliche getrieben, 90% des Bildes verwischt und nur ein kleines Loch für das Gesicht eines um Lohn kämpfenden Mannes oder der sich betrogen fühlenden Hausfrau aus Köln-Nippes. Trotzdem wird jeder in einem Ort des gezeigten Geschehens Lebende genau erkennen, wo da gedreht wurde. Und je kleiner die Stadt, desto Größer die Tatsache der Wiedererkennung von Personen – Bildtricks hin, Stimmenverfremdung her: “Da, guck mal, Mutti, da, das ist doch der Kowalski aus der Schwanengasse 252, ganz sicher, diese Dreckssau!”
Ich will den Sendern und Produktionsfirmen natürlich nicht vorwerfen, zu wenig recherchiert zu haben bevor es mit der Kamera auf das Schlachtfeld der Rache für gebeutelte Ottonormalbürger geht. Aber was ist mit den ganzen ungefragten Tests? Ob irgendein Schnullerbäckchen das Pommesbuden testet und bei Nichtgefallen einen wohl im Kindergarten gebastelten “Buh-Aufkleber” mit seiner Hackfresse drauf an Thresen, Theken oder Wände patscht oder das eisfressende Riesenmonster auf der Suche nach schmuddeligen Eisdielen (“Können Sie mir mal die Inhaltsliste von Ihrem Eis zeigen? Nein? Müssen Sie aber, Ätschibätschiätschi!”) Überall wird getestet, aufgedeckt und spioniert.
Auch erfreuen sich Tests menschlichen Verhaltens auf hobbypsychologischer Basis großer Beliebtheit:
“Wir haben einen dicken, unrasierten Mann mit Motorpanne an eine viel befahrene Bundesstraße gestellt und beobachten nun mit versteckter Kamera, wie viele Menschen anhalten um zu helfen!”
Höchst erstaunliches Ergebnis nach 2 Stunden: Keine Sau hält an! “Jetzt wollen wir es wissen!” schwallert der Sprecher verheissungsvoll ins Bild:
“Jetzt stellen wir die 25-jährige Schantalle an die Straße. Beine und Haare bis zum Arsch, eine pralle Oberweite vom Allerfeinsten und ein Minirock bei dem die Bezeichnung “Mini” eine starke Untertreibung ist. Wir sind gespannt: Was passiert jetzt? Wir legen uns auf die Lauer und warten ab!”
Und (oh Schreck): Nach 2 Stunden 500.000 hilfsbereite Männer mit Sabber im Mundwinkel und einem prallen “Allzweckwerkzeug” in der Hose haben sich selbstlos zur Hilfe herabgelassen. Ist doch toll wenn man zeigt was 99% von uns schon vorher wissen – ob mit oder ohne Titten. Damit wir dann auch den Ursprung vorhersagbaren Verhaltens erfahren, sülzen irgendwelche Diplompsychologen etwas von Steinzeit und angeboren und überhaupt. Ich möchte fast behaupten, dass auf jeden Reporter bei RTL oder Sat1 inzwischen ein Diplompsychologe kommt. Dann doch lieber Taxi fahren nach dem Examen!
Alles unter dem Deckmantel der Aufklärung – langsam wird das ein bisschen viel mit dieser erlaubten Kamerastasi auf der Jagd nach Quoten. Ist ja auch billig zu produzieren und bedient zu dem den menschlichen Urtrieb des Voyeurs in uns allen. Wo wird das enden? Kameras versenkt in den Toiletten deutscher Haushalte, Titel:
“Wir decken auf: So scheisst Deutschland!”
P.S.: Ich habe übrigens mal den Test gemacht und ein paar häufig gesuchte Begriffe als Schlagworte eingefügt. Bin mal total gespannt, wie viele Leute jetzt hier landen weil sie nach wildem Sex und nackten Tatsachen gesucht haben. Das Ergebnis lasse ich dann von einer befreundeten Diplompsychologin durchleuchten – das macht die in den Pausen mit dem Notebook auf dem Schoss… im Taxi.
Schlagwörter: Akte, Akte 09, Anal, blasen, Brüste, Busen, Eisdiele, Explosiv, Frauen, geil, Geschlechtsverkehr, Girls, Hupen, Imbissbuden, Kamera, nackt, Oral, Poppen, Pro7, Reportage, Reporter, RTL, Sat1, Sex, Test, Tests, Titten, versteckte Kamera, von hinten
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11. November 2009 von johnrest
Ich verstehe den momentanen medialen Hype um den Tod des Robert Enke einfach nicht. Zugegeben: Von Fussball habe ich absolut keine Ahnung mangels Interesse. Entsprechend musste ich mich erst einmal informieren, wer dieser Robert Enke war. Das alleine sagt vielleicht schon etwas darüber aus, dass die öffentliche Popularität des Herrn Enke nicht so groß war wie sie die eines Oliver Kahn ist – unabhängig davon wie man die Person zu einem Namen empfindet. Aber dank der gigantischen Medieneinmischung ist mir jetzt auch klar, warum ich Herrn Enke nicht kannte: Er scheute wohl die Öffentlichkeit. Und das wohl aus Scham. Und diese Scham basierte auf Despressionen. Das jedenfalls ist bisher das Fazit für mich. Mit anderen Worten: Herr Enke wählt den scheinbar gut durchdachten Freitod inklusive Täuschung seines Therapeuten und der engsten Angehörigen. Dadurch wird er für viele weit populärer als er es wohl zu Lebzeiten war. Okay, kein neues Phänomen, aber was um alles in der Welt rechtfertigt eigentlich diesen enormen Medienaufwand? Sonderthema bei Herrn Jauchs Stern-TV, extra Sendung von Johannes B. Kerner, große Aufmacher in angesehenen Nachrichtenformaten, Bilder von Blumenmeeren und entzündeten Kerzen.
Liegt das an den Depressionen an denen Herr Enke litt? Sind diese so spannend, dass Sondersendungen mit den üblich verdächtigen Diplom-Psychologen abgehalten werden? Oder gehen den vielen Sendern und Formaten langsam die Themen aus und jeder mehr oder minder Prominente wird nach seinem Ableben (ob freiwillig oder nicht) in eine Art mysthischen Heiligenstatus erhoben? Bleibt für mich die Frage: Wäre Herr Enke eines natürlichen Todes gestorben bzw. durch einen fremd verschuldeten Unfall: Hätte man dann Psychologen dazu befragt warum Unfälle passieren? Hätte Johannes B. Kerner auch dann eine Sondersendung angeleiert? Und warum eigentlich können die Medien nicht einfach mal machen, was die Medien momentan an allen Ecken und Eckchen zitieren: Sprachlos sein? Darüber hat sich auch schon an dieser Stelle Stefan Niggemeier gewundert. Aber Herr Niggemeier wundert sich eigentlich (recht schnell) über alles, auch er scheint in letzter Zeit einer gewissen Schlagzeilensucht zu erliegen.
Vielleicht soll das alles auch nur einen pädagogischen Effekt mit sich bringen: “Depressionen sind kein Zuckerschlecken, nehmen Sie Menschen in Ihrem Umfeld ernst die unter Depressionen leiden!”. Alles in Allem bleibt für mich wirklich nur das Vermuten. Wenn jemand sich bewusst für den letzten Weg entscheidet, ist das eines jeden ureigene Entscheidung die ich respektiere, würde aber dennoch jeden Versuch starten einen Menschen davon abzubringen, zumindest nicht noch dazu ermuntern. Das der Entschluss zum letzten Weg nicht selten auch als ein klein wenig feige zu sehen ist, als egoistisch: Steht auf einem anderen Blatt und damit müssen die oft absolut ahnungslosen Angehörigen fertig werden, ob im Stillen oder einen Tag später per Pressekonferenz. Und nicht selten schickt das frei gewählte Ende einer Depression und damit verbundenen Therapien andere für den Rest des Lebens in selbige:
Unzählige Lokführer!
Schlagwörter: Depressionen, Fussball, Jauch, Kerner, Medien, Nationalelf, Robert Enke, RTL, Sat1, Selbstmord, Selbsttötung, Stefan Niggemeier, Theo Zwanziger, Torwart, Witwe
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11. November 2009 von johnrest
Ich werde jetzt nicht (wieder) von der Schweinegrippe schreiben und meine Genervtheit von den öffentlichen Diskussionen irgendwelcher Experten Pro und Contra zum Besten geben. Ich gehe nach wie vor nicht zur Imfpung. Punkt. Allerdings freue ich mich darüber, heute von einem “Pro-Impfungs-Experten” ein Contra-Argument bekommen zu haben. Name des Experten ist unwichtig, scheint aber ein gern eingeladener Gast zu sein um die Pro-Haltung als seriöse Größe zu vertreten, das Gesicht ist mir in letzter Zeit häufiger über die Augen gelaufen. Und dieser Experte hockt jetzt also bei Stern TV und erzählt sinngemäß:
“Wenn von 10.000 Angesteckten nur einer stirbt, dann sind wir ganz schnell bei 1.000 oder 10.000 Todesfällen!”
Ich darf laut nachrechnen? Gut:
1 Toter von 10.000 sind 10 Tote von 100.000 sind 100 Tote von 1.000.000 sind 1000 Tote von 10.000.000 sind 10.000 Tote von 100.000.000.
Oder in Worten:
Bei ZEHNTAUSEND Todesfällen müssten also EINHUNDERTMILLIONEN Angesteckte als Basis vorhanden sein. Das Deutschland jetzt zwar nur ca. 83 Millionen Einwohner hat: Ist eine Sache. Aber eine andere ist, dass bei 10.000 Todesfällen (mindestens) ganz Deutschland angesteckt sein müsste. Ausnahmlos: Jeder. Vom Klein(st)kind bis zum Uropi. Theoretisch alles möglich…
…aber theoretisch kann ich auch aus eigener Kraft fliegen.
Schlagwörter: Ansteckung, Grippe, H1N1, impfen, Impfung, Influenza, Jauch, Schnupfen, Schweinegrippe, Stern TV
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12. November 2009 von johnrest
Stellen Sie sich vor es ist “Sam” auf Pro7 und Sie werden zum Zuschauen gezwungen. Nach einigen Stunden werden Sie vermutlich aufgeben sich und freiwillig auf den elektrischen Stuhl setzen um den großen Hebel zu ziehen. Selten habe ich ein medial so unwichtiges und billiges Programm erleben dürfen. Die Moderatorin scheint nur noch als Dekorationspüppchen für irgendwelche Modelabels im Studio zu sitzen – denn mehr als ein paar Sätze zur Ansage eines neuen Themas hat Sie nicht zu verkünden. Und dann folgt ein Programm, dass ich eher bei Kika suchen würde: Sprecherstimmen mit einer Betonung wie beim Kinderfernsehen (oder dem Fernsehraum im Altenheim) und Themen auf dem Niveau einer Keksdose. Besonders gerne schickt “SAM” irgendwelche arroganten Haarstylisten durch Deutschlands runter gekommenen Friseursalons, neuerdings wird mit einem schnell zusammen gebastelten Logo “Styling Attack” angekündigt. Da versuchen ein paar pseudotrendige Dekoschminker, Klamottenjongleure und Haarschneider ungefragt Menschen zu verändern.
In der Sendung vom 12.11.2009 gehen Sie unter anderem mit auf die Tour eines Schlüsselnotdienstes und bieten einer sich ausgesperrten, ahnungslosen Hausfrau an: “Die Zeit die es braucht Deine Tür zu öffnen nutzen wir, Dich schöner zu machen!” (“Weil guck doch mal, wie Du alte Bratze rumläufst! Keine coole Strickmütze wie ich, keine Standartsträhnchen wie meine Kollegin!”) Angesichts der Tatsache, dass der Schlüsseldienst einen guten Job verrichtet, sieht das Ergebnis an der Hausfrau auch schnell dahin geklatscht aus. Die Stylingfreaks gehen halt davon aus: “Wenn wir alles und jeden so umbasteln wie wir selbst rumrennen, kann es nur toll und cool werden!” Dumm nur, das Bauer immer Bauer bleibt – da hilft auch keine Farbe. Und nun steht sie da, die fertig verunstaltete Hausfrau. Ihre Tür geöffnet, Ihre Ausstrahlung geschlossen…. geschlossen versteckt und zugetüncht mit Pseudostyling aus dem Tussiemagazin. Unnötig zu erwähnen, dass die Dame schon am nächsten Morgen wieder so aussehen wird wie vor dem Styling: Echt und nach sich selbst. SAM: Leg mal lieber Hand an Dir selbst an und style Dich auf Niveau. Obwohl….
…flach bleibt einfach flach!
Schlagwörter: Hilfe vom Profi, Magazin, Pro7, Sam, Style Attack, Styling, Umstyling, Wendt
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15. November 2009 von johnrest
Irgendwie scheine auch ich inzwischen in den Bann gezogen. In den Bann des medialen Hypes um Robert Enke, den ich erst durch sein selbst gewähltes Ableben kennen gelernt habe bzw. die Tatsache, wer eigentlich dieser Herr Enke war. Und verfolgt man das, was da nun seit Tagen scheinbar euphorisch durch Zeitungen, Fernseher und andere Medien geistert, schien der Herr Enke für viele Fussballfans ein Idol, ein Held, fast schon eine Art Gott. Anders kann ich mir die wohl größte Trauerfeier seit dem Abgang von Michael Jackson nicht erklären. Überall betroffene Gesichter, trauernde Kollegen, fassungslose Fussballverantwortliche bis in die oberste Spitze. Und sie alle reden davon, wie sprachlos sie sind. Sondersendungen von langweiligen Geflügelwurst- und Kornriegelbewerbern, Sonderteile in Schmierblättern, eine gefühlte Trauerfeier nach der Nächsten. Mehrere Zehntausend Fussballfans treffen sich zur kollektiven Trauer und dem großen Abschied. Es steht mir jetzt nicht wirklich zu über die Güte eines Menschen und sein Wirken zu Lebzeiten zu urteilen, aber ich kann dieser lemminghaften “Alle-machen-mit”-Trauer zeitweise so etwas wie Verlogenheit abgewinnen bzw. möchte so manch Fan eine wirklich gefühlte Trauer absprechen und eher das Erliegen einer Massensucht unterstellen.
Ähnliche Effekte kann man auch bei Konzerten von “Jungensgrupen” beobachten. Wenn “Take That” auf der Bühne trällern, verfallen tausende Mädchen in einen Kreischkrampf bis hin zur Ohnmacht. Ein einzelnes Mädchen würde vermutlich niemals so schreien, schwitzen, vor Begierde zerfließen und sich in den wohl ersten Höhepunkt ihres noch zarten Lebens brüllen – das funktioniert nur im Kollektiv. Oder Robert Enke ist ein mehr oder minder prominentes Beispiel für den neumodernen YouTube-Virus. Irgendwo auf der Welt filmt irgendjemand mit seinem Handy irgendetwas vermeintlich lustiges, stellt es ins Netz und berichtet in irgendeinem Internetforum anderen davon: “Schaut euch das Video mal an!”. Und ruckzuck verteilt sich die Lust und Neugierde aufs Gucken um die ganze Welt, die Besucherzahlen schnellen explosionsartig in die Höhe. Das der Mensch ein Gaffertier ist: Nichts neues. Aber warum ausgerechnet bei einem Herrn Enke die Menschen so gewaltig abgehen und ihn damit schon fast einen gottähnlichen Status verleihen? Ich kann es immer noch nicht verstehen.
Vielleicht weil seine Frau sich mutig vor die Kameras setzt? Aber ist das mutig? Oder eher der Versuch einer eigenen Reinwaschung um klarzustellen: “Ich habe alles nur dem Menschen mögliche getan, ich wusste nichts von den Plänen meines Mannes!” Gleiches gab ja in ähnlicher Form der betreuende Arzt von sich. Herr Enke habe ihm mehr oder minder den lebensfrohen Menschen vorgespielt, dabei aber die Selbsttötung schon komplett durchgeplant. Und die Verwantwortlichen? Die selbstgefällig wirkenden Fussballbonzen der obersten Etage? Wollen aufgrund der Fanhysterie den Tod nicht als sinnlos ausklingen lassen, nein. Da muss ein Sinn gefunden werden – und den hat man dank der Medien auch gefunden: Depressionen! Und natürlich auch die Tatsache, Mut zur Offenheit zu zeigen. Diesen von Männerstolz durchtränkten Sport endlich zu enttabuisieren, über Gefühle und Erwartungsdruck reden, die Seele öffnen und sich dabei nicht schwach fühlen.
Auch davon berichten die Medien. Genau die Medien, die gerne Druck aufbauen wenn ein Spiel mal nicht gewonnen wurde. Genau die Medien schmeißen sich mit erkennbarer Wonne unter dem Deckmantel der Volkstrauer ins emotionale Gewühl das sie selbst erschaffen und aufrecht erhalten haben. Aus diesem Grund muss natürlich auch Laberbarde Johannes B. Kerner noch einen nachschieben um aus dem Quotenkeller seiner neuen Sendung in Sat1 zu krabbeln… wieder ein Bericht über den Tod und natürlich Diskussionen mit anerkannten Experten zum Thema “Depression” - die Experten, die sonst keine Sau befragt sprechen über das Thema das sonst keinen interessiert oder als “Kinderkram” bzw. “Anstellerei” abgehandelt wird, als Zeichen von Schwäche. Ich frage mich, ob man den Vorsitzenden der Fusspflegerinnung eingeladen hätte, wenn Herr Enke sich aufgrund eines exorbitanten Pilzbefalls am großen Zeh das Leben genommen hätte?
Die Medien nehmen mir jeden Versuch, so etwas wie den Hauch von Mitgefühl zu empfinden, denn was da abgefeiert wird zieht alles nur noch ins Lächerliche, ins Ausweiden, ins patologische Zerfleddern und Zerpflücken. Bis wirklich kein Fetzen Haut mehr übrig und das ach so sinnlose Ableben bis ins letzte Diplomdurchpsychologisiert und medial wertvoll abgeschlachtet wurde. Und an diese Abschlachterei heften sich dann noch so manch studierte Journalisten mit einem Verhalten das auf mich wie das medialer Aasgeier wirkt, vermutlich ebenfalls unter dem Deckmantel einer Moral fürs Volk – immer schön mit dem Finger drauf, immer schön betonen: “So etwas macht man nicht!”. Und das was die Übrig lassen ist das woraus ich mein ganz eigenes Fazit ziehe. Das lautet immer noch, dass ich diese Selbsttötung als egoistisch ansehe, ohne Rücksicht auf die Emotionen Angehöriger und schon gar nicht mit dem Hauch von Rücksicht auf absolut Unbeteiligte wie viele Lokführer. Da hat der Eine seine Depressionen auf freiwilliger Basis für immer beendet um sie einem anderem vielleicht unfreiwillig für den Rest des Lebens zu verursachen. Aber auch das werden die Medien jetzt intensiv durchdiskutieren, Betroffene befragen und Psychologen alles erklären lassen.
Ekelhaft, einfach ekelhaft!
Nachtrag / Ergänzung: Gerade komme ich vom sporadischen Sonntagsbrötchenkauf und sehe die “Bild am Sonntag” griffbereit herumliegen. Dort steht (natürlich in großen Buchstaben) untermalt von einem Foto des trauernden, fassungslosen Vaters der als Psychotherapeut in Jena arbeitet:
“Der Vaters UNSERES Nationaltorhüters spricht darüber, wie die Depression ihm SEIN Kind nahm!”
Ich halte hier mal fest, liebe Bild: Es war nicht MEIN Nationaltorhüter, aber vielleicht der Ihrige, keine Ahnung. Dann sollten Sie aber auch konsequent schreiben, wie die Depression dem Vater IHR Kind nahm – nicht seins! Aber es ist wohl zu erwarten, dass ein Mensch nach seinem Ableben nicht nur Mensch war, nein. Er war Sohn, Vater, Freund, toller Kollege, Ehemann und vieles mehr und alle Angehörigen werden natürlich mit Ihrer Trauer ins öffentliche Licht gezerrt – dazu zwingt sie niemand direkt aber vielleicht doch der Mediendruck, denn wie sähe es aus würde sich niemand äussern: “Wie viel Schuld trägt das Umfeld an Enkes Tod?” hätte die Bild allen voran getiltet. Und das Wörtchen “UNSERES” impliziert ja gleich wieder ein Volkstrauergefühl: “Auch DU musst betroffen sein, es war immerhin UNSER Nationaltorhüter!”
Bild: Ich bin NICHT in Trauer, es tut mir leid. Wütend: Ja. Aber nicht über die Selbstötung sondern den öffentlichen Umgang damit! Aber wenn wenigstens die Angehörigen brav mitspielen, läuft alles sauber und zu Gunsten der Trauernden – so sauber, dass die Bild sogar zu einem Foto von Witwe Enke dazu schreibt, dass diese der Bild ausdrücklich erlaubt habe das Bild zu zeigen. Was bedeutet das? Das die Bild sonst Bilder ohne Genehmigung veröffentlicht? Oder das die Bild ihrer Moral Nachdruck verleihen möchte? Ich schlage allen betroffenen und nur ihren Job erledigenden Medienmenschen vor: Legt zusammen und mietet für mehrere Tage eine Art “Papa-Mobil”, sichert Euch die Internetadresse “Enke-Mobil.de” und lasst Herrn Enke im gläsernen Sarg durch Deutschland fahren, die Termine und genauen Orte könnt ihr auf der Webseite bekannt geben.
Fotografen, Reporter und Kameraleute bitte in schwarz kleiden und dezent unauffällig die Trauernden am Wegesrand ablichten, abfilmen und befragen, möglichst drückende Fassungs- und Sprachlosigkeit vermitteln. Vielleicht auch ein paar Kinder ihren Fussball liebevoll bemalt zum Sarg legen lassen. Wie? Das klingt pervers, krank und der Trauer nicht angemessen? Ich mache mich hier über den Tod eines Menschen lustig? Na, liebe Medien….
…dann passen wir ja vielleicht ganz gut zusammen, oder?
Schlagwörter: Bahn, Depression, Depressionen, Enke, Familie, Johannes B. Kerner, Kerner, Lokführer, Medien, Niggemeier, Robert Enke, Selbstmord, Selbsttötung, Stefan Niggemeier, Tod, Tot
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15. November 2009 von johnrest
Es sei jedem unbenommen, so viel Geld zu verdienen wie nur irgend möglich. Und bei der aktuellen Inflation irgendwelcher Comedians mit eigenen Sendungen bzw. die Querbeet von einer Sendung in die nächste eingeladen werden, muss jeder Einzelne natürlich um so lauter schreien um überhaupt noch wahrgenommen zu werden. Wie eine Horde Clowns in der Manege, der mit der dicksten, leuchtensten und quietschendsten Rotnase gewinnt! Über das Privatleben der professionellen Spaßbarden weiß man übrigens im Vergleich zu anderen Prominenten und Prominentchen wenig, da verstehen die Herren und so manche Damen keinen Spaß, z.B. Barbara Schöneberger. Die ist zwar nicht wirklich lustig, schiebt sich aber gewinnorientiert in jede Kamera. Wie sagte in einer Talkshow einst der Klatschreporter Michael Graeter sinngemäß zu Ihr: “Sonst bei jeder Fischbudeneröffnung dabei, aber den frisch Geheirateten verstecken!”
Anfangs reagierte Frau Schöneberger noch gewohnt geübt schlagfertig, allerdings kippte das ein wenig als Herr Graeter den Vorschlag machte, doch mal alle Medien zu bitten einfach konsequent gar nicht mehr über Frau Schöneberger zu berichten – da gäbe es durchaus einige, bei denen es “weh tun” könne. Und was ist mit “Kein Scheiß, wirklich passiert”-Mario Barth? Kennt irgendeiner seine Freundin? Die Frau ohne die er nicht da wäre wo er ist? Mit langsam durchgenudelten Geschichten aus dem Leben von Mann und Frau? Und wie eigentlich sieht die Frau von Ingo Appelt aus? Oder warum klagt eigentlich ein Herr H. A. aus E. (Atze Schröder, und “E” meint nicht “Essen-Kray”) gegen fast alles und jeden (auch Wikipedia), der/die seinen realen Namen veröffentlicht? Da ist dann auf einmal Schluss mit Lustig, schluss mit Haudrauf-Comedy.
Aber gut sind Sie allesamt im sich selbst verkaufen, dabei allerdings weniger fantasievoll wie ihre Bühnenprogramme glauben lassen. Ob Mike Krüger, Paul Panzer und Hu…, na, Atze Schröder bei Markus Lanz sitzen und per Zuruf einen Flachwitz nach dem nächsten ablassen, ob der angeblich lustigste Physiker Deutschlands (Vince Ebert) seit ewigen Zeiten auf die ewig gleichen (abgesprochenen) Fragen mit den ewig gleichen, uralten, vermeintlich lustigen Antworten reagiert. Mario Barth schafft es sogar mit der eigenen Dauerwerbesendung ins Fernsehen… “Willkommen bei Mario Barth” ist nicht nur schlecht zusammen geschnitten und somit eine qualitative Frechheit gegenüber dem Publikum, nein, es ist auch ein Forum für gute Freunde und die eigene Gelddrucklizenz. Die immer gleichen “Kollegen” treten beim Mario auf, untermalt von ein paar albernen Spielchen und Berichtchen wird dann noch auf die neue Stadiontournee von Herrn Barth hingewiesen. Das er nicht noch ständig “DAS IST MEIN LADEN” ins mit “Mediamarkt” bedruckte Mikro brüllt: Ist alles!
Aber das Prominente (oder die, die prominent genannt werden um als Prominente eingeladen zu werden) einfach “nur mal so” in einer Talkshow sitzen, sich wirklich direkten Fragen stellen die nicht vorher abgesprochen werden und dabei kein Buch, keine CD, keine DVD, keinen Kinofilm, keine Tourdaten mitgebracht haben: Nahezu undenkbar, nur noch ein vorgekaukeltes Theater irgendwelcher “Stichwortäffchen”.
Nein, aktuell macht`s kein Spaß mehr, sich die Lustigen Marktschreier anzuschauen. Da lobe ich mir den ruhigen, dezenten Humor eines Bastian Pastewka – dessen Gesicht hängt nicht in allen möglichen Talkshows herum. Noch seltener ist Herr Herbst (“Stromberg”) zu sehen, der ebenfalls eine besondere Art von Humor etabliert hat, mit herausragender, schauspielerischer Leistung (für einen “Comedian”). Und zu guter letzt sei hier noch Kurt Krömer erwähnt – ein wenig gewöhnungsbedürftig und genau aus diesem Grund: Gut! Auch, weil seine bewusst reduzierte Medienpräsenz ihn nicht zu einem Gesicht verkommen lässt, bei dessen Anblick man schon angepisst umschaltet – nur um die gleiche Fresse in irgendeiner anderen Sendung erleben zu müssen. “Pastewka”, “Stromberg” und “Krömer” sind Sendungen auf die ich mich wirklich freue, die ich mir im Terminkalender ankreuze - während ich den großen Rest konsequent:
Durchstreiche!
Schlagwörter: Albers, Alles Atze, Atze Schröder, Bastian Pastewka, Christof Maria Herbst, Christoph Maria Herbst, Comedy, Ebert, Hubertus, Ingo Appelt, Kurt Krömer, Lustig, Mario Barth, Mike Krüger, Oliver Pocher, Oliver Pocher Show, Pastewka, Pro7, RTL, Sat1, Schröder, Stromberg, Vince Ebert
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15. November 2009 von johnrest
Haben Sie dieses Gesicht schon einmal gesehen?

Nicht? Oder eher “Den kenn` ich irgendwo her?”
Dann hier noch ein Bild, schauen Sie mal genau hin:

Und? Jetzt alles klar? Nein? Oder vollends verwirrt? Dann die Auflösung:
Auf dem oberen Bild sehen Sie Alexander Schubert. Haben Sie vermutlich noch nicht so viel von gehört. Sein Gesicht ist mehr oder minder bekannt durch Werbung für Mc Donalds (ist schon etwas her), als Nebendarsteller bei “Zack, Comedy nach Maß” oder dem eigenen Format “2 Funny” in Sat1.
Und auf dem Bild darunter? Das ist Jörg Pleva, richtig bekannt geworden durch den Kultfilm “Das Millionenspiel” aus den 70er Jahren. Und? Was will ich damit nun sagen? Nicht viel, nur das ich es erstaunlich finde, welch enorme Ähnlichkeit gegeben ist. Und das bei einem Gesicht, das man mit Sicherheit nicht als “durchschnittlich” sondern eher als “ausdrucksstark” bezeichnen kann.
Ist mir halt einfach nur mal so aufgefallen….
Schlagwörter: 2 funny, Alexander Schubert, Das Millionenspiel, Jörg Pleva, Sat1
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15. November 2009 von johnrest
Danke. Danke an Olli Dittrich, Jon Flemming und Franz Jarnach (Mr. Piggi), danke an “Dittsche” vom 15.11.2009 im WDR. Danke für den Beweis dafür, wie man ohne viel Trara, TamTam und verlogen wirkender Medientrauer Abschied nehmen kann. Abschied mit einem lockeren Umgang, ohne lähmenden Beigeschmack. Eine Gedenkminute, dann in Dittsches typischer Weise ein “Er war ein reiner Titan!”, gefolgt vom Anstoßen der Bierflaschen, sogar der sonst auf dem Hocker festgewachsene “Schildkröte” kam an die Theke für ein “Prost”. Und dann? Nichts. Dittsche wie immer, Dittsche mit Humor, Dittsche mit Entspanntheit. Kein Wort über Robert Enkes Selbsttötung, keine Namensnennung: Nichts. Und am Ende der Sendung durfte sogar herrlich entspannt gelacht werden, so ganz ohne schlechtes Gewissen. So darf mediale Trauer häufiger funktionieren: Mit Anstand der nicht Ausschlachtet, mit Feingefühl das nicht draufhaut, mit kleinen Gesten die mehr Größe zeigen als die großen Gesten einer wortreichen Sprachlosigkeit.
Danke!
Schlagwörter: Abschied, Danke, Das perlt aber, Eppendorfer Grill, Gedenkminute, Jon Flemming, Jon Flemming Olsen, Mr. Piggi, Olli Dittrich, Robert Enke, Schildkröte, WDR
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16. November 2009 von johnrest
“Aber das ist doch…?” schoss es mir bei der Durchsicht einiger regionaler Onlineangebote im Raum Paderborn durch den Kopf. Schauen Sie mal selbst und richten Ihre Augenmerk im Besonderen auf den männlichen Part:

Und? Genau, das ist doch Rainer Calmund, das mediale Schwergewicht aus der Fussballszene. Zwar ein wenig gealtert und bedingt dadurch ein paar Kilo erleichtert, aber es passt. Sollte sich das “Westfalen-Blatt” hier etwa als Zeitung aus der Zukunft entpuppen? Nein, nicht wirklich. Auf dem Foto sieht man die 89-jährige Hanna Fischer und den 95-jährigen Fritz Schäffer, beide haben sich im evangelischen Martinstift Bad Lippspringe kennen und lieben gelernt.
Aber diese Ähnlichkeit: Verblüffend….
Schlagwörter: Abnehmen, Bad Lippspringe, Evangelischer Martinstift, Evangelisches Martinstift, Fritz Schäffer, Hanna Fischer, Iron Calli, Iron Kalli, Liebe, Rainer Calmund, Zeitung, Zukunft
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16. November 2009 von johnrest
Meine Lieblingskindernachrichtensendung “RTL Punkt 12″ macht sich meiner Empfindung nach noch lächerlicher als ich mich jemals zu denken getraut hätte. 2 Stunden unwichtige Inhalte, notgedrungen durchmischt mit ein paar wirklich wichtigen Nachrichten aus aller Welt. Und was müssen meine zarten Ohren jetzt wahrnehmen? Richtig: Schweinegrippe, Teil 427, wieder mal ein Bericht. Aber oh Schreck, nein, dieses Mal nicht über 800 Millionen neue Infizierte oder dreihundertvierundzwölfzig neue Todesopfer. “Nur” 2 Tote gibt es zu vermelden, allerdings angeblich Opfer der Impfung. Und RTL wäre ja nicht RTL, wenn man uns nicht gleich passende (Über)lebenshilfe anbieten würde. Denn “Wir zeigen, wie Sie auch ohne Impfung geschützt sind!”. Ja, genau – das sagt der gleiche Sender, der vor Kurzem noch eine Reporterin mutig zur Impfung vor laufenden Kameras geschickt hat. Das sagt der Sender, der es wochenlang in Kooperation mit der Bildzeitung nötig hatte, Panik zu verbreiten. Ein Sender der scheinbar alles getan hat um die Zuschauer an die Nadeln zu treiben.
Und jetzt stellt sich dieser Sender hin und möchte uns klarmachen, dass die Impfung vielleicht doch irgendwie nicht so gut sein könnte? Langsam aber sicher verliert die solche Spektakel abhaltende Medienwelt auch den letzten Funken Glaubwürdigkeit. Erst motzen weil keiner zur Impfung rennt, Panik verbreiten, Experten befragen die sich untereinander kloppen wer nun Recht hat. Das Volk sitzt fassungslos vor alle dem und weiß nicht: “Wem trau ich jetzt?” Ist das alles doch nur ein abgesprochenes Spiel mit der Pharmaindustrie? Ist das nur die Sucht nach Meldungen und Quote? Gibt es doch Nebenwirkungen? Soll ich, soll ich nicht? Und meine Kinder: Ja oder Nein? Ich möchte mal wissen, wie viele Moderatoren und Moderatorinnen sich nach der Sendung ohne vorherigen Blick aufs Bankkonto noch im Spiegel anschauen und gut fühlen können angesichts solcher Irrsinnigkeiten.
Setzen, 6!
Schlagwörter: Grippe, H1N1, Impfung, Influenza, Nebenwirkungen, Punkt 12, RTL, Schweinegrippe, Schweineinfluenza, Todesfälle
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17. November 2009 von johnrest
Das sich Stefan Niggemeier als selbsternannt “kritischer Medienjournalist” in letzter Zeit am Tod Robert Enkes zu “ergötzen” scheint: Habe ich schon an anderer Stelle erwähnt. Dabei ergötzt er sich natürlich nicht direkt an Herrn Enke oder dem Tod sondern an dem Drumherum seiner Kollegen aus Film, Funk und Kaffeefahrt. Ein kritischer Fingerdraufzeigartikel jagt den nächsten, die eigene Moral als anständigster Journalist von allen brav hochhaltend. Aber wahrscheinlich fällt ihm das auch gar nicht so leicht, das mit dem angewiderten Schreiben über skrupelos agierende Medienmacher. Und aktuell? Beschreibt Niggemeier in diesem Artikel den so genannten “Werther-Effekt”. Auf den Punkt gebracht besagt dieser Effekt, dass nach Berichten über Selbstmorden die Selbstötungsrate enorm ansteigt. So macht Niggemeier die Medien also irgendwie zu Mördern. Er drückt es ob einer gelernten und studierten Wortwahl natürlich nicht so hart aus, scheint es aber genau so zu meinen.
Jetzt frage ich mich nur, ob nicht auch der Selbstmordbeihilfe leistet, der darüber berichtet wie andere Medien durch ihre Berichte als potentielle Mörder handeln. Denn irgendwie putscht er mit seinen ständigen Exkursen in die moralische (Schein?)Heiligkeit die Thematik. Okay, das mache ich jetzt in diesem Moment auch – mit Gedanken über einen der sich Gedanken über welche macht die unmoralisch handeln – und das alles nur für die Quote. Aber will ein Herrn Niggemeier nicht auch nur Quote? Möglichst viele Leser in seinem Blog? Und verdient er damit und mit seinen anderen Blogs nicht irgendwie auch Geld – ob direkt oder indirekt? Ich finde es absolut ehrenhaft, wenn da jemand kritisch den anderen Krähen so manches Auge aushacken möchte. Aber wenn die “Krähe Niggemeier” dabei selbst oft genug zwei Augenklappen zu tragen scheint: Wird es zusehends (oder “zulesends”) lächerlicher - für mich.
Aber vielleicht kostet es ihn bei jedem Artikel enorme Überwindung, lässt seine Kräfte schwinden, den Körper kaltschweißig werden, die Seele maltretieren. Getrieben von der Mission der Veränderung und Verbesserung, getrieben von der Aufgabe: “Es muss eine moralische Instanz geben, es muss mehr Moral in den Medien herrschen, ich mache das alles nicht für mich sondern für die Menschen!” Und ich? Ich merke das einfach nur nicht…
…ich undankbares Arschloch!
Schlagwörter: Blog, Medienjournalist, Niggemeier, Robert Enke, Selbstmord, Selbsttötung, Stefan Niggemeier, Suizid, Werther, Werther-Effekt
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17. November 2009 von johnrest
Das Bundesgesundheitsministerium warnt:
(Deutschland): Auf Anraten der Weltgesundheitsorganisation warnt das Bundesgesundheitsamt vor erhöhter Selbstmordgefahr. Ausgelöst durch das so genannte “Werther-Virus“, dessen Ursprung aus Sicht der Experten bei dem 32-jährigen Profifussballer Robert E. zu finden ist. Dieser entschied sich für eine Selbsttötung aufgrund ständiger Depressionen. Die anschließende und immer noch anhaltende Berichterstattung mit weinenden Witwen, trauernden Fans, gefüllten Stadien, heroisch abgelichteten Särgen, Bahnübergängen so wie diplomierten Psychologen birgt ein erhöhtes Selbsttötungsrisiko gerade für geistig, seelisch und körperlich schwache Menschen. Es wird dringend gebeten, konsequent innerhalb der kommenden 4 Wochen auf den Einsatz von Medien aller Art zur Informationseinholung zu verzichten.
“Insbesondere private TV-Sender und populäre Tageszeitungen sind zu meiden”, mahnt der Diplom-Medienpsychologe T. Vau aus Berlin. Vau weiter: “Auch die indirekten Gefahren dürfen nicht verharmlost werden, durch von Brücken und Häusern stürzende und sich vor Zügen werfende Menschen sollte eine erhöhte Aufmerksamkeit im öffentlichen Straßenverkehr vorherschen!” Im Bundestag streiten sich zeitgleich die Parteien über einen Erlass zur konsequenten Unterbindung von kritischen Themen in den öffentlichen Medien. So soll es in Zukunft keine Berichterstattung mehr über Selbstmörder, Morde, Tierquäler, Amokläufer, Betrüger, Vergewaltiger und Steuerhinterzieher geben. Vorgeschlagen wurde eine Konzentration auf positive Meldungen wie sinkende Arbeitslosenzahlen, Eheschließungen, Geburten, Lottogewinne und wirtschaftlicher Aufschwung.
Serie wie “Tatort”, “Ein Fall für zwei”, “Alarm für Cobra 11″ oder “2 bei Kallwass” wurden ob Ihrer Gefahr angesichts des sich stark verbreitenden Virus unter großem Protest aus dem Programm genommen. Eine eigens eingerichtete Kommission zur Vermeidung von gewaltverherrlichenden Schriften (Soko GewaS) durchsucht in 24 Stunden Schichten sämtliche Internetinhalte und kann mittels einer Sonderberechtigung direkt Einfluss auf Inhalte nehmen um diese zu streichen oder umzuformulieren. So wurde z.B. aus der im online-Ableger des “Finstorfer Tageblatt” abgedruckten Meldung “Ein 45-jähriger nahm sich aus Liebeskummer das Leben” kurzer Hand: “Ein im besten Mannesalter lebender, treu-fürsorgender Familienvater entschied sich ob einer Veränderung in der Wahrnehmung seiner Emotionen für einen besonderen Weg der Lösung”.
Um Depressionen zu vermeiden bzw. vorhandene Depressionen nicht zu verstärken, schlug der innenpolitische Sprecher der Links-Rechts Fraktion (P. Resse) vor, auch bei den Wetterberichten nur noch steigende Temperaturen und Sonnenschein zu vermelden. Die Bundeskanzlerin hat bereits in einer Rede ans Volk darum gebeten, auf negative Begriffe und Äusserungen im täglichen Sprachgebrauch zu verzichten, notfalls werde hier mit polizeilicher Gewalt und der vollen Härte des Gesetzes durchgegriffen.
Deutschland, den 17.11.2009
Schlagwörter: Bundesgesundheitsministerium, Effekt, Gesundheit, Influeanza, Nachahmungstäter, Niggemeier, Pandemie, Robert E., Selbstmord, Selbsttötung, Stefan Niggemeier, Werther, Werther-Effekt, WHO
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18. November 2009 von johnrest
Es ist Sonntagabend, die vom Schweiße des Tagwerks durchtränkten Socken aus dem 8er Pack für 4,99 Euro fliegen im hohen Bogen durchs Wohnzimmer und setzen irgendwo in Nähe Schrankwand zur Landung an. Das TV-Gerät ist vorgewärmt, die Tafel Schokolade liegt geöffnet und bereits zu 3/4 vernichtet neben mir. Auf meinem wonneproppigen Bauch den Aschenbecher abgestellt kann es losgehen: Das perfekte Promi-Dinner auf VOX. Dabei schaue ich diese Sendung nicht aufgrund irgendwelcher Rezepturen und schon mal gar nicht aufgrund der Heititei-Sprecherstimme deren Monologe auch aus dem Buntstift eines 6-jährigen stammen könnten. Nein, nein, ich schaue um meinen Speicher mit unnützem Wissen seiner Bestimmung entsprechend zu füllen. Unterordner: “Prominet”.
Also prominent ist ja nun so relativ wie nur irgendwas seit dem man problemlos 150 TV-Programme empfangen kann. Darf ich meiner lange verstorbenen Oma Glauben schenken, war das früher irgendwie alles ganz anders. Da gab`s erst einen Sender, dann zwei, dann drei – und das war für viele Jahre auch schon das höchste der Flimmergefühle. Und meine Oma war sogar in der glücklichen Situation, einen der ersten Fernseher auf dem Dorf zu besitzen – wobei glücklich? Aufgrund der Alleinherrschaft über die Ausstrahlung der ersten TV-Sender versammelte sich das halbe Dorf in Omas Wohnzimmer und wollte wie selbstverständlich bewirtet werden.
Hier ein Pülleken Bier für Jupp von nebenan, da ein Käffchen für Anneliese, was zu knabbern darf nicht fehlen. Die Oma selbst hatte nix von dem Anlass für den Besucherandrang. Aber irgendwie schweife ich ab, vielleicht weil ich mir solche selbst nie erlebten Zeiten mit Blick auf das aktuelle Flachprogramm und die Promi-Invasion wünsche. Früher, ja früher, da gab es richtige Stars. Heimatfilme, Krimis, Liebesschnulzen: Die Zeit hatte ihre einprägsamen Gesichter. Und für diese Gesichter versammelten sich Menschen einmal die Woche oder vielleicht einmal im Monat – man freute sich auf Abwechslung, Spannendes, Unterhaltsames. Und das Wort “Prominent” wurde überhaupt noch nicht benutzt, damals gab es schlicht nur “Stars”.
Und heute? Tja, heute sehe ich auf jedem zweiten Sender irgendwo einen Bernhard Hoècker (Anm.: Ja, ich weiß, da gehören zwei Punkte auf das “e” im Nachnamen, geben meine Tasten aber nicht her), der sein angesammeltes Wissen in die Mikros blubbert. Oder auch Bürger Lars Dietrich der eigentlich mehr auf dem Kasten hat und sich nicht in drittklassigen Unterhaltungssendungen verramschen müsste. Den weiblichen Nervpart übernimmt wahlweise Janine Kunze oder Barbara Schöneberger oder irgendeines dieser Windkanalgesichter aus einer der 2500 Vorabendserien mit so wohlklingenden Namen wie: “Sturm der roten Rosen” oder “Unter uns im Marienhof” oder auch “Gute Zeiten in aller Freundschaft”.
Dann und wann irgendwelche Schauspieler oder ganz tief aus der Restetruhe Prominente, deren Namen ich noch nie gehört habe. Manchmal geht mir erst bei der Ansicht der Gesichter ein “Achso, der is` das!” über die Lippen. Aber wirklich prominent? Was ist das eigentlich? Ich glaube ja langsam, dass man manche Menschen zum ersten Mal in irgendeine Sendung einlädt um sagen zu können das sie prominent sind – nur, damit man einen Prominenten in der Sendung hat. Oder aber die Prominenten selbst sind nur dadurch prominent, weil sie als Prominente ständig irgendwo eingeladen werden – damit man sagen kann, man hätte irgendeinen Prominenten zu Gast.
Und da komme ich dann auch wieder auf das Promi-Dinner zurück, denn wer “Promi” schon im Titel trägt, sollte halten was er verspricht. Aber 70% der kochenden Promis kenne ich nicht. Das kann jetzt FÜR oder GEGEN mich sprechen – ich wähle ersteres. Wie eigentlich findet VOX jede Woche vier neue Prominente? Sitzt da irgendein Praktikant am PC und hat die undankbare Aufgabe nach 10 Jahre vergessenen Sportlern, Sängern, Schauspielern oder anderen Nervensägen zu suchen? Um anschließend mit einer Vorauswahl durch den Sender zu rennen um alle Mitarbeiter zu fragen: “Hier, kennst Du den? Oder hast Du die schon mal gesehen?”. Kommt nur ein einziges Mal ein “Ja”, ist die Sache geritzt und die Einladung schon auf dem Weg.
Genau genommen ist das Promi-Dinner schon irgendwie nah am Beschiss bzw. rangiert im Niveaubereich von Anrufgewinnspielsendungen. Denn bei denen wird auch gerne vorgegaukelt das alles “ganz klar” sei wenn die Frage lautet: “Nennen Sie ein Wort mit dem Buchstaben “A” an vierter und an siebter Stelle. Ist total einfach, das Wort kennen Sie bestimmt alle!” Natürlich doch. Wie Schuppen fällt es mir aus den Haaren, wenn der Moderator nach 15 Stunden auflöst, einen Umschlag öffnet, daraus einen Zettel zieht auf dem gedruckt steht:
Schamhaaransatz
Beim Promi-Dinner sind die “Wörter die jeder kennt” halt nur Gesichter. Und die Gesichter sind manchmal so “bekannt”, dass Vox auch ständig Texte unter diesen Gesichtern einblenden muss: “Florian Kowalschewniev, 32, spielte als 2-jähriger den Max in Folge 345 der Sesamstraße!” Seit längerer Zeit spielt Vox vor dem eigentlichen Kochen noch kleine Trailer ein in denen die vermeintlichen Promis vorgestellt und aus der Erinnerung der TV-Zuschauer gezogen werden sollen. Und die Promis selbst? Für die ist alleine die Einladung zum Promi-Dinner wohl eine absolute Erniedrigung, denn ähnlich wie bei Fernsehpreisen fürs Lebenswerk weiß man nur zu gut: “Jetzt ist es endgültig vorbei, da kommt nix mehr, ich bin nix mehr, man hat mich vergessen!” Und ich möchte wirklich nicht wissen, wie viele der so genannten Promis die 5000 Euro Siegergeld dringender bräuchten als die Institutionen an die dieses Geld gespendet wird.
Fazit:
Siehst Du bei VOX `nen Promi essen,
hat das Volk ihn längst vergessen!
Wird er dann noch hinter`n Herd verbannt,
hat das Volk ihn nie gekannt!
Mahlzeit!
Schlagwörter: Vox, Prominent, Promi-Dinner, Das perfekte Dinner, Das perfekte Promidinner, Das perfekte Promi-Dinner, Perfektes Dinner, Unbekannt, Kochen, Kochshow, Kochsendung
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19. November 2009 von johnrest
Schreck, meine Wortspiele werden immer flacher. Vielleicht passen sie sich aber nur individuell den Themen und Menschen an, die mir akut durch den Kopf geistern. Und eigentlich ist dieses Geistern schon viel zu viel der Huldigung für den Menschen über den ich hier zu berichten versuche – oder besser: Den Eindruck den dieser Mensch bei mir hinterlässt. Dieser Eindruck zeichnet sich dadurch aus, dass es kein Eindruck ist bzw. das da wirklich nichts (Positives) passiert, wenn man mich fragt: “Ey, wie find`ste eigentlich Markus Lanz?”. Spontan antworte ich mit “Wer?” um durch ein gespieltes “Den kenne ich nicht, wer soll das sein?” abwertende Gleichgültigkeit zum Ausdruck zu bringen. Aber ein bisschen was habe ich dann doch zu sagen, auch ungefragt.
Also… Markus Lanz, früher bei RTL, heute beim ZDF. Erst die Urlaubsvertretung von Johannes B. Kerner, jetzt leider dauerhaft Sendezeit vernichtend. Anfangs hatte ich ja noch so Anflüge von: “Na, nach Kerner kann es ja nur besser werden”, aber diese Anflüge setzten schnell zur Notlandung an. Eigentlich ist Lanz wie Kerner – nur mit schwarzen Haaren. Zugegeben: Rein äusserlich dürfte Markus Lanz mehr jüngere ZDF-Zuschauerinnen (also so ab 40 aufwärts) in erotische Vibrationen versetzen als Johannes B. Kerner, aber inhaltlich? Lanz wirkt mir zu betont kritisch, in seinen Reaktionen zu überzogen, auf der Suche nach Format, nach Identität und Wiedererkennungseffekt. Aber irgendwie verläuft die Suche erfolglos. Früher musste er halt nur irgendwelche Themen durch Ablesen von vermutlich vorgeschriebenen Texten anmoderieren – da übernimmt man vielleicht eine gewisse dauerstatische Moderationsstarre und überträgt diese dann 1 zu 1 im Dialog mit echten Menschen.
Und auch wenn bei “Lanz” ein Großteil der “ach so kritischen” Dialoge im Vorfeld genau besprochen sein dürften: Ein ordentliche Portion Individualität würde es angenehm menscheln lassen im Studio. Selbst emotionale Reaktionen scheint Lanz aus seinem Speicher abzurufen und diese allenfalls noch mit einer Prise “So müsste es ganz gut ankommen beim Zuschauer” verfeinern. Vielleicht bekommt er auch nur Regieanweisungen über den Ohrhöhrer: “Markus, jetzt kommt ein trauriges Thema, bitte betone Dein Mitgefühl, fahre Deine Stimme um 20% runter und strahle Wärme aus!”. Oder man befindet sich bei “Lanz” schon in einer Art “Matrix-Zukunft” und lädt dem Moderator einfach entsprechende Emotionen in den Hauptspeicher. Wenn dem so sein sollte, gehört das Programm aber noch ordentlich überarbeitet, Version “Lanz 1.0″ scheint aktuell installiert, Version “Lanz 5.0″ wäre wünschenswert.
Gerade zu lächerlich, wenn er exotische Mahlzeiten aus aller Welt verköstigen soll… erst ziert er sich kamerawirksam einige Minuten mit kindischem Getöse, dann überwindet er den gespielten Ekel und beisst zu – nur um den selbst geschürten Erwartungen eines anspruchslosen Studiopublikums gerecht zu werden das nur darauf wartet, dass Herr Lanz kotzend aus dem Studio rennt. Aber kotzen? Nein, so etwas würde ein Lanz niemals machen, dazu ist viel zu viel Kerner in ihm - nicht einmal das Wort würde er in den Mund nehmen, beruflich nicht, privat vermutlich auch nicht. Lanz fasst sich lieber an den Mund, hustet und presst mehrmals irgendein gequältes “Booohhaa, bäääh, widerlich” aus sich heraus. Also entgegen der erwarteten Feststoffe die sich munter auf dem Studioboden verteilen nur: Heiße Luft.
Was will man aber auch anderes erwarten: Kerner und Lanz wurden einem breiteren Publikum nur dadurch bekannt, sich auf sozial suboptimal ausgerichtete Menschen und Themen zu stürzen. Kerner mit eigener Talkshow in Sat1, Lanz als Moderator eines Formates bei RTL – ein Format das so lächerlich und manchmal peinlich daherkommt, dass jeder Alleinunterhalter im Seniorenheim dagegen den Nobelpreis verdient hätte. Heute wollen die feinen Herren davon nicht mehr viel wissen. Aber sie wussten sehr wohl, was sie einst moderiert haben. Immer nur in Kerner`scher Manier rundgelutscht daherlabern mit: “Ich stelle ja nur die Fragen… (….zum Honk machen sich ja die anderen!)” zeigt auf Dauer nicht wirklich Größe.
Aber wenigstens ist Kerner bekehrt worden (Achtung, billiges Wortspiel: Sozusagen “bekernert”) und seinem Ursprung treu geblieben: In Sat1 sülzt er jetzt montäglich in gleicher Art und Weise daher wie vorher im ZDF – nur das Niveau wurde Sat1-tauglich herabgesetzt bzw. angeglichen. Irgendeine verkrampft wirkende Mischung aus Stern-TV, RTL-Explosiv und “2 bei Kallwass”. Der Titel “Nix bei Kerner” würde eigentlich besser zur Sendung passen als einfach nur “Kerner” – denn dann weiß man wenigstens was einen erwartet und kann nicht enttäuscht werden.
Und Herr Lanz? Der wird uns wohl noch weiter mit seichter Unterhaltung belästigen und dabei so tun als wäre er ein echt kritischer Moderator der sich von niemandem was sagen lässt und sein Ding gnadenlos durchzieht. Und Freitags? Wird gekocht. Natürlich nicht ohne den inzwischen extrem nervenden Brillenbart Horst Lichter. Aber das?
Ist ein anderes Thema!
Schlagwörter: Exclusiv, Exklusiv, Explosiv, Horst Lichter, Johannes B. Kerner, Kerner, Lanz kocht, Markus Lanz, Moderator, RTL, Sat1, Stern TV, Talkshow, ZDF
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19. November 2009 von johnrest
Manche schrecken wirklich vor nichts zurück. Heute hat das flimmernde Inferno zur besten Bügelzeit für mich den absoluten Tiefpunkt seit Jahren erreicht: Ralf und Beatrix Gielen. Nein, die beiden selbst sind kein Tiefpunkt, aber das was sie darstellen. Nämlich die Tatsache, dass ihre Ehe nach über 20 Jahren unter keinem guten Stern mehr steht, weil: ER sitzt nur noch auf der Couch rum, redet kaum noch mit der Alten, den Haushalt muss sie auch alleine schmeißen und sexuell wurden die stürmischen Wellen der Liebe schon lange durch gähnende Ebbe abgelöst. Und sie? Sie hat ein ganz anderes Problem: Michael Wendler. Ja, richtig, dieser Retorten-Petry mit Steckdosenbräune und flatterndem Brusthaar. Nennt sich selbst wohl gerne den König des Pop-Schlagers und inszeniert sich wo er nur kann.
Wie dem auch sei, selbst einem Wendler gestehe ich natürlich Fans ein. Vornehmlich sind die weiblich, im leicht gesetzten Alter und versammeln sich aufgespachtelt und im Schnitt auf Jungfräulichkeit runtergeschminkt in irgendwelchen Turnhallen und Ballermanndiscos um “dem Wendler” zu lauschen. Dabei dürfte dessen stets leicht geöffnetes Hemd bei so mancher Hausfrau für ungeahnte Feuchtigkeitsausbrüche sorgen – und damit meine ich keinen Achselschweiß. Wo der eigene Gatte schon seit Jahren trotz enormer Anstrengungen vor dem Trockenen sitzt, reicht dem Wendler ein kleiner Blick und die Staubsaugergöttinnen fließen dahin.
Nun denn, Ehekrisen und aufgedonnerte Hausfrauen sind keine Seltenheit, vor allem nicht im Privatfernsehen am Mittag. Spannender wird es, verfolgt man (unter extremer Selbstbeherrschung und weggeschlossener Fernbedienung) nun was Pro7 rund um Familie Gielen samt Herrn Wendler für ein Schmierentheater erschaffen hat. Denn Beatrix Gielen bewundert Herrn Wendler nicht nur dann und wann auf irgendwelchen Konzerten, nein. Beatrix hat auch nicht einfach nur sämtliche, bisher veröffentlichten Machwerke von Herrn Wendler im Schrank, nein. Und Beatrix reicht auch keine Autogrammkarte an der Pinnwand in der Küche, nein. Beatrix Gielen hat das Schlafzimmer mit Wendler-Postern TAPEZIERT – und damit übertreibe ich kein bisschen.
Selbstredend trägt Beatrix nur T-Shirts mit der Hackfresse dem lieblichen Gesicht von Michael Wendler drauf. Und dazu die fast gleiche Kurzhaarfrisur. Nicht ohne Stolz verkündet Frau Gielen: “Ich habe mir sogar die Haare schwarz gefärbt, weil Michael hat ja auch dunkle Haare!” Gegen all das wirkt der überdimensionale “Michael Wendler”-Aufkleber an der Heckscheibe der Familienkutsche fast schon lächerlich unauffällig. Das Beatrix Gielen nicht noch Tampons mit dem Gesicht Wendlers allmonatlich in sich einführt: Scheint auch schon alles zu sein, vermutlich haben ihr dabei auch nur die Wechseljahre einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und wer jetzt glaubt das sei schon Hardcore genug, kennt Pro7 und Familie Gielen nicht.
Denn was macht Beatrix Gielen um ihre Ehe mit Ralf zu retten? Genau: Nach dem nächsten Konzert (bei dem hat sie natürlich den Sonderplatz ganz vorne und ganz nah beim Michi, wie bei jedem Konzert) spricht sie den Michael an und berichtet von ihrer Krise. Der betont in einer vor Schmalz nur so triefenden Art, dass er sich natürlich über jeden Fan freuen würde aber dadurch doch bitte keine Ehe leiden solle. Und weil er, der Michael Wendler, so ein toller, cooler Typ ist lädt er die Beatrix zu sich nach Hause ein mit den Worten: “Bring Deinen Mann doch mal mit!”. In einem Interview schwallert Wendler dann noch so etwas wie: “Normaler Weise lade ich ja keine Fans zu mir ein, aber wenn eine Ehe in Gefahr ist, mache ich natürlich eine Ausnahme!”.
Herrlich, Wendler versteht die Medien für seine Zwecke zu gebrauchen. Die freuen sich über ein halbwegs bekanntes Gesicht in einer billigst produzierten Doku-Soap und er sich darüber, dass Pro7 im Gegenzug mindestens 2 mal ausführlich erwähnt, wie viel Alben der Wendler schon heraus gebracht hat, wie seine bekanntesten Titel heißen und wie das aktuelle Album und überhaupt. Ich stelle mir gerade mal vor, wie ein Redakteur von Pro7 bzw. der Produktionsfirma von “We are Family” beim Management vom Wendler anruft, welches wiederum den Michael selbst kontaktiert:
“Ey, Michi, pass auf, geiles Marketing für Dich: Bei Pro7 gibts so`n Asi-Format für Hartz4-Empfänger und Hausfrauen, heisst glaube ich “Where are Family” oder so, aber egal. Auf jeden Fall haben die da eine Alte am Start, die hat mehr Poster von Dir im Schlafzimmer als Du von Dir im ganzen Haus. Und mit ihrem Kerl läuft auch nix mehr. Und die von Pro-Dingens haben gemeint, wenn Du da einen auf Paartherapeut machen würdest, würden die auch mindestens 2 mal erwähnen wie dein aktuelles Album heisst und so. Na, was sachste, Michi?”
Michi: “Wie sieht denn die Alte aus?”
Management: “Ist mehr so`ne alte Bratze, aber drauf geschissen Michi, 70% Deiner Fans sind Bratzen, komm, jetzt zieh das durch, das nehmen wir locker nebenbei mit!”
Und so dürfen wir fassungslosen Zuschauer dann erleben, wie Bratze Beatrix Gielen samt Ehegatte vor der schneeweißen Villa vom Wendler stehen. Mama Gielen ist sprachlos, Papa Gielen zückt erst mal die Digicam und knippst den wie aufs Ablichten wartenden, hochglanzpolierten Sportwagen der ganz zufällig direkt neben der Eingangstür steht. Und dann geht alles recht schnell: Beatrix “The Bratze” Gielen klingelt samt Mann an der Hand, Wendler öffnet erst die Haustür, dann die obersten Knöpfe vom Hemd (von wegen dem Markenzeichen und so), alle 3 sitzen in Wendlers schneeweißem Wohnzimmer und der Wendler redet beiden ins Gewissen. Klappe, Ende, aus – die Gielens sind ab sofort wieder eine glückliche Familie und beim Poppen muss Papa Ralf auch nicht mehr die Wendler-Maske aufsetzen. Herrlich.
Und wenn man jetzt denkt: “Ja, toll, aber ist doch eh alles gestellt bei diesen Sendungen”, dem bzw. der möchte ich ans Herz legen einmal hier zu klicken (bitte ruhig bleiben und stark sein!) – das ist das “my Space”-Profil von Beatrix Gielen. Und? Erster Schock überwunden? Super, denn abschließend möchte ich noch betonen, dass Michael Wendler bestimmt niemals nicht einen seiner weiblichen Fans “Bratze” nennen würde, nein. Herr Wendler wäre zu tiefst betroffen über solche Unterstellungen. Jede Frau die seine Konzerte besucht ist auf Ihre Art etwas ganz Besonderes und ohne diese Frauen wäre er nicht das was er ist. Und was genau das ist was er ist:
Sollte Jede/r ganz für sich alleine entscheiden – so wie Beatrix Gielen das auch getan hat…
Schlagwörter: Beatrix Gielen, Der Wendler, Echolot, König des Pop-Schlagers, Michael Wendler, Pro sieben, Pro7, Ralf Gielen, Schlager, Sie liebt den DJ, We are Family, Wendler
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21. November 2009 von johnrest
Herrlich… irgendein Handykartenanbieter freut sich so sehr mich als neuen Prepaidkunden begrüssen zu dürfen, dass er mir anbietet: “Jetzt 250 Gratis-Visitenkarten abstauben, nur 2,98 Euro Versandkosten!” Na, dann aber nix wie hin und “Oh Schreck”, wieder bei “VistaPrint.de” gelandet. Für mich in der Art und Weise des virtuellen Kundenumgangs ein arg bedenklicher “Verein”. Nicht etwa, dass VistaPrint die Kunden jetzt irgendwie bewusst täuschen oder gar betrügen würde, nein. Aber: VistaPrint scheint gerne mit absolut kostenlosen Angeboten (ausgenommen Versandkosten und/oder Bearbeitungsgebühren) zu locken nur um auf dem Weg zum Ziel einige Stolperfallen einzubauen.
Wehe dem, man klickt auch nur aus Versehen (oder vom Anbieter beabsichtigt für ein Versehen ausgelegt?) irgendeinen falschen Link: Schwupp, kosten am Ende der Bestellung die kostenlosen Visitenkarten nicht mehr nur 2,98 Euro Versand sondern 11,99 Euro. Aber eigentlich ein Schnäppchen, denn gegenüber dem regulären Preis spare ich enorm viele Prozente. Komisch, ich wollte es doch kostenlos (ausser Versandkosten). Also wieder zurück, noch mal von vorne, dieses Mal wirklich nirgends geklickt (ausser auf “Weiter”) – endlich, es scheint zu klappen.
Aber: Bevor man jetzt endlich zum Absenden der Bestellung gelang, nervt Vistaprint noch mit unendlich vielen, tollen, attraktiven Zusatzangeboten. Und das in einem teilweise so verwirrenden Layout das man weder vor noch zurück weiß. Jetzt bin ich glücklicher Weise mit Erfahrungen im Bereich Internet gesegnet. Aber Terror dem, der das nicht täglich macht. Ich kann mir vorstellen, dass bei vielen aus den kostenlosen Karten (ausser Versandkosten) schnell ein Paket für 10, 20 oder 30 Euro werden, einhergehend mit den Worten: “Komm, scheiss drauf, 250 Adressaufkleber die sonst 2342,34 Euro kosten jetzt für nur (mich) 10,99 nehm ich doch mit!”
Irgendwann hat man es dann doch wirklich geschafft, ist jedoch so verunsichert das man gar keinen Mut mehr findet die Bestellung endgültig abzusenden. Denn wer weiß: Vielleicht steht irgendwo versteckt noch der Hinweis, dass man mit dem Absenden der kostenlosen (ausser Versandkosten) Bestellung einwilligt, noch für 50,00 Euro zwei tolle T-Shirts mitzubestellen die eigentlich 498,00 Euro kosten. Und nicht zu vergessen die 2500 Kugelschreiber die pro Stück nur 0,39 Cent anstatt 5,99 Euro kosten. Und wer Kugelschreiber mitbestellt, bekommt so oder so einmal im Monat das exklusive 10er-Pack Ersatzminen im Jahresabo für nur 111,99 Euro.
Es ist ja vollkommen legitim, dass ein Unternehmen von kostenlosen (ausser Versandkosten) Angeboten auf Dauer nicht oder nur schwer leben kann. Auch nachvollziehbar ist es, wenn man hier und da dezent auf attraktive Zusatzmöglichkeiten hinweist. Aber bisher habe ich nirgends anders als bei VistaPrint den Eindruck, dass man an diesen asozialen, scheiss nervigen Gratiskunden (ausser Versandkosten) gar kein Interesse hat. Und deshalb muss man diesem gierigen Dreckspack die Bestellung so schwer wie nur irgendwie machen. Das erinnert irgendwie an Angebote aus dem TV, vornehmlich von Schnullerbacke Walter Freiwald propagiert: “Wenn Sie jetzt gleich anrufen, dann erhalten Sie GRATIS für eine kleine BearbeitungsGEBÜHR von nur 9,95 Euro einen zweiten Bauchweggürtel im handlichen Reiseformat dazu!”
Auch VistaPrint knallt einem dieses “Wenn Sie jetzt gleich” bestellen in Drückerkolonnenmanier nach der Bestellung noch um die Ohren: “Nur Sie haben jetzt exklusiv 10 Minuten Zeit, sich folgende Angebote zum absoluten Hammerpreis zu sichern, zögern Sie nicht, nur 10 Minuten!” Eigentlich sollte da dem Eindruck entsprechend noch stehen: “Nun bestell schon Du dumme Sau, bisher haben wir so gut wie nix an Dir verdient Du elender Penner!” Nein, habt ihr nicht – oder nur sehr, sehr wenig, bei 2,98 Euro Versandkosten kann nicht mehr so viel hängen bleiben. Aber dafür muss ich ja jetzt fast einen Monat auf meine kostenlosen (ausser Versandkosten) Visitenkarten warten. Weil: Wenn es schneller gehen soll, müsste ich extra zahlen… schon mal bis zu weit über 10 Euro für einen Versand in annehmbarer Reaktionszeit.
Wie muss ich mir das vorstellen? Sitzen da ein paar Mitarbeiter und horten in Regalen die ruck-zuck gedruckten Karten der Kostenloskunden (also kostenlos ausser Versandkosten) und warten MINDESTENS 21 Tage ab bevor es in den Versand geht? Immer gepaart mit einem “Das habt ihr nun davon Ihr Arschlöcher?” Egal. Ich weiß nur eines: Da bestelle ich nie wieder – denn so nervig wie die Wegelagerei bis zum Absenden der Bestellung (und danach) ist auch der VistaPrint-Newsletter, teilweise täglich mehrmals Emails die stark an die Bettelei von Verhungernden erinnert. Wenigstens kostet das Abbestellen des Newsletters keine Bearbeitungsgebühr. Das einzig Positive an dem ganzen Verein ist: Wenn der Versand meiner kostenlosen (ausser….) mindestens 21 Tage dauert, dann habe ich meine Bestellung nach spätestens 14 Tagen schon wieder vergessen. Um so großer die Überraschung, wenn dann nach Ablauf der Arschlochwartefrist unerwartet ein Päckchen Visitenkarten in meinem Briefkasten liegt. Bleibt zu hoffen das auf dem Umschlag nicht steht:
“Das Öffnen dieses Umschlags kostet einmalig nur 11,99 Euro Bearbeitungsgebühr, bestellen Sie dazu auch gleich den exklusiven Brieföffner für nur 98,00 Euro anstatt 498,00 Euro!”
Schlagwörter: Adressaufkleber, Brief, Druck, Drucken, Gratis, Kostenlos, Post, Umschlag, Versand, Visitenkarten, VistaPrint, Walter Freiwald, Werbung
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24. November 2009 von johnrest
Ich möchte vorne weg eines klar stellen: Ich stehe auf Frauen, durch und durch. Gern griffig, gern weiblich, gern üppig – überall und nicht nur “hier und da”. Und als Klemmfurzer der beim Anblick nackten Fleisches hochrot anläuft kann ich mich ebenfalls nicht bezeichnen. Aber langsam wird mir das mit den Titten irgendwie zu viel. Schon als pickeliger Pubertätsfanatiker konnte ich nicht nachvollziehen, warum fast nackte Frauen mit ihren Arschbacken den frisch polierten Lack eines attraktiven Sportwagens versauen mussten. Und warum jedes noch so unwichtige Autoersatzteil scheinbar ohne den “Faktor Titten” keinen Absatz findet. Ja, sicher, Autokauf ist Männersache und Männer stehen auf heisses Fleisch auf kaltem Metall – aber wehe dem, die eigene Perle möchte mal eine Runde mit dem hochgezüchteten Opel oder Golf drehen: “Finger weg!”
Frauen reichen in der Sicht vieler Männer allenfalls dazu aus, mit Arsch und Titten eigentlich belangloses Zeug ein wenig aufzuhübschen. Gerne dürfen sich Frauen auch lasziv gestellt an irgendwelchen Stangen rekeln oder für so manchen Euro freudige Empfängnisbereitschaft zeigen. Titten bringen Quote, dass weiß auch das Fernsehen – fast kein Tag vergeht, an dem nicht irgendeine Tuse mit den Worten: “Diese Titten darf nicht mal mein Freund sehen!” selbige gespielt peinlich-berührt in die Kamera steckt und dem onanierbereiten Zuschauer präsentiert. Selten bis gar nicht entdecke ich Männer, die ihren Penis auspacken: “Er ist einfach zu klein, da muss was passieren!”. Und selbst beim Essen gehen ist man(n) nicht mehr sicher vor aufdringlichen Hupen, wippenden Eutern und prallen Fleischauswuchtungen die in viel zu engen Stoff gequetscht werden.
Die Restaurantkette “Hooters” lässt Burger und Bier nahezu ausschließlich von mehr oder minder attraktiven Titttenträgerinnen an die von sabbernden Vollpfosten besetzten Tische bringen. Da wird der fleischige Burger schnell zum gedanklichen Ersatz für so manche Titte die ein Mann gerne anknabbern würde. Und dann hocken Sie da, gröhlen, jaulen und klopfen sich auf die Schenkel. Natürlich ist das alles legitim, natürlich kann jede Frau alleine entscheiden ob sie sich zu einem Stück Fleisch runterdegradierenwill. Aber wo eigentlich gibt es noch so etwas wie den stilvollen Reiz des Entdeckens? Brüste, die sich mit ihren Rundungen sanft unter dem dezenten Rollkragenpullover abzeichnen?
Nein, Titten wo man(n) hinschaut. Manchmal schäme ich mich wirklich für das primitive Urzeitverhalten meiner Geschlechtsgenossen, gesteuert vom Pimmeltrieb und dem Herdendrang – in der Gruppe laut und stark, vermutlich alleine vor vollendeten Tatsachen mit verschrumpeltem Schwänzchen und geneigtem Haupt das Weite suchend. Ein bisschen weniger Titte im TV, ein bisschen weniger Titte in der Gesellschaft, dafür ein wenig mehr Stil und vielleicht etwas Divenhaftes. Frauen, die durch ihr Verhalten zeigen: “Meine Brüste sind etwas ganz Besonderes für den, der sie sehen und erleben darf!”. Ich bin mit Sicherheit kein Verfechter von Kopftüchern und züchtiger Gebetskleidung – aber mehr und mehr kann ich zumindest dem Gedanken dahinter etwas abgewinnen – wenn die Umsetzung aus wirklicher Überzeugung und nicht aus äusserem Druck entsteht. Es macht keinen Spaß mehr….
…wenn einem überall “dicke Ohren” um die selbigen geknallt werden!
Schlagwörter: Titten, Busen, Brüste, Sex, Frauen, Hupen, Poppen, Penis, Titte, Brust, Euter, Bengel, Prall, Sexy, Autos, Sportwagen, Männer, Doppel D, DD, Nageln, Pimpern, Onanieren, Brustvergrößerung, OP, Schniedelwutz
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27. November 2009 von johnrest
Sie heißen* Hexe, Ralle, Wolle, Kalle, Bienchen oder Knuddel. Nicht selten versprühen Sie den optischen Charme von LKW-Fahrern, Klofrauen und in Parfum getränkten, aufgeballerten Hausfrauen die nach dem einen oder anderen Schnäppschen gröhlend zu Michael Wendler auf den Tischen tanzen. Nichts gegen LKW-Fahrer, nichts gegen Klofrauen, aber es sei gestattet zu bitten… nein, inbrünstigst zu flehen: Schuster, bleib bei Deinen Leisten! Unterstützt von Privatsendern und ihren Pseudodokusoaps erlebt eine bis dahin zum Glück weitestgehend unbemerkt im virtuellen Untergrund agierende Gruppe Menschen unnötige Aufmerksamkeit: Internetradiomoderatorinnen und Internetradiomoderatoren.
Selbst gemachte Videos von jedem Rülpser und Furzer sind das Eine – aber ins Mikrofon seiernde Hobbylabertaschen noch mal etwas ganz, ganz Anderes. Gern sprechen Sie so ins Mikro wie ihre Vorstellung eines Moderators sich fest gesetzt hat, vermutlich auf zu viel Radiokonsum irgendwelcher Trallala-Sender mit dem “besten Mix der 80er, 90er und von heute” basierend. Problem: Meist wird diese billige Kopie von eh schon billigen aber wenigstens echten Moderatoren noch um das 100-fache verstärkt. Und so ergibt sich manch amüsant-skurile Mischung aus Dorfdisco-DJ, Kirmeslosverkäufer plus Alleinunterhalter – und das nicht nur akkustisch sondern auch konsequent optisch umgesetzt und zur virtuellen Schau gestellt. Denn: Natürlich muss ein die Webgemeinde sich aufzwängender Möchtegernstar auch eine eigene Homepage haben.
Da blinkt es hier, da blendet es da – kunterbunt und kitschig, garniert mit Fotos von sich selbst und natürlich den vielen “lieben Fans”, wie zum Beispiel* “Schneckchen, Poldi, Kuschel1968, Mullewutz1972″. Für mich eher die Galerie des Grauens, ein Schreckenskabinett. Klischees von allein Erziehenden, übergewichtigen, aber “ganz doll lieben und tollen” Hausfrauen möchte ich hier allerdings nur ungern bedienen – die bedienen sich oft genug schon selbst, man muss da gar nicht lange suchen. Und die Männer? Die haben schnell begriffen: Die Chance auf unverbindliche Popperei ist über solche Hobbyradioforen weit einfacher als die teuren Flirtseiten. Im großen Pool der vereinsamten, moderierenden Lautpsrechervergewaltigerinnen findet auch der Schnauzbartträger mit offenem Hemd und ordentlich Brustpelz was zum Wegstecken – notfalls wird das Licht ausgeschaltet.
“Immerhin billiger als in` Puff zu fahren!” höre ich so manchen Webradiocasanova schon he(u)cheln. Jeder Mensch soll seine Daseinsberechtigung haben und zum Glück reduzieren sich die gern ihre Familienpflichten vergessenen Hobbysülzer aufs geHÖRT werden, denn live in Bewegung SEHEN muss man den Großteil wirklich nicht – es sei denn, man neigt zu einer gewissen Perversion. Diese Neigung konnte ich eine zeitlang nicht abstreiten und saß gerne 8 – 12 Stunden am Tag in oder besser vor irgendeinem Videochat, allerdings mehr passiv beobachtend als aktiv mitwirkend. Aufgrund der Tatsache, dass hier Kinder mitlesen können weil die Eltern gerade eine wichtige Sendung im “Webradio Antenne Hexe 0815“* moderieren, halte ich mich ein wenig zurück mit den Äusserungen über das Gesehene.
Aus rein sexueller Sicht nur so viel: Es gibt genügend Männer und Frauen, die es scheinbar nicht uninteressant finden, sich in alle möglichen Körperöffnungen vor laufender Kamera diverse Dinge einzuführen – bis fast hin zur Kamera selbst. Und das nicht etwa gegen Bezahlung, nein, aus rein sich selbst aufgeilenden Gründen, frei einsehbar (und EINsehbar darf hier wörtlich genommen werden) für Alles und Jeden. Allerdings bestimmen diese Menschen selbst wie sich sich darstellen – diese Selbstbestimmung hat so manches Kind nicht. So manches Kind allein erziehender Mütter (und immer mehr Väter), die bis zu 12 Stunden am Tag vor dem PC verbringen (und sich nicht selten sogar noch beim Schlafen in der Tradition von “Die Trueman-Show” filmen), während man die Kinder im Hintergrund oft nach ”Mami” rufen hört. Diese reagiert nicht selten genervt: “Mami hat gerade keine Zeit, macht Euch Euer Essen selbst!”.
Darauf angesprochen reagieren diese für mich asozial handelnden Menschen gern pauschal echauffiert, aggressiv und beleidigend, natürlich mit Unterstützung des virtuellen Gefolges im Chatraum – schließlich kennt man sich seit Jahren, und es dürfte auch so mancher OneNightStand und gelutschter Schniedelwutz auf der “ewigen Suche nach dem Richtigen” virtuell anwesend sein. Idealer Weise ist unter den ganzen Abenteuern dann auch noch der allmächtige Chatgott anwesend – der mit der Lizenz zum Rauswerfen, der große Admin. Wird irgendein schon im Chat festgewachsenes Mitglied von so einem dummen Neulingsarschloch angemacht: Rauswurf! Dann Sperre – auf Lebenszeit! Und dann? Weiter zur Tagesordnung, dumme Flachsprüche, Groß- und Kleinschreibung ignorieren, Abkürzungen und Küsschen durch den Raum schleudern und sich virtuell ganz doll knuddeln. Da bleibt mir doch nur eines als Fazit:
LOL!
*Hinweis: Alle in diesem Artikel genannten Namen entsprangen meiner blumigen Fantasie und beziehen sich selbstverständlich nicht auf real existierende Personen, jedenfalls nicht absichtlich.
Schlagwörter: Allein Erziehend, Alleinerziehend, Chat, Disco, DJ, Hexchen, Hexe, Internet, Internetradio, Kirmes, Knuddel, Losverkäufer, Schnuddel, Videochat, Web, Webradio, Wuddel
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27. November 2009 von johnrest
Ich darf behaupten: Die meisten Blogger legen schon Wert auf eine gewisse Resonanz, auf Besucher, auf Kommentare, auf ein Stück vom virtuellen Ruhmeskuchen. Wollte ich “einfach nur so für mich” schreiben, könnte ich tagtäglich den einen oder anderen Zettel vollschmieren und als mein Tagebuch heimlich unter der Matratze verstecken. Nö, ist schon ganz okay wenn ich meine Gedanken in die Welt schleudere – ob diese Gedanken nun angenommen, abgelehnt, unterstützt oder ins Lächerliche gezogen werden: Spielt keine Rolle. So wie ich mir die Freiheit nehme offen zu denken, gestehe ich anderen die Freiheit ein eben dieses Denken zu bewerten, zu kommentieren.
Wie aber bekommt man nun Besucher auf seinen Blog? Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel konsequent in Foren agieren mit einem dezenten Link auf den eigenen Blog, ungefragt andere Blogs kommentieren oder wie so oft: Mit sexuellen Inhalten. Dabei reicht als “Inhalt” schon die Wahl der richtigen Suchworte (neudeutsch “Tags”). Artikel, die ich teils passend, teils aus Neugierde mit Worten wie “Titten, Brüste, Poppen, Sexy” garniert habe, freuen sich steigender Beliebtheit – wohlwissend, dass der eine oder andere männliche Besucher nach dem Lesen des nicht zu den Suchworten passenden Artikels die Hose enttäuscht wieder hochzieht.
Gesteigert wird das Interesse am Blog und dessen Auffindbarkeit nur noch durch eines: Namen! Und nicht etwa Namen irgendwelcher Medienstars oder bekannter Gesichter. Nein, die Müllers von Nebenan scheinen interessanter als alle(s) andere(n) – so zumindest zeigt es mir meine Statistik. Nur ein Beispiel: Ich habe irgendwann einmal über “Familie Gielen” geschrieben – diese flimmerten mit irgendwelchen Eheproblemen durchs Fernsehen – selbstredend in einer der unzähligen Schmierendokus mit Namen wie “We are family” oder “Mitten im Leben”. Oder “Familie Gerschler”, die sich bei der Namensfindung ihrer unzähligen Kinder nicht hat lumpen lassen, wie z.B. Tocher “Angeline-Lolita Gerschler” oder auch Sohnemann ”Jack-Gilbert Gerschler” eindrucksvoll bestätigen könnten.
Ich schaue solche Formate gerne und gebe es “noch gerner” zu: Ich schaue aus von Diplommedienpsychologen definierten Gründen: Sich besser fühlen! Schön auf das “asoziale Pack” im TV zeigen und sich freuen, dass man so weit unten selbst nicht gelandet ist. Hinzu kommt eine ganz große Portion Voyeurismus – und genau dieser Voyeurismus bestätigt sich in den Statistiken meines Blogs. Denn wenn “Familie Gerschler” mal wieder im TV zu sehen ist, steigt die Klickzahl enorm, alles Besucher die über Suchmaschinen bei mir gelandet und gestrandet sind. Suchworte? Natürlich die Namen der Protagonisten.
Warum sucht man jetzt aber nach irgendwelchen unwichtigen, beliebig austauschbaren, teils armseligen Dokusoapkreaturen? Vermutlich aus dem gleichen Grund den ich für mich beanspruche wenn ich ein unbekanntes Gesicht mit eingeblendetem Namen im Nachmittags-TV sehe: Neugierde! Im Gegensatz zur Stasi in der ehemaligen DDR ist diese Neugierde aber offen und frei auslebbar und wird von den “Bespitzelten” auch in Kauf genommen. Wenn ich mich mit echten Namen einem großen Publikum zeige und dabei ordentlich auf den Putz asozialer Verhaltensweisen haue muss ich mich nicht wundern, wenn mein Name Anlass genug zur Volksspionage gibt. Schließlich ist es spannend zu erfahren, ob und wo sich die “Familie S.” sonst noch so herumtreibt. “Familie S.” hatte die “Supernanny” bei sich… daher auch wohl nur “Familie S.” – dabei ist`s überhaupt nicht schwer alleine durch die Vornamen und den Wohnort mehr zu erfahren.
Und nicht selten sind die Produktionsfirmen zu faul (oder zu dumm?), wirklich alle Spuren optisch zu verwischen. Hier mal ein Kennzeichen am Auto, hier eine Hausnummer, da Namen an Klingelschildern oder irgendein Geschäft im Hintergrund: Da wirds der Hobbystasi (zu) leicht gemacht. Das je nach Art und Weise der Darstellung so manches TV-Format auch noch ein sehr bedenklich handelndes Publikum anzieht: Drauf geschissen! Drohbriefe und Beleidigungen an der Supermarktkasse sind da noch harmlos – wie manche, sich nach Ausstrahlung auf einmal schämende Hobbydarsteller bestätigen können.
Einen gewissen Vorteil bietet das anlegen einer virtuellen “Stasi-Akte” aber: Sie kann dem im TV gezeigten Dokuschrott Wahrheit geben oder Wahrheit nehmen. Wenn wie die bereits erwähnte “Familie Gielen” sich ständig aufgrund der Geilheit von Frau Gielen auf den Schlagerfuzzie “Michael Wendler” streitet und ich dazu nach 5 Minuten einige Webseiten finde die Frau Gielen samt “Fuzzie Wendler” zeigen: Macht das Spaß. Oder wenn die Hobbywebradiomoderatorin Bianca sich im TV zeigt und auch noch in der Hoffnung auf “Ruhm” Ihre billigst zusammen gebastelte Webseite propagiert weil “zufällig die neu bedruckten T-Shirts” während der Dreharbeiten eintreffen und natürlich gleich mit der bedruckten Seite ins Bild gehalten werden müssen.
Wenn diese Bianca sich dann Anfeindungen ausgesetzt sehen muss, weil zu viele Zuschauer auch noch den letzten, gestellten Scheiss im TV ernst nehmen und ihre Angriffslust in Biancas Gästebuch ausleben: Sollte diese Bianca nicht laut rumheulen sondern vorher nachdenken. Alles in Allem sind viele von uns genau das, was man bei anderen als “widerlich und Würdevernichtend” empfindet: Kleine, gemeine, feige, hinter dem PC hockende Stasi-Freaks auf der Suche nach Informationen die eigentlich kein Schwein braucht. Ich beende meine Gedanken mit der Einsicht, dass ich in Zukunft lieber (frei nach dem Komiker Otto) das Telefonbuch lesen sollte – zwar eine scheiß Handlung, aber eine gewaltige Besetzung (mit vielen, unbekannten Namen)! Allerdings kann ich mit Blick auf “Scheiß Handlung” und “Unbekannte Namen” dann ja auch eigentlich…
…weiter Dokusoaps im TV schauen.
Schlagwörter: Anal, Bianca, Bianca Van der Will, Brüste, Busen, Familie Gerschler, Familie Gielen, Gerschler, Geschlechtsverkehr, Gielen, Oral, Poppen, Sex, Sexy, Stasi, Titten, We are Family, Web 2.0
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27. November 2009 von johnrest
Ich mache da überhaupt kein TamTam drumherum: Früher einmal, da habe ich die Auswürfe eines Herrn Niggemeier gern gelesen. Einer, der sich mit der Bildzeitung per eigenem “Bildblog” anlegt und einer, der offen sagt was er denkt. Einer, der in seinem Blog unter “Stefan-Niggemeier.de” die Scheinheiligkeit der Medien aufdeckt und Missstände offen anspricht. Aber mehr und mehr verkommt mir das, was der Herr Niggemeier da so treibt zu einer heuchlerischen Selbstdarstellung. Abgesehen davon, dass sich viele Besucher scheinbar nur aus dem Grund der eigenen “Ich bin intellektuell”-Darstellung kommentierend in sein Blog begeben, mutiert Herr Niggemeier für mich irgendwie zu einem eitlen Selbstdarsteller – und diese Feststellung ist nicht von Neid getrieben. Gleichwohl ist mir klar, dass ich selbst weit entfernt von der gehobenen Wortwahl eines Herrn Niggemeier agiere, nur: Ich habe derart verwschwurbeltes Teil(hohl)gephrase auch nicht erlernt. Nein, ich verkaufe mich gerne als den “Mann aus dem Volk” mit Fehlern die mich symphatisch machen (sollen).
Vielleicht suche ich auch nur Aufmerksamkeit um jeden Preis und missbrauche den Namen “Niggemeier” als kleiner Trittbrettfahrer. Allerdings ziehe ich damit zu einem großen Teil wohl nur die Niggemeiersche Gefolgschaft an – und die muss ihrem teils aufgesetzt wirkenden Intellekt dadurch bestätigen, sich mit einem Schmuddelkind wie mir nicht abzugeben. Ja, der Niggmeier… erst heute habe ich diesen Artikel von Niggemeier gelesen. Da betont er unter anderem, dass es ihm “peinlich genug” sei, von irgendwem als “lobendes Beispiel” erwähnt zu werden. Also wenn mir was peinlich ist, dann weise ich nicht noch darauf hin – obgleich manch kritische Stimme jetzt unterstellen könnte: “Wieso? Du betreibst doch gleich einen ganzen Blog!” Ich werde einfach das bereits mehrfach von mir erwähnte Gefühl nicht los, als wandle sich Niggemeier schleichend und von sich selbst unbemerkt in genau den auf die er sonst zeigt. Immer irgendwie dem Druck unterliegend, die von ihm vermuteten Erwartungen seiner Anhängerschaft erfüllen zu müssen.
Und manchmal beschleicht mich der Eindruck, als sehe Herr Niggemeier Skandale wo gar keine sind – nur um darüber schreiben zu können, schreiben zu müssen. Ich gönne dem Niggi seinen Erfolg, ich gönne dem Niggi auch sein immer wieder gern betonte Tätigkeit für die “FAZ” die ihn ja schliesslich “gut bezahlt”. Aber mir selbst gönne ich ungern eine empfundene Verlogenheit über die Tatsache, dass Herr Niggemeier zwar gerne Unabhängigkeit auf die wehenden Fahnen schreibt, selbige aber vermissen lässt. Wenn ich als Laie mir mal die Fehlbarkeiten der FAZ heraussuche oder Vorgehens- bzw. Ausdrucksweisen, die Herr Niggemeier bei nahezu jeder anderen Zeitung anprangert: Wundere ich mich und suche vergebens nach Unabhängigkeit. Sicher, man beisst nicht die Hand die einen füttert, allerdings sollte man das Beissen in diesem Fall ganz einstellen – sonst hinterlässt man vielleicht….
…einen zu beissenden Beigeschmack im Volksmund!
Schlagwörter: Bildblog, Blog, bloggen, Blogger, Blogs, Journalist, Medienjournalist, Niggemeier, Stefan Niggemeier, Stefan-Niggemeier.de
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27. November 2009 von johnrest
Haben Sie schon mal von den Ludolfs gehört oder gelesen? Oder die Ludolfs schon mal im TV gesehen? Auf dem “Männersender” DMAX geistern Sie seit Jahren umher. Manfred, Uwe, Peter und Horst-Günter handeln mit Autoteilen, ein von den vor vielen Jahren verstorbenen Eltern gegründetes Unternehmen, von den Brüdern in Ehren gehalten. Die 4 wirken ganz nüchtern betrachtet ein wenig verloddert. Einfach weg, immer ein wenig Öl verschmiert, halt typische Klischee-Schrottis. Der im TV dargestellte Lebensinhalt scheint zu sein: “Sei einfach und hab` Spaß dabei, Mensch bleiben!”. Und wohl genau aus diesem Grund scheinen die Ludolfs für manche die medialen Jünger aus dem Abendland. Die heiligen 4 Brüder kommen aus Dernbach im Westerwald daher mit Weisheiten und Freude am Leben. Hier und da mal ein Autoteil verkaufen, dann und wann von der Produktionsfirma was zum Spielen bereit gestellt und schon geht`s los.
Kultige Autos werden gnadenlos mit einfachsten Mittel verschandelt oder aus Ludolfscher Sicht verschönert, mal gehts mit dem Bulli auf Reisen, mal mit dem Schwimmauto auf den See, mal mit dem Ami-Schlitten zum Eis essen. Manchmal wirkt das so süß wie die Bespassung von Kindern im Ikea-Spieleparadies. Erschreckend dabei ist jedoch das Verhältnis der Ludolfs zu einer gewissen Ordnung und Sauberkeit. Das, was man da im TV sieht ist kein TV-Studio, nein, das ist der Arbeitsbereich der Ludolfs. Ein schäbbiger Raum mit einer uralt Tapete, total vergilbt vom Kette rauchenden Horst-Günter – der hat eigentlich nix zu tun ausser ans Telefon gehen und das Tor zur echten Welt zu öffnen, wenn die anderen 3 Gesellen wieder was erleben wollen.
Ein Aufschrei ging durch die Szene, als die Ludolfs ankündigten: “Jetzt wird renoviert!” Aber wie zu erwarten: Es sah aus wie vorher – nur in Neu. Das alte, teilweise durchgescheuerte Laminat hat man gegen neues aber optisch gleiches ausgetauscht, die Tapete wurde nachgedruckt – natürlich absolut authentisch mit der Nikotinvergilbung aus 30 Jahren Hardcore-Rauchen. Der Zuschauer soll sich heimisch und wohl fühlen, blos nicht überfordern. In einer Welt der täglichen Veränderung braucht es feste Größen – und diese Größe stellen die Ludolfs einfach dar. Seit dem TV-Durchbruch klingelt bis zu 700 mal am Tag das Telefon – bei großzügigen 10 Stunden Arbeitszeit und daraus errechneten 600 Minuten bedeutet das: Mehr als einmal pro Minute klingelts – nur um den typischen Ablauf zu hören:
Klingelingeling…. Horst-Günter schwingt den linken Arm über den Bauch zum Schnurlostelefon in der Ladeschale, drückt langsam und entspannt den Knopf:
“Luuuuhdolllfff?”
Der Zuschauer hört den Anrufer nicht, aber nach einem Moment Pause wieder Horst-Günter:
“Moment, ich frach mal!”
Horst-Günter wendet sich zum immer ganz links sitzenden Peter – der hängt vornehmlich den Kopf in den Nacken und die Arme über den üppigen Bauch – begleitet von einem Schnarchen:
“Peter?”
Keine Reaktion…
“PEEEETERRRR?”
Peter wird wach bzw. reanimiert:
“Ja, was denn?”
Günter: “Da sucht jemand für einen 98er Ford Fiesta den vorderen, rechten Kotflügel in rot!”
“Haben wir nicht da!” reagiert Peter im Standbye-Modus.
Günter wieder zum Anrufer: “Hören Sie? Nein, leider nicht da, ja, danke!”
Und wenn Peter sagt: “Haben wir nicht da!”, dann ist das Gesetz, denn wie meinte Peter einst auf die Frage, wie er über die vielen Teile ohne Computer Übersicht behält: “Das ist wie ein Computer in meinen Kopf!”
Erstaunlich, denn: Die Ludolfs haben so gut wie keine Regale, Peter schmeisst alles auf große Haufen – und weiss genau, wo welches Teil zu finden ist – und sei es, dass eben dieses Teil seit 30 Jahren in irgendeinem Haufen auf neue Bestimmung wartet. So ein Haufenprinzip ist klasse – kein Finanzbeamter der Welt könnte die wirklich vorhandene Menge an Teilen kennen – allenfalls schätzen – und vermutlich gut und gerne um ein paar hunderttausend daneben liegen – zu Gunsten der Ludolfs. Ob das alles aus rein Arbeitsschutztechnischer Sicht zulässig ist? Keine Ahnung, aber wir sind ja auch bei den Ludolfs, da sieht man alles locker.
Zum Beispiel das Kochen… Peter kocht und bruzelt…. vornehmlich Nudeln. Aber auch mal Fisch, schwimmend in Öl und Panierpampe. Das die Küche den gleichen, arg schmuddeligen Charme versprüht wie der Rest des Ludolfschen Anwesens: Geschenkt. Und dennoch genießen die Ludolfs Kultcharakter. In Internetforen rühmt man sich damit alles über die Ludolfs zu wissen, nur weil man da mal angerufen hat oder noch besser: Weil man dahin gefahren ist und tatsächlich jemand aufgemacht hat. Dabei dürften die Jungs eigentlich mit dem Teileverkauf nicht mehr viel zu tun haben – bei den ganzen Dreharbeiten.
Ich unterstelle auch mal, dass die Ludolfs schon die eine oder andere Millionen auf dem Konto haben. Und vermutlich schlüpfen Sie nach dem Dreh in Ihre Hugo-Boss-Anzüge, gehen teuer essen und fallen dann zu Hause in die Wildleder-Designercouch. Oder auch nicht. Eigentlich ist es auch egal, die Ludolfs werden verehrt mit einer komischen Mischung aus Neid (“Ich würde auch gern mal so locker leben können”), aus Ekel (“Niemals möchte ich in so einem Umfeld leben müssen!”) und vielleicht auch etwas Mitleid. Niemals würde man offen zugegeben so ungesund kochen wie Peter Ludolf – und doch verkaufen pfiffige Geschäftemacher das “Peter Ludolf Kochbuch” haufenweise. Was wäre zu Hause nur los, wäre die frisch gekaufte und an die Wand geklebte Tapete binnen kurzer Zeit vollgeraucht – und dennoch kann man die Ludolf-Tapete im Internet bestellen – und seien Sie sich sicher: Die WIRD bestellt!
Was auf anderen Sendern für Berichte über “asoziale Mieter” oder “dreckige Messies” reicht, wird bei DMAX und den Ludolfs zum Lebensgefühl propagiert. Jeder bei dem es zu Hause so aussähe wie bei den Ludolfs, würde komisch angeschaut von Freunden und Bekannten – aber bei den Ludolfs? Da sitzen die Freunde und Bekannten in der hygienisch sterilen Ikea-Hütte vor dem sauber polierten Flachbild-TV und freuen sich…
…über die “einfachen Jungs vom Schrottplatz!”
Schlagwörter: 4 Brüder auf dem Schrottplatz, Autoverwertung, Die Ludolfs, Dmax, Günter Ludolf, Horst Ludolf, Horst-Günter Ludolf, Ludolf, Ludolf-Brüder, Manfred Ludolf, Manni Ludolf, Marianne Ludolf, Peter Ludolf, Schrottplatz, Uwe Ludolf
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27. November 2009 von johnrest
Fahnungsfotos haben ja oft genug etwas Mystisches und Bedrohliches. Unrasierte, tättowierte Jungs werden zur Fahndung ausgeschrieben, nicht selten begleitet von den Worten: “Vorsicht, äusserst gefährlich, macht von der Schusswaffe gebrauch!” Aber als ich die Fotos der aus der JVA Aachen entflohenen Heckhoff und Michalski im Internet sah, musste ich trotz ihrer Verurteilung zu lebenslanger Haft mit anschliessender Sicherheitsverwahrung schmunzeln. Der eine ein Mörder, der andere ein Geiselnehmer – beide höchst gefährlich, nix zu verlieren, die meiste Zeit des Lebens im Knast. Was es da zu schmunzeln gibt? Schauen Sie mal hier:

Das sind die beiden. Also irgendwie doch mal eine etwas andere Art von Fahndungsfoto, oder? Kennt man den Hintergrund der Beiden nicht, könnte man sich zu so einem Kommentar hinreissen lassen wie:
“Jo, die kenn` ich, haben hier um die Ecke gewohnt, immer nett gegrüsst. Kann man sich gar nicht vorstellen, dass die so was machen, ich bin ganz schockiert!”
Aber bei aller vermeintlichen Lustigkeit: Wenn Sie einen der Beiden (oder beide) sehen: Wählen Sie 110, teilen Sie Ihre Beobachtung mit und spielen Sie nicht den Helden – denn wenn das schief geht, hätte das Foto rückblickend bewertet keinen schumzelnden sondern makaberen Ausdruck…
Schlagwörter: Aachen, Flucht, Gefährlich, Heckhoff, JVA, JVA Aachen, Michalski
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30. November 2009 von johnrest
So….
….wenn möglich, vergessen alle Medienschaffenden mal ihre schön gelernten Fachausdrücke und Vorgehensweisen, befreien sich von ihrer aufgesetzten Mediensprache, schieben die schwarze Hornbrille etwas höher auf die Nase und lassen sich inspirieren. Gerne dürfen Sie die folgende Idee als ihre eigene Ausgeben um beim Chef zu punkten. Sollten Sie selbst der Chef sein: Produzieren Sie eine Testfolge, bieten es verschiedenen Sendern an und polieren Ihr Ego nebst Bankkonto ein wenig auf – gegen Sach- und/oder Geldspenden hätte ich im Erfolgsfall nichts einzuwenden, gerne nehme ich auch den Besuch von molligen Blondinen in Anspruch die meinen Garten TV-gerecht aufhübschen, denn der hätte es mal bitter nötig.
Ich setze Ihr Verständnis dafür voraus, dass ich natürlich nicht “én Detail” mit irgendwelchen Abläufen im Medienbereich vertraut bin und die folgenden Schilderungen daher nur als Anreiz zu sehen sind. Sollte es Ihnen an moderierendem Material fehlen und Ihrerseits keinerlei Interesse daran bestehen die immer gleichen, teils abgenudelten Gesichter zu verbraten: Ich übernehme den Job gerne, meine Emailadresse lautet: JohnRest@gmx.de
Also:
Aufgrund voyeuristischer Veranlagungen in vielen Menschen kommen Nachbarschaftsstreitigkeiten im TV recht gut an – je asozialer, desto quotiger. Warum also nicht mal andere Wege gehen als immer nur die Streitigkeiten frech kommentiert zu filmen oder irgendwelche Streitschlichter zwischen die Parteien zu prügeln? Machen Sie daraus einfach eine Spielshow.
Das Konzept wäre so einfach wie genial: Zwei sich streitende Parteien werden erst einmal mit einem kleinen Trailer vorgestellt, der Grund bzw. über die Jahre angesammelte Gründe für die Streitigkeiten dargestellt. Jede Partei darf dann auch noch klar und offen aussprechen, was sie sich von der jeweils anderen Partei wünscht bzw. sogar verlangt. Nun stehen sich in einem Studio die Parteien gegenüber, hübsch auf Vorgartenidylle dekoriert. In diesem Studio mit Publikum (in dem auch Verwandte, Freunde oder weitere Nachbarn der Parteien anwesend sind) werden nun gar lustige Spielchen veranstaltet, dabei immer in Anlehnung an die jeweiligen Streitigkeiten.
Wenn also z.B. seit Jahren um einen falsch gesetzten Gartenzaun gestritten wird, müssen beide Parteien gegeneinander Zäune bauen – wer schneller ist, bekommt Punkte. Weitere Spielmöglichkeiten: Hundehaufen wegmachen, Sträucher und/oder Bäume beschneiden, Grundstücksgrößen vermessen, Wissensfragen rund um Nachbarschaftsrecht beantworten. Dazu kann man mit kleinen Trailern skurile, verrückte oder absolut unsinnige Urteile aus früheren Streitigkeiten vor deutschen Gerichten einspielen – das vermittelt Wissen und sorgt für Unterhaltung.
Jeder Kandidat hat dann noch einen Joker, dieser kann nur einmal zum Einsatz kommen (aber erst, wenn eine bestimmte Punktzahl erspielt wurde). Natürlich wird die Sendung von einem Fachanwalt begleitet, der hier und da ein wenig kommentiert und aufklärt. Die ganze Sendung kann man jetzt noch mit ein paar kleineren Einlagen garnieren – dafür setze ich aber die Fantasie und Kreativität bei Ihnen als Medienschaffende/r voraus. Vielleicht mit Wasserpistolen auf den anderen zielen, oder Spatenweitwerfen, oder Einfahrtzumauern, oder, oder, oder…
Und der/die Gewinner?
Na, das liegt doch auf der Hand. Je nach Art, Umfang und Auslöser der Streitigkeiten gibt`s Preise. Hat man sich also aufgrund eines Baumes gestritten, erhält der Gewinner Recht – unanfechtbar. Wahlweise bleibt der Baum also stehen oder die Produktionsfirma zahlt das Fällen bzw. das Umsetzen. Oder der Gewinner bekommt den seit 10 Jahren störenden Gartenzaun um einige Zentimeter versetzt. Oder man zahlt dem Gewinner einen Umzug um endlich aus der Gegend weg zu kommen. Oder, oder, oder – auch hier gibt es genug Möglichkeiten.
Wie soll das ganze heissen?
Ich hätte da ein paar Vorschläge:
- Nachbar(ge)schaft!
- Ran an Nebenan!
- Spiel mit Grenzen!
Und sonst?
Ich habe nicht recherchiert, ob es so etwas irgendo im weltweiten TV-Dschungel schon gibt – diese Arbeit möchte ich Ihnen als Medienschaffende/r aber durchaus noch zumuten.
Viel Erfolg!
Schlagwörter: RTL2, Fernsehen, RTL, Pro7, TV, ZDF, ARD, Sat1, WDR, Kabel1, Vox, Gameshow, Format, Idee, Konzept, Nachbar, Nachbarin, Nachbarschaft, Krieg am Gartenzaun, Nachbarschaftsstreitigkeiten, Streit, Krieg, Nachbarn, Huge Egon Balder, Entwicklung, Quoten
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30. November 2009 von johnrest
Kennen Sie (noch) Walter Freiwald? Sieht – wie ich finde – ein wenig so aus wie ein schlecht frisierter Koalabär im Anzug. Früher sorgte er bei “Der Preis ist heiss!” für das “große Hallo” und erklärte den Kandidaten die Vorzüge möglicher Gewinne wie Küchenmaschinen, Staubsauger oder auch mal Autos. Was dem Glücksrad Frau Gilzer war dem “heissen Preis” der Freiwald – nur in hässlicher und mit Stimme. Als die Sendung eingestampft wurde, landete Herr Freiwald irgendwann beim RTL-Shop und klöppelte einen Flachspruch nach dem Selben in die Kameras um Dampfwischer oder Speckwegbodys für moppelige Hausfrauen zu verkaufen.
Aber auch der RTL-Shop segnete das Zeitliche, Walter Freiwald überlebte und verbringt seinen medialen Rententeil jetzt damit, den gleichen Scheiss wie vorher zu verkaufen – nur lauter, bunter und greller als je zuvor. Da heulen Sirenen, da blinken bunte Werbebanner, da laufen Texte von oben nach unten nach rechts nach links und quer über den Bildschirm. Im Hintergrund jault klassische Musik und diese ganze Pampe wird dann noch übertönt von Walter Freiwalds Stimme gegen die jeder gröhlende Kirmesbudenschreier auf 9Live eine Oase der Entspannung darstellt.
Dann doch lieber Hartz4….
Schlagwörter: Bauchweggürtel, Dampfbesen, Dampfreiniger, Homeshopping, Moderator, RTL Shop, Teleshopping, Traumfigur, Walter Freiwald
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30. November 2009 von johnrest
Meine Lieblingsaggressionsaufbausendung “RTL Punkt 12″ hat mal wieder einen Test gemacht. Selbstlos schmeißt sich eine RTL-Reporterin in diverse Rollen und testet Singlebörsen im Internet. Mal als Schüchterne, mal als Selbstbewusste, mal als Businessfrau. Dabei zeigt sie dem Publikum pseudoempört Emails von Männern die offen zugeben: “Ich bin verheiratet!”. Als Fazit wird festgehalten, dass viel Verlogenes im Internet unterwegs sei und man immer ganz genau hinterfragen solle.
Ich fasse also mal zusammen:
Eine Frau die gar nicht sucht schlüpft in diverse Rollen (inklusive entsprechendem Make-Up und Kleidungsstil) um mit versteckter Kamera auf Männer zu zeigen die nicht das sind oder suchen was sie vorgeben?
Lächerlich, aber zum Niveau von RTL Punkt 12 passt`s halt…
Schlagwörter: Datingcafe, eDating, Elitepartner, iLove, RTL Punkt 12, Single, Singlebörse, Singlebörsen, Singles
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30. November 2009 von johnrest
Ja, ich weiß, schon wieder was über den Niggemeiers Stefan. Das ist der, der unter anderem den “Bildblog” so wie einen nach ihm selbst benannten betreibt und sich wie ein moderner Robin Hood gegen die Großen auflehnt, kritisch hinterfragt um es den Kleinen (also uns?) unter die Nase bzw. Augen zu reiben. Und wenn jemand so selbstlos (ungefragt) in den Kampf zieht, ist das schon mal die eine oder andere Bewunderung wert. Ich lese “dem Niggemeier seine Gedanken” immer noch gerne zur kurzweiligen Unterhaltung, allein an der Intention des Handelns habe ich meine Zweifel. Niggemeiers virtuelle Gefolgsleute höre ich schon wieder aufschreien: “Fakten, wo sind die Fakten?”, aber Fakten? Nein, Fakten habe ich nicht immer zur Hand sondern folge gerne auch mal meinem Bauch. Selbstredend bin ich mit dieser Vorgehensweise eigentlich nicht weiter beachtenswert, Herr Niggemeier selbst dürfte mich bzw. meine Sichtweise eher milde lächelnd als den hilflosen Versuch von Aufmerksamkeitshascherei auf unterem Niveau abstempeln und Niggemeiers treue Schergen werden sich aus Bequemlichkeit dieser Meinung einfach anschließen. Obgleich Aufmerksamkeit für einen mehr oder minder anonym agierenden Blogger in etwa so hilfreich wäre wie für den Papst ein Kondom oder wie Intelligenz für Kader Loth.
Macht alles nix. Defakto habe ich mir die “Akte Niggemeier” mal etwas intensiver durch den Bauch gehen lassen und bin zu einem vorläufig endgültigen Urteil gelangt – ganz ohne Faktencheck, einfach so. Kann man ernst nehmen, muss man aber nicht. Eigentlich ist alles ganz einfach und in sich stimmig – wie ich finde. In diesem Machwerk weist Herr Niggemeier fast schon peinlich berührt darauf hin, dass er einen Preis bekommen hat. Eigentlich ist es Herrn Niggemeier immer irgendwie peinlich wenn er einen Preis bekommt. So peinlich, dass er mit in Peinlichkeit getränkten Worten nur aus rein informationsgebundener Verpflichtung darauf hinweisen möchte, dass er einen Preis bekommen hat. Und eigentlich ist ihm so etwas irgendwie immer nicht ganz geheuer, das mit den Preisen. Vielleicht sind seine Hinweise auf die Preise und seine damit empfundene Peinlichkeit und Unsicherheit aber auch nur ein virtuell therapeutischer Ansatz um mit dem Erhalt eines jeweiligen Preises irgendwie fertig zu werden – ich weiß es nicht genau.
Na, wie dem auch sei, Niggemeier bekommt also Preise für sein kritisches Schaffen. So ein Preis ist je nach Preisstifter durchaus eine löbliche Angelegenheit wenn es darum geht zu zeigen: “Deine Arbeit wird honoriert, wir schätzen was Du da machst, den Preis hast Du Dir verdient!”. Wenn jetzt aber ein Preis nach dem selbigen folgt und der Bepreiste gar nicht mehr aus dem Schreiben über die damit in ihm ausgelöste Peinlichkeit nachkommt: Dann verlieren Preis in der Summe betrachtet irgendwie an Bedeutung. Oder anders: Der Anlass für den einzelnen Preis mag ja noch nachvollziehbar sein, verschwimmt aber in der Menge der Preise und könnte Anlass für Spekulationen sein. Und die hat (wie bereits erwähnt) mein Bauch angestellt. Dabei raus gekommen ist für die Niggemeierfanelite vermutlich ein Haufen schwachsinniger Scheisse, für mich aber Folgendes:
Herr Niggemeier wurde von den Medien (bzw. einem Teil der Medien) die er kritisiert einfach zum Selbstbeweihräucherungsonkel degradiert. Ist doch eigentlich logisch: Wenn eine Person A zum Beispiel das Medium B kritisiert und das Medium B der Person A dafür einen Preis verleiht: Dann dürfte das vom Publikum als Größe wahrgenommen werden und zeigen: “Ja, der Niggemeier (sorry, die “Person A”) hat also nicht umsonst gewirkt und Recht mit dem was er (sie) denkt, schreibt und sagt!” Also überhäuft man den Niggemeier jetzt einfach mit Preisen – so können die vormals Kritisierten so tun als hätten sie wahre Größe, der Niggemeier hat wieder was zum Peinlichberührtwerden und die Niggemeierlemminge können voll Freude betonen, dass sie den Niggemeier schon von Anfang an verfolgen (auch, als er noch ganz klein und unbedeutend war) und ausserdem schon immer wussten, dass der Niggemeier mal “ganz groß rauskommt”. Das aus “bloggen” noch nicht “niggen” wurde ist schon fast unverzeihlich.
(Die sich daraus ergebene Logik wie man dann in Zukunft “Blogger” nennt, erspare ich mir jetzt mal aus Gründen einer von der Gesellschaft eingehämmerten politischen Korrektheit).
Apropos “kommen”: Ja, für mich kommt der Niggemeier auch – aber nicht raus, sondern ver – verkommen zu einem Spielball derer die er kritisiert, der schmale Grad zwischen Geheimtipp und Massenkommerz lässt den Niggemeier irgendwie immer ein klein wenig mehr in die falsche Richtung neigen – sollte das der Grund für seine gern betonte Peinlichkeit sein: Kann ich das voll und ganz nachvollziehen. Vielleicht zum Ausgleich in Zukunft mal den einen oder anderen Preis ablehnen und darüber NICHT im eigenen Blog berichten – das hätte doch was.
Auch, wenn`s bestimmt ganz doll schwer fällt….
Linkhinweis: Grob ähnliche Gedanken kann man hier aufrufen – muss man aber nicht.
Schlagwörter: Bausch, Bildblog, bloggen, Hans Bausch, Hans-Bausch-Mediapreis, Mediapreis, Medienpreis, Niggemeier, Niggen, Peinlich, Preisverleihung, Stefan Niggemeier
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2. Dezember 2009 von johnrest
Manchmal verfalle ich in Melancholie und trauere den alten Zeiten hinterher. Ich erinnere mich an Erlebnisse und Dinge die mein junges Leben seinerzeit geprägt haben. Zum Beispiel wurde ich nicht zur zeitweisen Stilllegung von den Eltern früh morgens vor den Fernseher gesetzt um mir bunt jaulende Fantasiemonster anzuschauen, nein, Pikatschu & Co hatten keinerlei Einfluss auf meine Entwicklung. Wie auch, als ich ein kleiner Hosenscheisser war lief im TV für Kinder das Ferienprogramm (mit einer aus einem gemütlichen Sessel moderierenden, netten Frau Fischer die noch heute unter anderem im ZDF zu sehen ist) oder “Peter Lustig” oder der Klassiker “Sendung mit der Maus”. Privatfernsehen? Hatte ich nicht zur Auswahl. Manchmal sagte auch der Spencer “Hallo” zu mir, für musikalische Untermalung sorgten die legendären “Quietsch-Boys”, allerdings tendierte ich später mehr zu den Fraggles oder Doctor Snuggles und dessen skurile Erfindungen.
Und wenn der Fernseher aus war (und das war er sehr häufig)? Dann rannte ich draussen mit den Nachbarskindern rum, baute Buden aus alten Paletten und Baufolienresten. Oder schlidderte Sandberge runter oder fuhr mit dem BMX-Rad durch Wald und Wiesen. Ich schäme mich nicht einmal zuzugeben, dass ich Mädchenspiele gespielt habe – ich galt als wahrer Meister im Hüpfekästchen und Gummitwist. Herrliche Zeiten… nicht daran zu denken, mit so etwas wie einem Handy leben zu dürfen. Ein tragbares Telefon mit dem man auch noch Fotos und Videos erstellen kann? Geträumt habe ich immer von einer Armbanduhr mit der man Fernsehen kann – und tatsächlich: 1987 machte es sich Tom Hanks im Film “Schlappe Bullen beissen nicht!” als Beifahrer in einem Auto mit einer TV-Uhr am Handgelenk gemütlich – Informationen zur Uhr gibt es hier.
Toll fand ich damals auch die Idee, ein Telefon in der Uhr zu haben – diesen Gedanken hatte die bis heute erfolgreiche Sachbuchreihe “Was ist Was?” mit Band 47 (“Elektronik”, hier klicken) ausgelöst. In diesem Heft stand unter anderem geschrieben, dass wir im Jahr 2010 mit Armbanduhren durchs Leben laufen mit denen man telefonieren könnte. Erschreckend, wie gut diese Einschätzung eingetroffen ist – für nicht mal 100 Euro bekommt man solche Uhren im Internet. Apropos Internet: Davon habe ich nicht geträumt – mir reichten die 2 Stunden Ladezeit meines Commodore VC 20 inklusive Datasette. Alle möglichen Programme habe ich mühsam aus irgendwelchen Programmierheften abgetippt (und die Hefte musste man sich fürs Taschengeld auf dem Trödelmarkt zusammen suchen) und auf Papis alten BASF-Kassetten mit den von Schallplatte überspielten Partyhits eines James Last gespeichert – denn Papi glaubte wirklich, dass man eine solche Kassette nicht mehr überspielen könne wenn man die Schutzlaschen auf der Oberseite herausbricht, aber Tesafilm sei Dank: Es ging doch.
Und in der Schule? Kein MP3-Player in der Größe einer Streichholzschachtel, Pustekuchen! Mein MP3-Player war genau das hier (nur in schwarz) – aus heutiger Sicht passen in so ein Gehäuser vermutlich 5 Fernseher, 2 Computer und 3 Handys. Spiele auf einem Handy heimlich unter dem Schultisch? Gab es auch nicht. Höchstens (die Lehrer störende) Spiele auf dem Tisch. Mit einem Lamy-Füller dessen Kappe um 90 Grad verdreht für lustige “Purzelbäume” sorgte wenn man den mit der Kappe nach oben zeigend aufgestellten Schreiberling antippte.
Das Höchste der rein elektronischen Gefühle waren damals LCD-Spiele wie z.B. dieses hier oder Freunde die bereits einen Amiga 500 zu Hause stehen hatten, gespielt wurden darauf gerne auch mal “Sexgames” – Spiele von denen die Eltern meines Kumpels meinten: “So einen Dreck hat unser Sohn nicht auf seinem Computer!”. Ich selbst konnte mir irgendwann eine Atari 2600 Spielekonsole schenken lassen – die dafür benötigten “Kassetten” hatten locker das doppelte Volumen eines Apple iPhone – auf dem heute Spiele laufen für die man damals vermutlich 50.000 der stärksten Computer hätte in Reihe schalten müssen. Damals führte so manche Spieleerfindung auch noch zusammen und sorgte nicht wie heute für zunehmende Vereinsamung: Samstags nach Papis Sportschau schön das (den?) Senso auf den Tisch gepackt, dazu ein Glas Kakao: Herrlich!
Allen 15 Millionen Singles da draussen sei gesagt: Meine erste Freundin habe ich noch richtig in echt kennen gelernt. Da konnte ich vorher sehen was ich kriege – keine virtuellen Profile mit virtuellen Abziehbildern eines gut durchdachten “Wunsch-Ich”, keine Fotos die 30 Kilo kaschieren, keine sich selbst belügenden Frauen die “keine für eine Nacht sind” aber beim ersten Date ruck-zuck die Hose offen hatten. Nein, ich musste mich noch auf das Abenteuer Mensch im vollem Umfang einlassen – das war richtig harte Arbeit im Gegensatz zum heutigen Einkauf der virtuellen Eitelkeiten im Supermarktregal des Seelenhomeshoppings. Ich schweife ab, sorry….
Also…. das Sahnehäubchen meiner Kindheit war eindeutig das YPS-Heft mit Gimmick. Ob die bis heute kultigen Urzeitkrebse, der Solarzeppelin oder die Roboterhand: Mein Taschengeldkonto hatte nach jeder Neuerscheinung ein fettes Minus, entsprechend wurde der elterliche Rasen eben einmal mehr gemäht oder das Auto zweimal die Woche gewaschen. Ich hatte etwas auf das ich mich nahezu jede Woche neu freuen konnte – und wenn ich auch so manche Hausaufgabe “vergessen” habe: Wann es das neueste YPS am Kiosk gab wusste ich immer. Ich erinnere mich gerade mit einem glückseligen Schmunzeln daran, wie ich mit dem Rennrad (das ich von Oma und Opa zur Kommunion bekommen habe) ganz früh an einem Donnerstagmorgen mit Vollgas in die Stadt getrampelt bin – zum Bahnhof. Mit hochrotem Kopf legte ich stolze 8,50 DM auf den Thresen, flitzte wieder nach Hause um die Badewanne volllaufen zu lassen während ich es zusammen bastelte: Das YPS-Feuerwehrboot!
Das muss man einem Kind heute mal versuchen klarzumachen: Während YPS heute versucht, mit den “Urzeitkrebsen” als eine Art Tamagotchi auf dem iPhone sich selbst wieder zu beleben, bin ich damals los um mir ein kleines Plastikboot samt Comicheft zu kaufen – um daran wochenlang Spaß zu haben. Oder das man 2 Stunden gewartet hat um ein paar Strichmännchen über den alten Farbfernseher flimmern zu lassen während heute binnen Sekunden ganze Filme durchs Netz flattern. Natürlich ist Fortschritt eine tolle Sache, natürlich braucht es neue Techniken, natürlich trauere ich nicht ständig den “guten, alten Zeiten” nach – aber manchmal… doch, manchmal bin ich froh darüber, dass wir damals uns noch nicht verprügeln mussten um auf YouTube Videos einstellen zu können. Auch froh bin ich darüber, dass ich nicht mit sich im TV zum Kasper machenden Freaks groß geworden bin die von irgendwelchen “Pop-Titanen” beurteilt und nieder gemacht werden. Und ich musste der ganzen, weiten Welt nicht im Sekundentakt auf Twitter mitteilen, dass ich gerade kacken gehe oder mir den Sack kratze.
Früher war nicht alles besser, aber manches wesentlich entspannter…
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3. Dezember 2009 von johnrest
Es ist mal wieder so weit: Die Blogger- und Forenszene vereint sich zum virtuellen Stelldichein und macht Front gegen irgendwelche Produktionsfirmen von so genannten “Call-in”-Gewinnspielen. Wie, so was kennen Sie nicht? Löblich aber ein wenig Hintergrundwissen kann nicht schaden um zu verstehen:
Meist des Nachts kommt gar manch schreckliche Gestalt mit Stromliniennnullgesicht ohne Vorwarnung auf die Mattscheibe – manchmal sogar Mittags in der Werbepause der einen oder anderen Serie. Und dann darf der geneigte Zuschauer Fragen beantworten, wie zum Beispiel: “Nennen Sie eine Automarke mit A!”. Erfahrungsgemäß kommen 2 oder 3 Anrufer innerhalb von 10 Minuten durch, sagen Marken wie “Audi”, “Renault” oder “Ferrari” und gewinnen 100 oder 200 Euro. Jetzt ist die Zuschauerschaft angefichst und wählt sich für 50 Cent pro Anruf aus dem Festnetz die Pfoten wund, die Leitung glühend, die Telefonrechnung sprengend. Dumm jetzt nur, dass alle weiteren Lösungsvorschläge falsch sind. “Lamborghini?” NÖÖÖÖÖÖT! “Vielleicht Trabant?” NÖÖÖÖÖÖT!
Das geht dann locker mal 2 Stunden lang so weiter… bis der Moderationszombie oder die blödierte Billigtussie aus dem Resteverkauf für erfolglose Nachwuchsmodels hämisch grinsend die Lösungsumschläge öffnet. Da stehen unter Umständen folgende Automarkennamen:
- Karobolowitschnewski
- Ardisoldibaldibrum
- Knatterhanselmann
Bemüht man die allwissende Suchmaschine mit diesen Namen, findet man unter Umständen irgendwann irgendwo in der aller, aller, aber wirklich allerletzten Ecke des Internet Hinweise darauf, dass es diese Automarken gab. Meist für nur wenige Tage oder Wochen in irgendeinem Handelsregister aus den 1920er Jahren im südostbekischen Transilvanien eingetragen. Respekt an die Redakteure solcher Sendungen – Respekt davor, dass diese sich noch voller Entspannung im Spiegel anschauen können, Respekt vor jedem Abgang nach dem Fund einer vorher von aktuell noch lebenden Menschen noch nie gehörten Automarke – die aber von den Moderatoren gerne mit “Na, das hätte man aber wissen können!” kommentiert werden. Hoffentlich kleben die Seiten verstaubter Nachschlagewerke nicht schon zu sehr.
Egal, schaut man sich den billig produzierten Kirmeszauber länger an weiß man ja wie die Damen und Herren Kirmesbudenmarktschreier rund ums Gewinnspielbusiness ticken. Aber wehe dem, ein Unterligafussballverein manipuliert mit gekauften Spielern Endergebnisse: Da schreit die empörte Medienwelt wochenlang plerrend durch die Weltgeschichte. Jetzt könnte man natürlich auf übergeordnete Instanzen hoffen… Landesmedienanstalten oder irgendwelche Aufsichtsbehörden. Die gibt es auch, aber irgendwie “tun die nix” – so zumindest die Meinung vieler Beobachter der kritischen TV-Formate. Und was passiert, wenn der ewige Schrei nach “da oben” verhallt und der Staat nicht gleich ein Räumungskommando in die laufende TV-Sendung schickt? Richtig: Selbstjustizierend ist der Mann (und die Frau).
Einige Unverbesserliche setzen sich zum Schutze der Unterschicht dafür ein, diese vor sich selbst zu schützen. Die ganzen Hartz4-Empfänger und geistig suboptimal ausgestatteten Dauerglotzer brauchen einfach Fürsprecher und virtuelle Robin-Hoods – gerade zu lächerlich der Glaube, nach Jahren des munteren Abzockens unter staatlicher Aufsicht und Duldung könne sich herumgesprochen haben: “Ruf da nicht an!”. Nein, die Gier und die steigende Armut in unserem Land treibt die Menschen in den finanziellen Abgrund. Jene Gier, mit denen man sich auch Gebote bei komischen Auktionshäusern kaufen kann – 50 Cent kostet ein Gebot – damit hat man dann die Chance, einen superdünnen Plasmafernseher (der dann doch wieder nur in dem eigentlich dafür viel zu großen Schrank landet und der “Flacheffekt” für`n Arsch ist) für nur 50 Euro anstatt der marktüblichen 999 Euro zu ergattern. Das so mancher Anbieter aus den “marktüblichen” 999 Euro gerne 1499 Euro macht: Drauf geschissen.
Idealer Weise kauft man sich gleich ein ganzes Gebotpaket zum Vorteilspreis und verballert alle Gebote bei der Auktion für den 1,50 Meter MEGA-LCD-FERNSEHER – den man sich dann (mangels Platz im Schrank) an die 3 Meter breite Wand hängen kann um mit einem Abstand von 2 Metern nach 4 Wochen an verrenkten Halswirbeln zu leiden. Scheisse, wie immer schweife ich ab… also Fakt ist: Da wird offensichtlich beschissen und keiner merkt es – ausser eben die bereits genannten Robin-Hoods im WebWide-Forrest. Und Sie, liebe Leserschaft, können sich sicher sein: Tag und Nacht wird jede Sekunde ausgestrahlten Gewinnspielzaubers im TV dokumentiert, kommentiert, archiviert. Irgendwo sitzen immer irgendwelche Hobbydetektive und lauern jedem noch so kleinen Fehler auf. Vertauschte Lösungsumschläge, Stimmen aus dem Hintergrund, die immer gleichen Anrufer (Dauergewinner) mit der immer gleichen Stimme: Der große Generalverdacht macht`s möglich.
Oft genug ist ja auch was dran an den Vermutungen. Und vor noch nicht ganz so fernen Zeiten hat man aus den Vermutungen in der Endanalyse gerne auch mal Unterstellungen formuliert und im eigenen Forum zum Besten gegeben, Beifall klatschend vom Bund der virtuellen Hobbyschnüffler honoriert. Das wiederum konnten sich aber die Produktionsfirmen diverser “Abzock”-Formate nicht bieten lassen und packten erst einmal ordentlich den Schwanz auf den Tisch um zu beweisen wer den längeren hat… den längeren Atem. Natürlich nicht der kleine Aushilfshood aus dem Internet… der will doch nur Gerechtigkeit und ist ansonsten ein unbescholltener Ottonormalbürger – mit einem ebensolchen Einkommen. Da kann man gegen die vielen, womöglich arglistig abgezockten Millionen aus den Gewinnspielen nicht anstinken. Da wäre irgendwie kein Gleichgewicht mehr gegeben, zwischen “Robin Hood” und er einspänningen Pferdekutsche vor die er sich mutig wirft – denn die Kutsche gleicht da wohl mehr einem Panzer, bis unter die Ketten schwer bewaffnet – so schwer bewaffnet, dass man notfalls einfach den Robin leben lässt aber den Wald drumherum einfach wegbombt mit einem kurzen “PUFF”.
Und “Puff” hats hier und da schon gemacht, einige Betreiber von privaten Foren wurden fast in den Ruin geklagt – aber der gemeine Pöbel gibt einfach nicht auf – wie eine am Arsch haftende Zecke die sich nicht zerquetschen lässt. Aktuell gehts aber wieder ein wenig rund, die Zecke hat fester zugebissen: Mit einem knapp 75-minütigen Video soll demonstriert werden, welche Auffälligkeiten da so auffallen – ein “bunter Strauss” der Kuriositäten aus schier endlos archiviertem Videomaterial. Die in diesem Video direkt oder indirekt “beschuldigten” Produktionsfirmen kratzen jetzt allerdings intensiver an ihren Ärschen um diese miese, fiese, dreckige Zecke komplett zu vernichten. Aber die Zecke formiert sich, zieht weitere Blutsauger an und das Spiel? Kann beginnen! Spätestens wenn der heilige Leitblogger Niggemeier sich wie hier einschaltet, dürfen die Spiele als begonnen betrachtet werden.
Sofort stehen die üblichen Verdächtigen (wie der langsam langweilige TV-Pseudo-Alphakritiker Holger Kreymeier mit seinem Format “Fernsehkritik TV”) bei Fuss und machen brav Männchen. Wo Ungerechtigkeit droht und es was zu berichten geben könnte: Da will und muss man dabei sein – das ist man seiner seriösen, quasi schon ethischen Selbstverpflichtung schuldig. Ganz uneigennützig bietet man der angeschossenen Oberzecke an: Ich helfe Dir! Und wobei? Dabei, das weiter oben erwähnte Video dem Internet und allen Interessierten erhalten zu lassen, denn: Aufgrund rechtlicher Drohungen musste die Oberzecke das Video vom Server nehmen. Eigentlich würde sich die Oberzecke ja nicht von so etwas einschüchtern lassen - aber die Drohung, man würde notfalls das ganze Internet abschalten lassen wenn das Video bleibt, zeigte doch Wirkung – will man doch nicht Schuld an der weltweiten Weblosigkeit tragen.
Natürlich passiert, was passieren musste: Das Video wurde gleich mal gesichert und in einer selbstverständlichen Lässigkeit vom Alphakritiker Kreymeier (oder Kreimeyer? Egal…) auf dessen Webseite veröffentlicht. Weil: Der Herr Kreymeier lässt sich niemals nicht einschüchtern und sieht jede rechtliche Drohung von irgendwelchen Abzockfirmen gleich mal als Aufforderung an – besonders dann, wenn Oberblogger Niggemeier dazu seine bloggerische Absolution erteilt hat. In naher Zukunft wird man also das Video siebenhunderachtunddrölfzigmillionen Mal im Netz finden und kann (wenn man ganz, ganz leise ist) auch das hämische Kichern der Robin-Hoods wahrnehmen – diese freuen sich diebisch darüber, die miesen Produktionsfirmen und deren Hintermänner “ganz doll” geärgert zu haben. Und während die einen sich freuen und die anderen klagen, werden täglich zehn- bis hunderttausende Euros verdient – mit Gewinnspielanrufsendungen oder dummen Fragen wie: “Was macht man mit einem Auto? A) Fahren oder B) Schwimmen”?.
Denn das Dumme ist: Die Dummen sind zu dumm um im Internet nachzuschauen das sie dumm sind - wenn sie bei genau solchen Sendungen anrufen. Und selbst wenn die Dummen doch mal schlau sind, dann schlau genug zu wissen, sich von anderen, noch Schlaueren schon mal gar nix sagen zu lassen – als mündiger Bürger darf man sein Geld schließlich vernichten wie immer man will. Und so geht das Spiel munter weiter: Die einen produzieren Sendungen am Rande moralischer Vertretbarkeit, die anderen beobachten das haarklein und rufen virtuelle Dauerwarnungen heraus, man beklagt sich ein klein wenig, die Dummen rufen weiter an und Menschen wie ich geben dazu ungefragt ihren unwichtigen Senf ab um ein paar Stunden Schlaflosigkeit zu überbrücken. Fazit? Gibts keins. Nur ein undefinierbares Schmunzeln von mir… und wenn Sie ganz, ganz leise sind:
Können Sie es vielleicht sogar hören.
Nachtrag: So eben stelle ich fest, dass Herr Niggemeier in seinem enstprechendem Artikel zum Thema die Kommentarfunktion gesperrt hat. Das könnte unter Umständen damit zusammen hängen, dass die in seinem Artikel genannten Firmen sehr klagefreudig sind und Autoren von Artikeln und Gedanken gerne auch für das verantwortlich machen, was andere per Kommentar von sich geben. Und da Herr Niggemeier wohl schon das zweifelhafte Vergnügen mit so manchem Unternehmen dieser Güte hatte: Müssen er und sein Bankkonto sich das vorerst wohl nicht noch einmal geben. Ja, bekennende Meinungsfreiheit in unserem Lande ist im doppelten Sinne nicht immer umsonst.
Wenn es Ihnen dennoch in den Fingern juckt und Sie sich an entsprechenden Diskussionen beteiligen möchte: Der Hobbykritiker Kreymeier stellt Ihnen selbstlos (selbstverständlich auf eigenem Server) sein Forum hier zur Verfügung. Und nebenbei kann Herr Kreymeier auch endlich die ganzen Schlaumeier als Dummbatzen hinstellen die den Betrieb eines eigenen Servers als finanziellen Unfug abgetan haben. Halten Sie sich beim Kommentieren aber bitte an die Forenregeln vom Herrn Kreymeier, nehmen Ihn selbst dabei aber bitte nicht zum Vorbild – weil sonst kann es für den Herrn Kreymeier unter Umständen auch noch (richtig) teuer werden – wobei ein Kreymeier das naturgemäß als Anlass und nicht als Hinderniss sieht – bis zum allerletzten Cent würde er sich zur Wehr setzen – für uns die Zuschauer und vielleicht auch für ihn und sein Ego.
Ich sprüh`s an jede Wand: Neue Zecken braucht das Land!
Schlagwörter: 0137, Abzocke, Alphablogger, Anrufgewinnspiele, Beschiss, Call in TV, Call-in-tv.net, Dafür zahl ich nicht, Dafür zahle ich nicht, Fernsehkritik TV, GEZ, Holger Kreimeyer, Holger Kreymeier, Kritiker, Mork vom Ork, Niggemeier, Telefon, Telefonrechnung
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3. Dezember 2009 von johnrest
Die Peer Schaders und Stefan Niggemeiers dieser Welt zeigen sich in regelmässigen Abständen empört… nein, noch nicht empört, eher irritiert. Darüber, was im deutschen TV so passiert oder auch nicht mehr passiert. Dabei schenken Sie in der schier unendlichen Auswahl an TV-Sendern gerade denen die meiste Aufmerksamkeit die eigentlich nicht so viel Aufmerksamkeit verdient hätten bzw. bei denen zu viel Aufmerksamkeit auf Dauer zu einer Art Volksverdummung führen könnte. In diesem Artikel analysiert Hobbypsychologe Peer Schader die vielen Gefahren und erklärt uns, was wir schon wissen - dabei folgt er einem ungeschriebenen Mediengesetz: Greife immer das Fernsehen an, niemals die Zuschauer. Wenn also RTL mit Formaten wie “Bauer sucht Frau”, der “Supernanny” oder “Das Supertalent” enorme Quoten einfährt: Liegt das nicht an den Zuschauern die einschalten sondern dem Sender der Material zum Einschalten zur Verfügung stellt. Weil: Die gemeinen Quotenjäger wissen doch nur zu gut wie man Menschen ans (und ins) TV lockt. Anspruchsvolles Programm? Will doch keiner sehen. Aber Bauern die Frauen suchen oder knautschgesichtige Pop-Titanen die nach Talenten Ausschau halten: Das will das Volk.
RTL macht sich also den Gaffer-Effekt zu Nutze und veranstaltet quasi vorsätzlich mehrmals in der Woche einen spektakulären, für das TV aufbereiteten Massenunfall auf der Medienautobahn. Und schon halten wir an, sorgen für Stau auf der Gegenspur, denn: Wir wollen sehen was da los ist, ob es Tote gibt, abgetrennte Arme und Beine, schreiende Menschen. Hinzu kommt ein gar perverser, paradoxer Nebeneffekt (von den “Unfallverursachern” aber genau geplant): Der ganze Unfall wird von den Gaffern auch noch auf Videohandys, Festplattenrekordern oder Internetservern archiviert – um ihn bis in die letzten Winkel der möglichen Aufmerksamkeitsplattformen zu verteilen. Die Kritiker natürlich nur um zu zeigen worum es geht.
Man setzt also ein Mittel ein um mit diesem Mittel andere zu kritisieren die solche Mittel zum Einsatz bringen. Mit jeder Kritik (z.B. an “Bauer sucht Frau”) und damit verbundenen Bild- oder Videoausschnitten werden die Gesichter der Mitwirkenden noch bekannter – gleichzeitig aber hetzt man in einer teils verlogenen Doppelmoral gegen die Produktionsfirmen und Sender mit dem Argument, unschuldige Gesichter zu verheizen und ins Lächerliche zu ziehen. Da möchte ich mir doch mal kurz den Kopf kratzen und anschließend schütteln.
Und helfen? Nein, helfen wollen wir oft genug nicht – man könnte ja was falsch machen. Wir helfen ja auch ungern wenn im Nachbarhaus regelmässig Kinder schreien – man will sich ja nicht einmischen. Und wenn auf Bahnhöfen mutige Streitschlichter zu Tode geprügelt werden? Besser aus sicherem Abstand heraus zu mehreren versammelt zuschauen – man will ja nicht selbst was auf die Fresse bekommen. Und aus eben diesem Grund können wir auch nicht abschalten – man will ja nix verpassen. Allenfalls in den Begründungen fürs Hinschauen finden sich manigfaltige Aussagen. In den oft pseudo-elitären Diskussionsforen trifft sich dann die Oberschicht und schüttelt den Kopf.
Niemals würde man so etwas schauen, zu tiefst verabscheut man derartige Niederungen menschlicher Darstellungen – aber mitreden? Können Sie alle. Bestimmt nur, weil entsprechende Artikel zu solchen Sendungen informativ aufgesaugt werden, aber selber schauen? Niemals, nein, das sollen bitte die Niggemeiers und Schaders machen – dafür zollt man ihnen dann und wann einfach etwas Respekt: “Ich bewundere Euch, dass Ihr Euch so einen Schwachsinn stundenlang anschauen könnt nur um uns zu informieren!”. Oder nehmen wir die Trittbrettfahrer – Stefan Raab, zweifelsfrei ein erfolgreicher Medienmensch. Jener Stefan Raab stellt sich nun vor eine Kamera und macht sich mit Freude über die Darsteller bei “Bauer sucht Frau” lustig – besonders die griffige Asiatin “Narumol” hat es ihm angetan. Kindisch versucht er den asiatischen Slang überpardoriert ins Mikrofon zu blubbern, zeigt Ausschnitte und Dialoge. Wohlwissend: Das bringt Lacher, das bringt Quote, das trifft den Nerv meiner Zuschauer die sich wie ich darüber köstliches beömmeln was im TV so abgeht.
Zwischendurch haut der Raab dann aber auch mal in Richtung RTL – Begriffe wie “Schweine” sind da keine Seltenheit. Okay, passt zum Format “Bauer sucht Frau”, aber Redakteure als Schweine bezeichnen während man sich das Produkt dieser Schweine zu Eigen macht um vom Quotenkuchen noch ein paar Krümmel mitzunehmen? Und ob ein Herr Raab der Richtige dafür ist, an bestimmten Stellen von Niveau zu referieren? Seine vergangenen Entgleisungen und Provokationsauftritte sprechen keine unbedingt anspruchsvollere Sprache – als würde ein Eunuch vom Ficken sprechen. Und wenn diese Haltung dann noch vom Peer Schader in seinem Artikel über die Zotigkeit von RTL zitiert wird: Ruft das bei mir genau das Schamgefühl hervor das RTL bei vielen Zuschauern hervorrufen möchte – fremdschämen sei hier nur mal als Stichwort genannt.
Die medial Intellektuellen höre ich auch schon wieder aufheulen: Das Argument mit dem “Man müsse ja nicht hinschauen” sei kein wirkliches Argument. Ich frage da einfach mal zurück: Warum nicht? Man muss nicht hinschauen, man muss nicht mitmachen. Selbst einem Bauern darf noch so viel Intelligenz zugemutet werden das er weiß wofür er sich da bewirbt. Und wenn ich während der Dreharbeiten bemerke: “Du Scheisse, was geht denn hier ab? Wieso muss ich mich mit dieser nuschelnden Asiatin rumplagen die ich gar nicht haben will? Nur weil die sich im TV besser verkauft?” dann breche ich ab und nehme gerne die angedrohten Konsequenzen der Redaktionshyänen in Kauf – denn die eigentlichen Treiber sind die Schmierfinken hinter den Kulissen – nicht die hübsch aufblondierten, immer fröhlichen Moderationsgurken davor!
Ausnahmen stellen Formate wie “Die Supernanny” dar - unschuldige Kinder für die Kamera verheizen ist unterste Schublade. Kameras draufhalten wenn Mutti ausrastet: Ebenso. Eigentlich gehört in so manch dargestellter Situation jeder Mitarbeiter einer Produktionsfirma inklusive Frau Saalfrank selbst angezeigt wegen unterlassener Hilfeleistung oder Anstiftung zur Gewalt. Den von Frau Saalfrank propagierten Anspruch des “Helfen wollens” stelle ich absolut in Abrede, mit solch sensiblen Themen muss ich mich nicht ins TV zerren nur um bei Kritik zu betonen: “Wir helfen wenigstens!”. Ginge es nach mir, würde ich Frau Saalfrank ihre zusammenstudierten Diplome oder Examen nachträglich absprechen und medienwirksam von einer Horde Kinder unter Aufsicht zerreissen, bemalen oder Papierflieger daraus bauen lassen.
Und warum läuft so ein Schwachsinn? Genau: Weil er geguckt wird. Wir sind das Volk, wir haben die Macht – klingt für viele komisch, ist aber ein Fakt. Aber das Volk ist müde geworden, auf die Straße geht man nicht mehr – das war früher. Man geht vielleicht nur auf die Straße wenn damit der große Medienhype einhergeht, weil: Das ist in! Blumen für selbstötende Fussballer, Massenwanderungen in Fussballstadien, ein Meer aus Lichtern und Kerzen: Das kann man mal machen, das gehört sich so, das ist anständig. Aber im Kollektiv NEIN zu der teils im TV versendeten Scheisse sagen? Wozu denn, lass sich doch ein paar Asis zum Affen machen damit ich mich besser fühlen kann.
Und falls das Volk doch mal wach wird und die Quoten in den Keller gehen: Muss das nächste Spektakel noch lauter, noch bunter, noch fremdschämiger sein. Seit Jahren warnen die immer gleichen “Experten” vor der Verdummung im und vor dem Fernseher, seit Jahren wird jedes neue Format als “Ende des letzten Funken Anspruchs” angeprangert – und seit Jahren setzen die Sender lachend und Sektgläser anstossend immer wieder eins bis zwei obendrauf. Das war so, das ist so und das wird lange Zeit so bleiben.
Also entweder schaut man hin und steht offen dazu oder man macht, was einst schon Peter Lustig in weiser Vorausschau dem heranwachsenden TV-Zuschauern geraten hat:
Einfach mal abschalten!
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5. Dezember 2009 von johnrest
Samstagabend, ZDF, “Wetten, dass” flimmert so vor sich hin. Selbstverständlich mit der augebretzelten Blondine - und natürlich ist auch Michelle Hunziker wieder mit dabei. Das gleiche Gelaber wie immer, die gleiche Dauerwerbesendung für Film, Funk und Kaffeefahrt. Nur eine Wette, die war interessant: Da wettet jemand, anhand von 5 aus 1000 ausgewählten Detailfotos genau zu erkennen, wo dieses Detail im “Miniatur Wunderland” zu finden ist. Bei diesem “Miniatur Wunderland” handelt es sich um eine der größten Modelleisenbahnanlagen der Welt und bei den Betreiben um ein paar ganz pfiffige Füchse, denn: Immer wieder taucht die Anlage in den Medien auf – mal zeigt man wie viel Arbeit hinter allem steckt, mal sucht man einen neuen Mitarbeiter und macht daraus eine Medienveranstaltung (“Miniatur Wunderland such den Superbastler”, so in der Art). Sehr geschickte Dauervermarktung, allerdings verflüchtigt sich bei mir irgendwann die anfängliche Bewunderung für so viel Bastelei und macht Platz für Genervtheit und Wegschaltdrang – irgendwann hat man das Gefühl, jedes der über 300.000 Plastikpüppchen schon einmal gesehen zu haben.
Und nun steht da jemand in einer Live-Sendung mit ordentlich Quote, schaut sich im “Wetten, dass”-Studio Detailfotos an und steuert die Kameraleute vor Ort im Miniatur-Wunderland über etliche Umwege zur richtigen Szene. Während die Kamera sich ihren Weg sucht, wird natürlich noch haarklein beschrieben welche Orte man gerade passiert hat. Und der Wettkandidat erwähnt auch “Miniatur Wunderland” mehrmals. Alles in allem wirkt die ganze Wette auf mich wie eine dummdreisste Schleichwerbeveranstaltung, initiert von den Betreibern die diesen “Medienspektakel” natürlich auch querbeet im Internet und anderen Medien zu eigenen Gunsten vorab ausgeschlachtet haben. Das war für mich eine Nummer zu auffällig, zu glatt, zu sehr Werbung.
Wetten, dass?
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12. Januar 2010 von johnrest
Kurz notiert:
Wenn schwule Paare mit HIV, pseudo-harte Knastbruderabziehbilder, mit Silikon vollgestopfte Tittenmonster und Pornosternchen vor der Kamera agieren: Dann ist wieder Big-Brother-Zeit!
Fazit: Je dicker die Titten desto flacher das Niveau?!
Schlagwörter: Big Brother, Bigbrother 10, Brüste, Busen, HIV, Möpse, Pornostar, Pornosternchen, RTL 2, RTL2, Schwul, Silikon, Titten
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13. Januar 2010 von johnrest
Ist das nicht schön, wenn Menschen sich zum Hampel machen um mich kleinen Wurm besser fühlen zu lassen? Mein aktueller “Spruch des Tages” kommt von einer dicken Dunkelhaarigen aus dem Container. Diese meint über die Pornotante “Cora” sinngemäß: “Also als Mutter hätte ich die mit dem Job schon längst rausgeschmissen!” Zur Erinnerung: DAS sagt eine Frau, die sich im TV innerhalb einer doch recht asozial angehauchten Sendung zum Affen macht. Das wäre in etwa so als würde ein Dieb einen Betrüger als Verbrecher bezeichnen.
Fazit:
Wenigsten schafft es Big Brother, Hartz4-Empfänger nicht mehr als unterstes Glied der Gesellschaft betrachten zu lassen…
Schlagwörter: Big Brother, Big Brother 10, Cora, Erotik, Erotikmessen, Erotikmodel, Krankenschwester, Mutter, Porno, Pornos, Secret Haus, Titten, Webcam
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13. Januar 2010 von johnrest
Zugegeben:
Sie sind eine Frau mit erotischer Ausstrahlung. Als Weib durch und durch möchte ich Sie bezeichnen. Und doch bin ich ein wenig enttäuscht. Gerne können Sie so viel Haut zeigen wie Sie als erwachsene, selbst bestimmte Frau möchten. Gerne können Sie sich in den typischen Hochglanzposen strecken und recken, gerne darf auch am PC die eine oder andere Falte wegcomputerisiert werden. Aber eigentlich… ja, eigentlich hätte ich Sie als Frau eingeschätzt, die ECHTEN Mut zur Reife zeigt – im wahrsten Sinne des Wortes “zeigen”. Nein, statt dessen verfallen auch Sie dem typischen Muster von Hochglanzerotik. Irgendwie statisch, irgendwie gestellt, irgendwie krampfhaft darauf gedrillt das alles am Körper einer gereiften Frau den Eindruck straffer Schönheit einer 20-jährigen vermittelt.
Wann traut sich denn endlich mal eine reife Frau mit bekanntem Gesicht zur Wahrheit? Sich zeigen wie es ist, ohne die vielleicht hängende Brust mit verschränkten Armen zu puschen, ohne sich angestrengt zu überdehnen damit`s die Falten Glatt zieht. Erotik ist manchmal auch das, was offensichtlich ist und nicht das was versucht wird zu kaschieren. Ich begehre die erotische Ausstrahlung einer reifen Frau – aber noch erotischer ist es, wenn Frau dazu steht – mit allen vermeintlichen Makeln die doch eigentlich genau den Reiz der Reife ausmachen. Und vor allem sollte man sich dann nicht vor die Kamera setzen mit so Worten wie: “Ich will zeigen, dass auch reife Frauen noch begehrenswert und erotisch sein können, ich will Mut machen!”. Mut machen mit der Feigheit zur “nackten Wahrheit”? Na dann…
Frau Thomalla: Ihre Sache, aber meine Meinung!
Schlagwörter: Akt, Aktfotos, nackt, Playboy, Simone Thomalla
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13. Januar 2010 von johnrest
Nein, kein neuer Reiniger für hartnäckige Flecken im Intimbereich. “Pipifleck und Tittenweg” bezieht sich auf die Vorgänge bei und rund um RTL. Oder anders: Darauf, was der zum TV-Zoten-Experten mutierte Stefan Niggemeier darüber so denkt und (leider?) öffentlich zum Besten gibt. Kurz und einfach zusammen gefasst fragt Herr Niggemeier sich (und RTL) in gewohnt rethorisch-suggestiver Art und Weise, warum man den Urinfleck eines DSDS-Kandidaten mehr oder minder schamlos ausnutzen würde um damit Quote zu machen, während man seitens RTL um die Entfernung eines Fotos im Internet gebeten hat, auf dem die Titten von RTL-Chefin Anke Schäferkordt während einer großen, öffentlich im TV gezeigten und von RTL veranstalteten Preisverleihung ein wenig unvorteilhaft zusammen gepresst aus dem Ausschnitt strahlten.
Das Herrn Niggemeier die Antwort auf die Frage nicht wirklich zu interessieren scheint sonden er mehr Freude an der öffentlich gestellten Frage und der damit verbundenen Reaktionen in seinem Blog haben dürfte: Liegt fast auf der Hand. Und selbst wenn RTL tatsächlich Stellung beziehen würde: Herr Niggemeier würde so lange Gegen- und/oder Rückfragen bis er genau das hört was er von Anfang an hören will. Idealer Weise so etwas wie: “Ja, Herr Niggemeier, Sie haben Recht, unser Verhalten mutet tatsächlich ein wenig unlogisch an. Daher werden wir in Zukunft vorher bei Ihnen um moralische Stellungnahme bitten, wenn wir beabsichtigen mit sich lächerlich machenden Kandidaten bei DSDS Quote zu holen!”
Besonders amüsiert mich dabei die Tatsache, dass gerade Herr Niggemeier ganz groß darin ist um Objektivität zu bitten – insbesondere bei Journalisten, diese hätten schließlich eine besondere Verantwortung. Gerne verurteilt er dabei all jene, die mit einer vorgefertigten Meinung bzw. einem fertigen Ergebnis solange recherchieren bis das Ergebnis passt – dabei solle es doch eigentlich so sein, dass die Fakten zählen – auch wenn diese Fakten mal nicht für eine große Meldung sorgen. Aber Herr Niggemeier hat den Begriff Doppelmoral aus meiner Sicht heraus für sich auf besondere Art und Weise gepachtet, gewürzt mit einer Prise Intelligenz und vielleicht auch Arroganz, ggf. auch dem Druck erliegend seinen Anhängern etwas liefern zu müssen.
Mir persönlich ist es egal, ob sich bei DSDS jemand mit Urin in der Jeans vor die Kamera stellt oder Frau Schäferkordt Ihre Hupen irgendwie unvorteilhaft in die Körbchen gepresst hat, allerdings ringen mir die Hupen von Frau Schäferkordt naturbedingt mehr Interesse ab als männliche Pissflecken. Und so ganz nebenbei würde ich an RTL-Stelle nicht anders mit Körperausscheidungen im sichtbaren Bereich umgehen, weil: Wenn ich bei Nervosität zu kleineren Spritzereien im Schritt neige, lege ich mir entsprechende Artikel aus dem Frauenhygieneregal vor den Schniepel – vor allem wenn einige Millionen Menschen vor dem TV sitzen um auf Leute wie mich zu warten. So lange es Sendungen wie DSDS gibt, wird auch darüber diskutiert – das alles auf dem wohl kalkulierten Weg der Aufmerksamkeitshascherei – und jeder, der darüber berichtet macht sich indirekt zum Mittäter auf Quotenjagd.
Es ändert nichts an der Tatsache. Ob nun das gemeine Volk sich lustig macht oder ein elitärer Meinungsführer samt Anhängerschaft von oben herab den Zeigefinger der Pseudoempörung schwingt oder jemand Unbedeutendes wie ich darüber berichtet: Solange darüber berichtet wird bleibt wie im Casino der Gewinner IMMER die Bank. Daher gilt:
Ihre Einsätze bitte, sonst geht nix mehr!
P.S.: Allen Niggemeier-Anhängern mit Hang zur pauschalen Inschutznahme Ihres intellektuellen Vorbildes sei auch in Anlehnung an frühere Kommentare gesagt: Ja, ich pinkle gerne von unten nach oben. Aber wenigsten entstehen dabei keine öffentlich sichtbaren Flecken derer ich mich zu Recht in Grund und Boden schämen sollte!
Schlagwörter: Anke Schäferkordt, Dieter Bohlen, DSDS, Jeans, Pipifleck, Pissfleck, RTL, Stefan Niggemeier, Urin, Urinfleck
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14. Januar 2010 von johnrest
Mehrere Millionen Singles suchen immer häufiger im Internet nach einem Partner bzw. nach einer Partnerin. Ob das funktioniert? Ich glaube nicht, für mich hat das den gleichen Effekt wie die wöchentlich neu erscheinenden Diäten in Frauenzeitschriften: Wenn die so toll funktionieren wie beworben, warum gibt es dann seit Jahren jede Woche neue? Egal, die Betreiber gewinnen in jedem Fall, denn mit Sehnsucht lässt sich gutes Geld machen. Die Anmeldung ist meist kostenlos, die Kontaktaufnahme dummer Weise: Nicht! Und wie es der Zufall will, melden sich direkt nach der Anmeldung genau die Menschen die man als “findenswert” in sein Profil oder den aufwendig gestalteten Fragebogen eingetragen hat – da will man natürlich Kontakt aufnehmen und zahlt mal locker bis zu 50 Euro und mehr im Monat.
Besonders lustig ist dabei “Elitepartner.de” oder besser: Die Werbung von Elitepartner.de im TV. Die Singleseite für Akademiker und Singles mit Niveau – so heißt es da. Geworben wird mit einer besonders aufwendigen Form der Verkupplung und perfekt ausgearbeitete Fragebögen, damit soll die Liebe kommen. Dumm nur, dass in der Werbung dieser “elitäre Anbieter mit Niveau” nicht mal richtig Deutsch kann, denn: Zeitweise laufen jede Menge Eigenschaftswörter durchs Bild, z.B. “Direkt, ehrlich, gelasen, anspruchsvoll” und so weiter. Und auch das Wort: “Spontaniteit”. Nein, kein Schreibfehler von mir: SPONTANITEIT!
Ich habe gegoogelt ohne Ende, aber ich finde keine Schreibweise “Spontaniteit” die als richtig ausgegeben wird - allenfalls im Niederländischen wäre es richtig geschrieben. Somit möchte ich den Machern von Elitepartner ans Herz legen doch im eigenen Interesse wenigstens die richtige Rechtschreibung zu nutzen wenn man schon Menschen mit hohen Ansprüchen verkuppeln will oder den Holländer aus der Werbeagentur schmeißen bzw. zum Deutschkurs schicken…
Schlagwörter: Elitepartner, Elitepartner.de, Flirten, Internet, Liebe, Partnersuche, Sehnsucht, Singlebörse, Singlebörsen, Singleseiten, Spontaniteit
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